Re: Kindergarten - eine Zumutung?
Verfasst: So 4. Mai 2014, 13:35
Gelöscht
Austausch zum Thema Hochbegabte Kinder
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Soll das im Umkehrschluss heissen dass man keine Kinder in die Welt setzen sollte wenn man es finanziell nicht hinkriegt sie bis zum Schuleinstieg zu Hause zu betreuen? Und soll man die Kinder, die trotz Verhütung kommen wollen, abtreiben, um ihnen den Kindergarten zu ersparen?heinerprahm hat geschrieben:Na eben, vor 20 Jahren als wir geheiratet haben, bewusst keine Kinder, weil das finanziell, trotz unser sparsamen Lebensweise immer nur Stress wegen dem fehlenden Geld gegeben hätte, das ließ sich ja vermeiden.Rabaukenmama hat geschrieben:Und da hattet ihr Kinder?
Bei uns schaut´s ähnlich aus, auch was die Miete betrifft, nur dass die Eigentümergemeinschaft im Moment auf die Dachsanierung anspart und daher die Kosten etwas höher sind, aber mit einer ähnlichen Mietwohnung trotzdem nicht zu vergleichen. Für Versicherungen brauchen wir etwas mehr weil wir für beide Kinder eine Kranken- und Unfallversicherung sowie Begleitschutz bei Krankenhausaufenthalten dabei haben. Bei Lebensmittel und Haushaltsbedarf kommen wir auch auf etwa Euro 600,- monatlich, da sind auch die Windeln mit eingerechnet.heinerprahm hat geschrieben: Ich bin ja Alleinverdiener und weiß was das bedeutet und ich habe jetzt gerade nachgerechnet.
Wir haben folgende Ausgaben für unseren 3 Personenhaushalt:
(Werte mit ~ sind variabel)
425,00 Krankenkasse (freiwillig pflichtversichert)
~325,00 Wohnen (Kosten auf den Monat gerechnet), Warmwasser, Müll, Kabel
175,00 Strom
42,00 Rechtsschutz-, Hausrat-, Haftpflichtversicherung
25,00 Vereinsbeiträge
~600,00 Lebensmittel, Haushaltsbedarf (April 2014 - 588,00 Euro)
~ 90,00 Telekom, Mobilfunk
~250,00 KFZ
----------------
1932 Euro
... wir haben, seit unsere Tochter geboren ist keinen Urlaub gemacht, waren lediglich zweimal Familie besuchen und einmal für ein Wochenende auf dem Campingplatz. Wir leben hier bewusst bescheiden, kaufen beim Discounter, auch wenn es dort fast ausschließlich die etwas teurere Bio Ware ist. Sparen könnten wir bei Bedarf somit bei den Lebensmitteln und vor allem beim KFZ, den bräuchten wir hier in der Stadt eigentlich nicht (der steht hier auch fast nur rum und hat seit dem Kauf im August 2008 nur 32.000km gelaufen), hier geht alles zu Fuß, oder mit dem Fahrrad, das Auto ist somit reiner 'Luxus'. Unsere Wohnkosten sind natürlich sehr gering, aber in Wohneigentum muss auch immer investiert werden, ich habe bei Immobilienscout geschaut, vergleichbar müssten wir hier vor Ort 500-600 Euro Kaltmiete zahlen... also wie auch immer, unser derzeitiger Bedarf liegt bei ca. 2000 Euro im Monat.
Liebe Grüße
Heiner
Wirklich? Hätte ich nicht vermutet, aber bei Euren Antworten, bei denen vorgerechnet wird, warum das Kind nicht zu Hause betreut werden kann, klingt es tatsächlich fast so, als wenn Ihr Euch die Frage nicht stellt, WELCHE Zumutung der Kindergartenbesuch für Euer Kind ist. (Ich glaube es nicht, der Kindergarten wird schon für das Kind ok gewesen sein,) aber ich will nicht akzeptieren, wenn in der Antwort über die Entscheidung für den Kindergartenbesuch das Kind überhaupt nicht vorkommt.Bliss hat geschrieben:Wer auf den Kindergarten angewiesen ist, sollte sich die Frage nicht stellen. Wenn es nicht anders geht, dann geht es eben nicht anders
Woher weißt Du denn, dass sie isoliert aufwachsen und keine Freunde haben? Sind die Großeltern auch im Dorf, im Glashaus?Linasina hat geschrieben:Wir haben auch ein paar Leute im Dorf die ihr Kind mit 4 in den Kiga tun. Das sind alles super Reiche die ihre Kinder bei den Großeltern lassen diese Kinder wachsen isoliert auf und haben keine Freunde. ( Meist Arztkinder).
