Re: eingreifen oder laufen lassen?
Verfasst: Mi 25. Sep 2019, 08:25
Es gibt da offensichtlich auch himmelweite Unterschiede zu "Ostdeutschland" und "Westdeutschland". Hier bei uns gibt es Schlafpflicht nicht. Das ist auch wirklich lächerlich. Ich kann niemanden zum schlafen "zwingen". Zum Glück hat man das hier in der Region schon länger erkannt. Im alten Kindergarten gab es eine "Mittagsruhe, was aber lediglich bedeutete, dass man leise spielt, was vorgelesen bekommt, oder sich ausruht oder gar schläft (wenn man es braucht). Im neuen Kindergarten gibt es zwei Schlafräume für die Kleinen (o-3). Meine Kinder haben alle schon recht früh den Mittagsschlaf als unnötig empfunden und sie musste nie schlafen. Zum Glück! Sonst hätte ich sie abends vor 22 Uhr auch nicht ins Bett bekommenRabaukenmama hat geschrieben:@Schlafpflicht im Kindergarten: Hier sehe ich riesige Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich. Wie es z.B. in Tirol aussieht, weiß ich nicht, aber in Wien wären sofort etliche Eltern auf den Barrikaden, würde man ihre Kinder im Kindergarten zum schlafen zwingen. Ich kenne keinen einzigen Wiener Kindergarten mit Schlafpflicht und auch die Kindergärten, die ich in Niederösterreich kenne, haben sowohl Schlaf- als auch Wachgruppen. Das schlimmste, was sich einige wenige Wiener Kindergärten "erlauben" ist, die Schlaf- und Wachgruppen nach dem Alter einzuteilen. Also dass z.B. alle Kinder bis zum 3. Geburtstag in der Schlafgruppe sein "müssen" (wobei ich keinen Fall kenne, wo sich da jemand beschwert hat, weil die meisten Kinder in dem Alter ohnehin noch einen Mittagsschlaf brauchen).
Als mein älterer Sohn mit 2,3 Jahren in seinen Kindergarten kam hat es ihm dort so gut gefallen, dass er partout nicht schlafen wollte. Seine Aussage dazu: "Im Kindergarten bin ich, um zu spielen, nicht um zu schlafen!" Also hat er die ersten 3 Monate keinen Mittagsschlaf gehalten und ist dafür auf dem Heimweg im Buggy "weggekippt" und hat dann mindestens 2 Stunden geschlafen, was natürlich für den Nachtschlaf nicht gerade förderlich war (es war die Phase, wo wir täglich einschlaffahren mussten). Mit 2 1/2 Jahren war er so weit im Kindergarten eingewöhnt, dass er doch bereit war, dort zu schlafen, abends aber trotzdem nicht einschlafen konnte. Und wieder 3 Monate später haben wir den Tagschlaf dann ersatzlos gestrichen und mein Sohn war ab da immer in der Wachgruppe. Ein Mädchen in seinem Kindergarten brauchte hingegen bis zum Schuleintritt 2 Stunden fixen Mittagsschlaf und das war auch kein Problem. Er wurde immer auf die Bedürfnisse der Kinder geschaut.
Beim jüngeren Sohn (I-Kindergarten für gehörlose und hörende Kinder) gab es ebenfalls Schlaf- und Wachgruppen. Der Großteil der Kinder war in der Wachgruppe, geschlafen haben dort hauptsächlich die "Kleinen"; also Kinder unter 3 Jahren. Einmal meinte eine neue Erzieherin in der Mittagszeit zu den Kindern der Wachgruppe "Seid nicht so laut, sonst weckt ihr die Kleinen auf, die daneben schlafen!". Dieser Erzieherin wurde dann im Brustton der Überzeugung von den Kindern erkärt, es wäre egal, wie laut sie sind, weil alle Kinder der Schlafgruppe ohnehin gehörlos sind und man sie daher mit Lärm gar nicht stören kann.
Ich finde echt erschreckend, dass sich die deutschen Eltern, deren Kinder täglich zum schlafen gezwungen werden, nicht wehren. Die Begründung mit Personalmangel ist echt schockierend. Was ist das für eine Gesellschaft? Die Schwester meiner Oma lebte in Nordrhein-Westfahlen und als ihr hochbetagter Mann ins Pflegeheim kam fuhr sie täglich 200km um ihm Mittag- und Abendessen zu geben, weil sie dort aus Personalmangel angeblich keine Zeit zum füttern hatten. Hallo, geht´s noch? So was schimpft sich Sozialstaat??? Ich finde wir sollten unsere Gesellschaft daran messen, wie mit den Jungen und den Alten umgegangen wird!
Sorry, ist jetzt etwas OT, aber das musste mal raus!