Re: Was war euch bei der Schulwahl/Einschulung wichtig?
Verfasst: Fr 22. Feb 2019, 15:40
Ich hab jetzt aus Zeitmangel nicht alles gelesen. Sorry.
Zum Thema Autismus: Viele der hier beschriebenen Merkmale hat mein Tochter auch gezeigt bzw zeigt sie noch.
Ich selbst habe mich in ihrem Kiga-Alter mal ihretwegen eine Weile intensiver mit Autismus/Asperger beschäftigt. Aber das Ganze dann wieder verworfen, weil eben nur einiges passte, anders wieder gar nicht.
Sie kann bspw sehr gut in anderen Personen "lesen".
Auf der andern Seite geht sie aber auch davon aus, dass andere sie genauso lesen können und reagiert ähnlich wie Rabaukenmamas Sohn dann schnell verärgert oder verletzt, weil sie sich schnell persönlich angegriffen fühlt.
Mit Humor hat sie es übrigens auch nicht so und sie hat auch ein falsches Lachen, das sie bewusst einsetzt. Sie zeigt außerhalb von daheim selten/wenig Gefühle und mag es nicht, berührt zu werden. (Nur von mir)
Sie scheut außerhalb von zu Hause und Freundeskreis auch Blickkontakt, wenn möglich. Ist sich selbst genug. Ist sehr mäklig beim Essen, akzeptiert viele Kleidungstücke nicht. (Sie hat am liebsten legere Sporthosen an und verabscheut Knöpfe) Sie mag Veränderungen nicht so gern und stellt sich ungern auf Neues ein. Sie bevorzugt 1:1 Situationen und scheut größere "Rotten". Sie mag lieber in der Natur sein, als in der Stadt, wo viele ihre Klassenkameradinnen schon jetzt gern shoppen gehen. Sie hat eine besondere Beziehung zu Tieren. Sie hat bspw niemals Rollenspiele mit Menschen gespielt, immer nur war sie ein Tier. Sie hat auch nie Menschen gemalt und tut das bis heute nur ungern.
usw usf.
Das alles ist aber auch mehr oder weniger typisch für "Hochsensibilität" und da habe ich sie viel mehr wiedergefunden, als bei "Autismus". Und über einen Zusammenhang von Hochsensibilität und Hochbegabung wird ja auch immer wieder diskutiert...
Ich denke, dass viele Hochbegabte autismusähnliche Symptome zeigen. Und der Übergang von Hochsensibilität zu Autismus dann fließend wirken könnte. Ich glaube, Hochsensible sind vielleicht knapp unter der Grenze, ab der es dann Autismus heißt.
Dazu passt z.B. die These dieses einen Vaters (Henry Markram) eines hochbegabten Sohnes mit Austismus, der die Theorie aufgestellt hat, dass Autismus kein Mangel an Einfühlung, sondern ein zu Viel davon sei.
https://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05 ... enschaften
Vielleicht sind "autistische Reaktionen" einfach eine Art Selbstschutz vieler hochbegabter und hochsensibler Menschen.
Man google nur mal "hochbegabt-Austimus-hochsensibel". Da findet sich einiges dazu.
Thema Freunde:
Da haben wir Glück. Einmal passen einige Familienmitglieder gut zur Tochter. Zu ihrem 4 Jahre älteren Cousin hat sie bspw von Anfang an eine besondere Beziehung und die beiden verstehen sich prima. Wir verbringen regelmäßig Urlaube oder Kurztrips mit der Familie meines Bruders, er war zumindest früher, als er noch im Grundschulalter war, in den Ferien oft tagelang bei uns. Ich bin ziemlich sicher, dass er auch was Richtung hochbegabt ist.
Dann haben wir einen diagnostizierten Autisten im Bekanntenkreis, mit dem versteht sich Tochter auch recht gut.
Dann hat sie zwei Jungs im gleichen Alter (das sind eigentlich ihre engsten Freunde), deren Eltern zu meinen Freunden zählen und wo sich die Kinder seit Krabbelalter/Kleinkindalter kennen.
