Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update
Verfasst: Sa 19. Sep 2020, 20:27
Ja, das ist es. Und ich verstehe auch nicht so ganz, warum man von JEDEm Menschen, egal ob neurotypisch oder nicht verlangt, dass man sich gleich schnell, gleich problemlos und am besten noch auf die gleiche Art und Weise zurecht findet in einer neuen Situation. Mein Junge ist nunmal ein Kind, dass in neuen Sozialgefügen lange braucht um sich zu orientieren. Vielleicht liegt es tatsächlich an seiner Gesichtsblindheit, vielleicht auch an "mehr". Wenn wir auf den Spielplatz gehen oder ins Schwimmbad, etc. findet er in der Regel sehr schnell Anschluss. Auch auf dem Campingplatz hat er gleich am ersten Tag einen Jungen kennen gelernt und die beiden haben zsuammen gehalten wie Pech und Schwefel und waren unzertrennlichIch fühle mit dir mit, und ich hätte hier auch Kandidaten für den Einzelunterricht. Ich habe das bei dem Älteren gemacht und es war auch der Grund warum unsere Reise zu Ende war. Auch Homeschooling hat Schattenseiten und die liegen nicht an den fehlenden Spielkameraden. Ich glaube dir gerne, dass dein Sohn sozial überfordert ist. Mein 13-jähriger, der schon mit 10 alleine durch das Meer gerudert ist, auf unbewohnten Inseln übernachtet hat und in Brasilien alleine Eiskaufen ging, kam zum ersten Mal ins Schwimmbad und kam nicht mit den Umkleiden zurecht. In der falschen Kabine Sachen abgelegt, dann wurden sie ihm von der Aufsichtskraft weggetragen, er fand sie nach dem Schwimmen nicht wieder und traute sich nicht zu fragen. Ich musste ihn suchen und die Frage klären. Unser Leben, auch wenn wir es nicht merken, ist unglaublich komplex.
Ich weiß nicht, wie das bei eucfh grade zu Coronazeiten so ist. Aber ich kann hier die Eltern auf dem Schulhof nicht wirklich abgrenzen von den Eltern von Kindern aus anderen Klassen. Wir als Eltern sollen das Schulgelände eigentlich nicht betreten. 'Wenn dann tümmeln sich die Eltern eher am Rand. Aber eben nicht nach Klassen sortiertDein Sohn kapselt sich ab. Als alle erstes würde ich Unsicherheit vermuten und die Angst abgelehnt zu werden. Es könnte sein, dass es in einer vertrauten Umgebung anders aussieht. Ich habe auch keine Klassenliste. Ich bringe den Kleinen zur Schule, da sehe ich einige Eltern. Ich hole ihn ab, da sehe ich wiederum wieder welche, nicht unbedingt die gleichen. Ich gehe zu dem Schulspielplatz, und dort kommen die Eltern vorbei die im Hort ihre Kinder am Nachmittag abholen. Ich habe keine Hemmug zu fragen, ob Oscar oder Peter nächste Woche uns besuchen möchten. Der Sohn steht daneben und erzählt den Eltern, dass Oscar und Peter bei uns gleich nach der Schule auch essen könnten, damit sie mehr Zeit zum spielen hätten. Ich renne keinem hinterher, manche Kinder befinden sich in einer ähnlichen Lage und hätten auch gerne jemanden.
Von außen betrachtet klingt das sicherlich alles nicht so dramatisch. Dramatisch ist, wie er sich selbst grade fühlt. Er ist kein Kind, dass Unwohlsein überschnell artikuliert, eher viel zu spät oder garnicht. Das betrifft auch körperliche Dinge. Er ist kein "Jammerlappen", er ist ein sehr toughes, tapferes Kerlchen, der eigentlich nicht so schnell unterzukriegen ist. Daher bin ich so beunruhigt. Aber es kann auch einfach sein, dass es schlicth etwas gebracht hat, ihn zu bitten, rechtzeitig Bescheid zu geben, wenn er irgendwie Probleme hat, da dies in Vergangenheit öfter der Fall war, dass er garnicht oder sehr spät erst mitgeteilt hat, wenn er "Stress" mit anderen Kindern hatte. Alles andere hat er immer erzählt, aber den bief mit den anderen Kindern nicht. Ich habe auch Hoffnung. Aber sein Gemützustand ist eben einfach grade besorgniserregend. Wir werden sehen wie die nächste Woche läuft und uns dann Woche für Woche weiterarbeiten. Mehr kann man da im Moment nicht sagen.Ich glaube auch, dass dein Sohn irgendwas kompensiert und diese Kompensation durch den Stress zusammenbricht. Es kann auch sein, dass die Prozesse des Älterwerdens dabei eine zusätzliche Rolle spielen, und er schon Testosteronschübe bekommt, die ihn zusätzlich unruhig machen und unter anderem den Bewegungsdrang steigern. Auch wenn dich die Gesichte emotional sehr mitnimmt, sehe ich noch nichts dramatisches. Ihr scheint Glück mit einer Lehrerin zu haben, die zuhören kann. Das ist sehr selten. Auch wenn die Entwicklung nicht optimal ist, gibt es noch die Hoffnung, dass mit der Eingewöhnung die Lage sich ein wenig entspannt und dein Sohn seinen Platz in der Klassengemeinschaft findet.
Das kann gut sein. Er ist da oft sehr selbstkritisch, aber hat gleichzeitig keine Lust daran aktiv zu arbeiten. Ich habe ihn in den Sommerferien jedes Mal über den grünen Klee gelobt, wenn er überhaupt was geschrieben hat
Die Ablehnung der schriftlichen Arbeiten kann auch daran liegen, dass deinem Sohn seine Schreibdefizite bewusst sind. Er kann Angst haben den Anforderungen nicht zu genügen, daher lieber gar nicht anfangen und Desinteresse vortäuschen. Die allgemEs eine Leistung passt, und somit habt ihr ein Verhandlungsbasis.