alibaba hat geschrieben:Twins123 hat geschrieben: Es könnte sich daher lohnen, nochmals explizit in der HB-Schule nachzufragen, da es so detailliert oft nicht auf der Homepage steht und dennoch so gehandhabt wird.
Die Probleme beim Kind von @rabaukenmama sind ja so individuell, dass ich die Fokussierung überhaupt nicht auf die Schule mit HB-Zweig legen würde. Wenn ein Kind massive soziale Beeinträchtigungen hat (die selbst, wenn es drei Jahre die GS wiederholen würde nicht aufzuholen wären - ich hoffe, ich habe diese Aussage noch richtig im Kopf) dass sich rein intuitiv bei mir nicht vordergründig die HB-Schule aufdrängt.
Hallo Alibaba! Nein, ganz richtig hast du es nicht ganz im Kopf. Ich meinte nur, dass EIN zusätzliches Grundschuljahr (wie es mir von den Lehrerinnen angeboten wurde) nichts bringen würde, weil mein Sohn vermutlich mindestens 3 Jahre brauchen würde, um sozial-emotional den Stand eines 10jährigen (Eintrittsalter ins Gymnasium) zu erreichen. Das ist aber nur meine subjektive Einschätzung als Mutter, keine gesichterte Diagnose.
Für mich ist es aber schwer, mein Kind in der Richtung korrekt einzuschätzen. Es gibt Situationen, wo er ganz normal und altersgemäß agiert, und dann wieder Phasen, wo man glaubt, einen 3jährigen vor sich zu haben. Ich selbst war ein Einzelkind, mein Mann ebenso. Der mittlerweile 20jährige Sohn meines Mannes aus erster Ehe hatte als Kind auch gewaltige Schwierigkeiten im sozial-emotionalen Bereich (ein vielfaches krasser als mein Sohn), aber bei dem haben sich alle Probleme mit dem Eintritt ins Berufsleben nach und nach aufgelöst. Er lebt gemeinsam mit seiner Freundin in einer eigenen Wohnung, hat ein Auto, eine abgeschlossene Ausbildung und geht arbeiten.
Was ich aber sagen will: wir haben keinen Vergleich, weil wir einfach keinen neurotypischen Kindern "aus der Nähe" kennen. Alle Kontakte bisher waren oberflächlich. Beide Jungs sind sehr speziell, Freunde hatten sie nie. Mein jüngerer Sohn hat in seiner Klasse immerhin einen älteren Buben, mit dem er sich versteht, und der für ihn Vorbildfunktion hat. Aber der ist auch gehörlos und autistisch. Ich habe keine Ahnung, wie es in normalen Familien abläuft und weiß auch nicht wirklich, was normale Kinder im Alter meiner Kinder können und was nicht. Im Urlaub habe ich 3 neurotypische Kindern zwischen 3 und 6 Jahre erlebt. Das, was da an Interaktion und wechselseitigen Gesprächen stattgefunden hat, habe ich bei meinen Kindern noch nie erlebt, trotz nachgewiesener sprachlicher Höchstbegabung meines älteren Sohnes.
In der Grundschule selbst macht mein Sohn übrigens schon die letzten 2 Jahre keine gröberen Probleme mehr. Im ersten Jahr wurde ich mehrmals zu Gesprächen gebeten und am ersten Elternsprechtag hieß es "Neeeein, die 10 Minuten, wie sie die anderen Eltern haben, sind für Sie vieeeel zu wenig! Wir müssen uns mindestens eine halbe Stunde, besser eine ganze, zusammensetzen! Und außerdem will auch die Frau Direktor beim Gespräch anwesend sein." Im zweiten und dritten Schuljahr hatte ich meine 10 Minuten, wie alle anderen Eltern

.
Im übrigen hat sich mein Sohn in der Schule mit den "Problemkindern", also anderen Kindern mit Wahrnehmungsstörungen und Problemen mit der Emotionskontrolle (quasi sein "Spiegel") immer gut verstanden. Man sollte meinen, wenn zwei Kinder mit geringer Frustrationsschwelle zusammen sind, ergeben sich schnell Konflikte. Das Gegenteil war der Fall, auch wenn es für dauerhafte Freundschaften nie gereicht hat. Das Freunde finden und Freundschaften pflegen überfordert meinen Sohn nach wie vor, auch wenn er manchmal meint, er wünsche sich einen "echten Freund".
Die Tatsache, dass es in der Schule ziemlich problemlos läuft, ist aber dem Konfliktmanagement der Lehrerinnen geschuldet. Sie wissen, was meinen Sohn streßt, sie wissen, wie man ihn lerntechnisch halbwegs bei der Stange hält und vor allem mögen sie ihn so, wie er ist. Diese Situation wird sich mit dem Schulwechsel grundlegend ändern, egal für welche Schulform und Schule wir uns entscheiden.