Der eine Junge ist getestet und zumindest sprachlich über der HB-Grenze und wirkt Jahre älter, als er ist. (Er ist 10, wie meine Tochter).
Der andere, ebenfalls gleichalt, ist ungetestet, aber ein kreativer, bisschen verrückter "Professor". Auch eher ein Einzelgänger. Das ist Tochters bester Freund. Wenn sie ihn mal paar Tage nicht sieht, sagt sie, sie habe "A... (sein Name)-Mangel" und müsse unbedingt mal wieder zu ihm oder er her. Sie sehen sich mindestens 2x die Woche und wir verbringen mit der Familie regelmäßig den Sommerurlaub und machen am WE oft was zusammen.
In der Klasse hat sie einen weiteren Freund (auch ein Junge), mit dem sie in der Freizeit nicht so oft was zusammen macht, aber in der Schule immer zusammenhängt. Sie haben sich sogar eine eigene Sprache bzw eigene Code erdacht, mit dem sie kommunizieren.
Und dann sind da noch die Esperanto-Treffen, auf die wir gelegentlich fahren.
Ich hab das als Jugendliche schon gemacht und jetzt mit den Kindern sind wir wieder ab und zu dabei. (ca. 1x im Jahr)
Dort trifft man auch viele "besondere" Menschen mit besonderen Interessen und tw auch bisschen "verhaltensoriginell" - wie eine Freundin immer sagt. Dort sind jedenfalls viele Menschen unterwegs, die "irgendwie anders" sind, ungewöhnliche Hobbys und Interessen haben und tw auch gemischtnational sind /aussehen, so wie meine Kinder. (Es gibt da eine nicht unbeträchtliche Zahl Familien, die sich über Esperanto kennengelernt haben und wo die Eltern aus verschiedenen Ländern kommen und dann als Familiensprache Esperanto haben.)
Dort hat sich meine Tochter, die beim ersten Mal gar nicht mit wollte, spontan richtig wohl gefühlt und auch schnell Freunde gefunden.
Alles in allem haben wir also schon so eine Art "Netzwerk" von Menschen, die zu uns passen.
Ich halte das für sehr hilfreich fürs Kind, denn an dieser Stelle kann sie ganz sie selbst sein und muss sich nicht verstellen bzw fühlt sich nicht ganz so "anders".
Dort scheint sie mitunter auch ein ganz andere Mensch zu sein... Selbstbewusster, geht mehr aus sich heraus, ist offener, bringt sich intensiver ein etc pp....
Ich hoffe aktuell so sehr, dass sie in der weiterführenden Schule (Aufnahmeprüfung, Begabungsförderung und MINT-Schwerpunkt. Kleine Klassen mit 24 Kindern und davon immer nur 4-5 Mädels) ein ähnlich passendes Umfeld findet und dort dann auch so "aufblühen" kann...
Die Schnuppertermine in dieser Schule waren schonmal recht vielversprechend, was das betrifft.
Eine Freundin von mir hat übrigens eine Tochter, die vermutlich auch autistisch ist. Oder sehr weit hochbegabt. Oder beides. Ungetestet.
Zu dieser hatte meine Tochter auch gleich einen "Draht", und wenn man sie zusammen sieht, könnte man sogar denken, sie sind Geschwister, denn sie sind sich sogar optisch ähnlich. Ansonsten wirken sie auch ähnlich ernsthaft und verschlossen.
Allerdings haben sie aktuell kaum noch miteinander zu tun, da sie 4 Jahre älter ist und inzwischen voll in der Pubertät, so das wir sie kaum noch zu Gesicht bekommen. (Sie führt ihr eigenes Leben)
Diese Freundin von mir (definitv auch weit "drüber", sehr vielseitig interessiert und begabt) ist gegen alle Tests und möchte auch keine Autismusdiagnostik. Ihr wurde im Kleinkindalter des Kindes mal gesagt, ihre Tochter sei autistisch und sie solle das klären lassen.
Hat sie verweigert.
Sie sagt, das sind für sie alles Spielarten der Normalität und sie möchte nicht, dass da irgendwas diagnostiziert wird. Wichtig wäre nur, dass man im Leben zurechtkommt und ihrer Meinung nach könne man das lernen ganz ohne Diagnosen und Tests.