Aber darum ging es im Eingangsposting doch gar nicht. Es ging doch nicht um ein konkretes Problem, wo man Abhilfe schaffen muss, sondern darum, dass mache Leute eben KiGa (und Fremdbetreuung generell?) als Zumutung empfinden. Sozusagen: daheimbleiben ist generell die bessere Variante. Und wenn daheimbleiben eben keine Option ist (oder nur im Notfall, wenn dann tatsächlich ein Problem auftritt und man merkt, jetzt schadet es dem Kind tatsächlich), warum sollte man darüber nachdenken, ob die Langzeitentwicklung ohne KiGa vielleicht doch besser wäre? Ist ja im Vorhinein doch viel Spekulation, denn ich würde nachdem die KiGazeit auch bei meinem letzten Kind nicht mehr allzulange dauert als Fazit ziehen: es war auf jeden Fall die bessere Variante sie in den KiGa zu schicken, auch wenn ich das vorher nicht unbedingt so erwartet hätte, weil ich halt von meinen eigenen negativen Erlebnissen ausgegangen bin.sogesehen hat geschrieben:Aber trotz Eurer Notwendigkeiten - völlig nachvollziehbar: Wenn Ihr eben KEINE gut passenden Kindergärten gefunden hättet, hättet Ihr das Gefühl, die Zeit im Kindergarten SCHADET Eurem Kind, dann würdet ihr doch alles versuchen, andere Lösungen zu finden. Andere Verdienstmöglichkeiten suchen, die mehr Zeit und mehr Geld ermöglichen, Menschen suchen, die außerhalb der Institution für wenig Geld das Kind betreuen - liebe Leih-Oma, Nachbarschaft, Elterninitiative.... Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie die Antwort auf die Frage, ob der Kindergarten eine Zumutung fürs Kind ist sein kann: "es geht nicht anders".
Das ist genau eine von den Reaktionen, von denen ich geschrieben habe und die der Grund sind, warum ich im normalen Leben NIEMALS eine solche Diskussion wie dieses hier führen würde. Denn ich schildere ja einfach nur wie es bei uns war und was wir uns dabei gedacht haben und alleine das reicht schon aus andere, wie in diesem Falle Dich, nicht nur in eine Rechtfertigungshaltung zu bringen, sondern auch gleichzeitig noch in eine Art Angriffsmodus, denn durch die Frage die Du in Bezug auf die Abtreibung von Kindern aufwirst, unterstellst Du mir etwas, was ich niemals denken würde und so geht dann der beidseitige Angriffs-, Verteidigungs- und Rechtfertigungs-Ping-Pong los und es endet normalerweise immer im maximalen Streit, in Missgunst und Unverständnis.Rabaukenmama hat geschrieben:Soll das im Umkehrschluss heissen dass man keine Kinder in die Welt setzen sollte wenn man es finanziell nicht hinkriegt sie bis zum Schuleinstieg zu Hause zu betreuen? Und soll man die Kinder, die trotz Verhütung kommen wollen, abtreiben, um ihnen den Kindergarten zu ersparen?heinerprahm hat geschrieben:Na eben, vor 20 Jahren als wir geheiratet haben, bewusst keine Kinder, weil das finanziell, trotz unser sparsamen Lebensweise immer nur Stress wegen dem fehlenden Geld gegeben hätte, das ließ sich ja vermeiden.Rabaukenmama hat geschrieben:Und da hattet ihr Kinder?
Vielleicht gehörst Du zu den Menschen, die im Leben das Meiste "richtig" gemacht haben, bei mir schaut´s aber anders aus. Als ich mich für unser Kind entschieden habe war nicht schon durchgeplant, wie alles im Detail zu laufen hat, sondern ich war der (vielleich naiven) Auffassung, wir wären jetzt emotional reif genug um für Kind bis zu dessen eigenständigen Eintritt ins Leben sorgen zu können. Der Rest würde sich schon ergeben. Und unser zweites Kind hat sich für uns entschieden, nicht umgekehrt (und ist uns trotzdem von ganzem Herzen willkommen).
Da bedeutet ihr macht jeden Monat mindestens 570 Euro Minus, das sind im Jahr 6840 Euro die euch fehlen und dann wird von Deinem Mann noch geraucht und dazu noch stark? Ich habe gerade mal geschaut was Zigaretten in Österreich kosten, eine Schachtel Marlboro 5 Euro, das ist vergleichbar mit Deutschland und für mich ist es, mal ganz davon abgesehen, dass Rauchen ohnehin Irrsinn ist, völlig unverständlich, wie jemand der Frau und zwei Kinder zu versorgen hat, dazu noch eines mit erhöhten Bedarf auf Grunde einer Behinderung und so wie ich es Deinem Text entnehme noch außerfamiliär weitere(s) Kind(er) alimentiert, dann eventuell auch noch zwei Schachtel Zigaretten am Tag raucht, die mit 300 Euro ein riesiges Loch in die Kasse reißen, da fehlt mir wirklich jedes Verständnis und das ist auch schlicht nicht zu rechtfertigen!Rabaukenmama hat geschrieben: Wir haben ZWEI Kinder, wovon eines behindert ist und mit meinem Mann als Alleinverdiener eben nur rund Euro 1.730,- (Alimente schon weg-. und Familienbeihilfe schon mitgerechnet) bei monatlichen Ausgaben von Euro 2.300,-.
Das einzige grössere Einsparpotential, was mir einfällt, sind die Zigaretten meines Mannes, der leider starker Raucher ist.