Momo hat geschrieben:
Im Grunde ist der Unterschied ganz klar. Wenn du als sogenannte "Konsequenz" etwas androhst, was überhaupt nichts mit dem zu tun hat, um was es gerade geht, ist es eine Strafe. Ein Beispiel: " wenn Du Dich jetzt nicht anziehst, dann streiche ich das Fernsehen heute Abend!" Oder auch " Wenn Du nicht aufisst, dann darfst Du Dich nicht mit Deinem Freund treffen" etc. Eine echte und hilfreiche Konsequenz ist jedoch etwas, was direkt mit dem Konflikt zu tun hat und nicht als Drohung ausgesprochen wird. Z.B. "Wenn Du Dich nicht anziehst, wirst du frieren!" Ok. Das Kind wird frieren und aus seinem Verhalten lernen. Im Idealfall sind wir Eltern so weitsichtig, warme Kleidung mitzunehmen. Oder auch "Wenn Du nicht mehr essen magst, dann ist es ok. Ich räume den Tisch in 5 Minuten ab und dann ist alles weggeräumt". Also, die Konsequenz hat direkt etwas mit dem "Konflikt" zu tun und meistens ist dieser Konflikt eher für die Eltern ein Konflikt, für die Kinder ein Lernprozess. Die Konsequenz ist keine Strafe, sie wird nicht strafend oder belehrend ausgesprochen, sondern einfach neutral. Es ist eine logische Folge, nicht mehr und nicht weniger.
LG Momo
Als mein Sohn noch täglich eingenässt hat war eine Konsequenz (sowohl zu Hause als auch im Kindergarten) dass er sich selbst umziehen und (nur dabeim) die nassen Sachen zum trocken aufhängen musste. Ansonsten wurde nicht mit ihm geschimpft oder darauf herumgeritten, es war ihm ja selber nicht egal und er hätte es lieber im Griff gehabt.
Aber so einfach ist es aber nicht immer. Ich habe ja zwei Buben und leider geht´s da oft recht körperlich zu. Gestern war wieder so eine Situation. Beide saßen friedlich vor dem PC und mein Großer hat für den Kleinen dessen Lieblingsvideos abgespielt. Plötzlich kam Kleinsohn laut weinend aus dem Zimmer gelaufen. Leider wollte er nicht sagen was los ist, aber ich habe schon vermutet, dass der große Bruder irgendwie dahintersteckt.
Als ich mit dem Kleinen dann abends baden wollte sah ich es: eine deutlich Bißstelle kleiner Zähne hinten am rechten Oberarm

. Habe dann meinen Großen ruhig angesprochen ob er damit was zu tun hat, was er erst mal abgestritten hat. Dann, als ihm klarwurde, dass ich ihm nicht glaubte (die Bißstelle war definitiv am Vortag noch nicht dort gewesen und er was das einzige Kind in seiner Nähe) gab er dann doch zu, seinen Bruder gebissen zu haben. Aber - so meinte er - dieser habe ihm auch weh getan.
Lässt sich natürlich nicht mehr überprüfen und kann schon stimmen. Nur, dass ein Biss halt viel schmerzhafter ist, als ein schubsen oder der Schlag einer Kinderhand. Das habe ich dann ruhig versucht meinem Großen klar zu machen. Ich habe ihn daran erinnert als ihn mal im Kindergarten ein kleines Mädchen schmerzhaft gebissen hat und er es noch 3 Tage später gespürt hat und man hat den blauen Fleck über eine Woche gesehen. Keine Ahnung ob ich "durchgedrungen" bin, mein Großer tut in so Situationen immer so, als wäre er im Gedanken ganz woanders (und ist es vielleicht auch). Ach ja, ich habe ihn noch darauf aufmerksam gemacht dass die Konsequenz seines Verhaltens sein kann, dass der Kleine mal zurückbeißt (zurückschlagen tut er ja schon länger) oder auch mal als erster zubeißt.
Aber in dem Fall fällt mir nichts ein, was VON MEINER SEITE eine Konsequenz und keine Strafe wäre. Was soll ich sagen? Leere Drohungen ausstoßen wie z.B. "Wenn ich das noch einmal sehe beiße ich zurück" oder ihm wirklich weh tun "damit er es spürt"? Privilegien entziehen, also z.B. keine Gutenachtgeschiche vorlesen oder Computerverbot? Es fällt mir echt schwer mit solchen Situationen umzugehen, weil ich mir da so hilflos vorkomme. Natürlich will ich nicht dass sich meine Buben immer wieder gegenseitig weh tun. Aber ich will mich auch nicht immer als Schiedsrichter dazwischen stellen, vor allem dann nicht, wenn ich die Vorgeschichte gar nicht mitbekommen habe.