Zum Thema Autismus: Viele der hier beschriebenen Merkmale hat mein Tochter auch gezeigt bzw zeigt sie noch.
Ich selbst habe mich in ihrem Kiga-Alter mal ihretwegen eine Weile intensiver mit Autismus/Asperger beschäftigt. Aber das Ganze dann wieder verworfen, weil eben nur einiges passte, anders wieder gar nicht.
Sie kann bspw sehr gut in anderen Personen "lesen".
Auf der andern Seite geht sie aber auch davon aus, dass andere sie genauso lesen können und reagiert ähnlich wie Rabaukenmamas Sohn dann schnell verärgert oder verletzt, weil sie sich schnell persönlich angegriffen fühlt.
Mit Humor hat sie es übrigens auch nicht so und sie hat auch ein falsches Lachen, das sie bewusst einsetzt. Sie zeigt außerhalb von daheim selten/wenig Gefühle und mag es nicht, berührt zu werden. (Nur von mir)
Sie scheut außerhalb von zu Hause und Freundeskreis auch Blickkontakt, wenn möglich. Ist sich selbst genug. Ist sehr mäklig beim Essen, akzeptiert viele Kleidungstücke nicht. (Sie hat am liebsten legere Sporthosen an und verabscheut Knöpfe) Sie mag Veränderungen nicht so gern und stellt sich ungern auf Neues ein. Sie bevorzugt 1:1 Situationen und scheut größere "Rotten". Sie mag lieber in der Natur sein, als in der Stadt, wo viele ihre Klassenkameradinnen schon jetzt gern shoppen gehen. Sie hat eine besondere Beziehung zu Tieren. Sie hat bspw niemals Rollenspiele mit Menschen gespielt, immer nur war sie ein Tier. Sie hat auch nie Menschen gemalt und tut das bis heute nur ungern.
usw usf.
Das alles ist aber auch mehr oder weniger typisch für "Hochsensibilität" und da habe ich sie viel mehr wiedergefunden, als bei "Autismus". Und über einen Zusammenhang von Hochsensibilität und Hochbegabung wird ja auch immer wieder diskutiert...
Ich denke, dass viele Hochbegabte autismusähnliche Symptome zeigen. Und der Übergang von Hochsensibilität zu Autismus dann fließend wirken könnte. Ich glaube, Hochsensible sind vielleicht knapp unter der Grenze, ab der es dann Autismus heißt.
Dazu passt z.B. die These dieses einen Vaters (Henry Markram) eines hochbegabten Sohnes mit Austismus, der die Theorie aufgestellt hat, dass Autismus kein Mangel an Einfühlung, sondern ein zu Viel davon sei.
https://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05 ... enschaften
Vielleicht sind "autistische Reaktionen" einfach eine Art Selbstschutz vieler hochbegabter und hochsensibler Menschen.
Man google nur mal "hochbegabt-Austimus-hochsensibel". Da findet sich einiges dazu.
Thema Freunde:
Da haben wir Glück. Einmal passen einige Familienmitglieder gut zur Tochter. Zu ihrem 4 Jahre älteren Cousin hat sie bspw von Anfang an eine besondere Beziehung und die beiden verstehen sich prima. Wir verbringen regelmäßig Urlaube oder Kurztrips mit der Familie meines Bruders, er war zumindest früher, als er noch im Grundschulalter war, in den Ferien oft tagelang bei uns. Ich bin ziemlich sicher, dass er auch was Richtung hochbegabt ist.
Dann haben wir einen diagnostizierten Autisten im Bekanntenkreis, mit dem versteht sich Tochter auch recht gut.
Dann hat sie zwei Jungs im gleichen Alter (das sind eigentlich ihre engsten Freunde), deren Eltern zu meinen Freunden zählen und wo sich die Kinder seit Krabbelalter/Kleinkindalter kennen.
Der eine Junge ist getestet und zumindest sprachlich über der HB-Grenze und wirkt Jahre älter, als er ist. (Er ist 10, wie meine Tochter).
Der andere, ebenfalls gleichalt, ist ungetestet, aber ein kreativer, bisschen verrückter "Professor". Auch eher ein Einzelgänger. Das ist Tochters bester Freund. Wenn sie ihn mal paar Tage nicht sieht, sagt sie, sie habe "A... (sein Name)-Mangel" und müsse unbedingt mal wieder zu ihm oder er her. Sie sehen sich mindestens 2x die Woche und wir verbringen mit der Familie regelmäßig den Sommerurlaub und machen am WE oft was zusammen.
In der Klasse hat sie einen weiteren Freund (auch ein Junge), mit dem sie in der Freizeit nicht so oft was zusammen macht, aber in der Schule immer zusammenhängt. Sie haben sich sogar eine eigene Sprache bzw eigene Code erdacht, mit dem sie kommunizieren.
Und dann sind da noch die Esperanto-Treffen, auf die wir gelegentlich fahren.
Ich hab das als Jugendliche schon gemacht und jetzt mit den Kindern sind wir wieder ab und zu dabei. (ca. 1x im Jahr)
Dort trifft man auch viele "besondere" Menschen mit besonderen Interessen und tw auch bisschen "verhaltensoriginell" - wie eine Freundin immer sagt. Dort sind jedenfalls viele Menschen unterwegs, die "irgendwie anders" sind, ungewöhnliche Hobbys und Interessen haben und tw auch gemischtnational sind /aussehen, so wie meine Kinder. (Es gibt da eine nicht unbeträchtliche Zahl Familien, die sich über Esperanto kennengelernt haben und wo die Eltern aus verschiedenen Ländern kommen und dann als Familiensprache Esperanto haben.)
Dort hat sich meine Tochter, die beim ersten Mal gar nicht mit wollte, spontan richtig wohl gefühlt und auch schnell Freunde gefunden.
Alles in allem haben wir also schon so eine Art "Netzwerk" von Menschen, die zu uns passen.
Ich halte das für sehr hilfreich fürs Kind, denn an dieser Stelle kann sie ganz sie selbst sein und muss sich nicht verstellen bzw fühlt sich nicht ganz so "anders".
Dort scheint sie mitunter auch ein ganz andere Mensch zu sein... Selbstbewusster, geht mehr aus sich heraus, ist offener, bringt sich intensiver ein etc pp....
Ich hoffe aktuell so sehr, dass sie in der weiterführenden Schule (Aufnahmeprüfung, Begabungsförderung und MINT-Schwerpunkt. Kleine Klassen mit 24 Kindern und davon immer nur 4-5 Mädels) ein ähnlich passendes Umfeld findet und dort dann auch so "aufblühen" kann...
Die Schnuppertermine in dieser Schule waren schonmal recht vielversprechend, was das betrifft.
Eine Freundin von mir hat übrigens eine Tochter, die vermutlich auch autistisch ist. Oder sehr weit hochbegabt. Oder beides. Ungetestet.
Zu dieser hatte meine Tochter auch gleich einen "Draht", und wenn man sie zusammen sieht, könnte man sogar denken, sie sind Geschwister, denn sie sind sich sogar optisch ähnlich. Ansonsten wirken sie auch ähnlich ernsthaft und verschlossen.
Allerdings haben sie aktuell kaum noch miteinander zu tun, da sie 4 Jahre älter ist und inzwischen voll in der Pubertät, so das wir sie kaum noch zu Gesicht bekommen. (Sie führt ihr eigenes Leben)
Diese Freundin von mir (definitv auch weit "drüber", sehr vielseitig interessiert und begabt) ist gegen alle Tests und möchte auch keine Autismusdiagnostik. Ihr wurde im Kleinkindalter des Kindes mal gesagt, ihre Tochter sei autistisch und sie solle das klären lassen.
Hat sie verweigert.
Sie sagt, das sind für sie alles Spielarten der Normalität und sie möchte nicht, dass da irgendwas diagnostiziert wird. Wichtig wäre nur, dass man im Leben zurechtkommt und ihrer Meinung nach könne man das lernen ganz ohne Diagnosen und Tests.