Momo hat geschrieben:"Lernen muss so schön sein, dass Kinder weinen, wenn sie Ferien haben. Und Kindheit muss so schön sein, dass man ein Leben lang davon zehrt".
Zitat von Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie

Dann ist mein Sohn wohl doch im richtigen Kindergarten, denn er mault seit Tagen rum, weil er nicht hin kann. Mal sehen wie es später ist, wenn er zur Schule kommt.
Mir selbst ging es, zumindest so ab 14 Jahren, eher so, daß ich froh war, wenn die Schule vorbei war, weil ich mich dann mit dem beschäftigen konnte, was ich wollte. Aber wirklich gesund war das nicht. Vor allem frage ich mich, was wohl aus mir geworden wäre, wenn ich selbst hätte entscheiden können, mit welchen Fächern ich mich beschäftige. Da wären wohl nur Kunst, Musik, vielleicht Sport und Deutsch bei rausgekommen (oder es hätte einige Neuerfindungen an Fächern geben müssen). Und die Fächer wären auch nur dann interessant gewesen, wenn tatsächlich praktisch gearbeitet worden wäre. Denn Kunstgeschichte und Notenlehre - nee, daß ist ja schon wieder langweilig (oder zumindest langweilig unterrichtet worden). So ging es mir damals (während das die ersten 4 Schuljahre noch nicht so war). Zum Glück hat sich das später gewandelt. Und ich denke, daß hing weniger mit der Schulform zusammen, sondern eher mit Problemen zu Hause?!
Spaß und Lernen finde ich auch, kann man trennen, bzw. darf es solche und solche Phasen geben. Ich lese dann und wann immer mal in einem Buch, wo es darum geht, daß es für die Kinder kontraproduktiv ist, wenn zu viele Bilder in den Schulbüchern sind. Weil sie ganz einfach ablenken. Auch heißt es dort, daß es wenig sinnvoll ist, den Kindern die Buchstaben in Kombination mit einem Bild bei zu bringen. Also bei A ist dann ein Auto daneben, bei H ein Haus. Weil die Kinder das dann verknüpfen und über den Umweg (H wie Haus) erst zum Buchstaben kommen. Ebenso wenig wird dort empfohlen, die Kinder nach Gehör schreiben lernen zu lassen. Weil sich die Fehler dann automatisieren, und später mühsam wieder umgelernt werden müssen. (was einmal im Hirn verankert ist...). Die Lernmethoden sollten nicht zu oft/schnell wechseln (einmal fassen wir den Buchstaben aus Holz an und tasten ihn ab, dann wird er geschrieben, dann wird sich wieder anders mit ihm beschäftigt... - so sollte es möglichst nicht sein). Usw. Finde ich interessant den Ansatz und eigentlich auch ganz logisch. Und wenn das Wissen auf diese Weise im Hirn gespeichert wird und abgerufen werden kann, ist Lernen an sich wahrscheinlich auch nicht anstrengend. Also es braucht dann nicht zwingend alles als Spiel verpackt sein, damit sich ein Kind überhaupt damit beschäftigen mag.
Davon mal abgesehen, wollen die Kinder denn alles auf spielerische Weise lernen? Klar, es sind Kinder, die spielen nun mal, aber ich glaube mein Sohn wäre zutiefst enttäuscht, wenn er in der Schule bunte Zahlen mit Gesichtern vorgesetzt bekommt, weil das lustiger aussieht. Ihn würde es womöglich mehr beeindrucken, ein richtiges Schreibheft zu bekommen, ganz schlicht und klar, nur mit Linien (bzw. Karos), und dort dann seine Übungen zu machen. Weil es eine ganz andere Erfahrung ist. Den "Kinderkram" kennt er ja nun aus dem Kindergarten, Schule bedeutet für ihn etwas anderes (denke ich). Und dennoch sind auch Spiele noch wichtig. Aber diese abgelöste Konzentration auf etwas, finde ich auch wichtig. Und sehe es wie Koschka, daß ein Kind von 6, 7 Jahren dazu in der Lage ist.
Den Wechsel zwischen still sitzen und sich bewegen finde ich schwierig für einen Lehrer zu meistern. Ich denke, da braucht man ein ganz feines Gespür für die Klasse, was wann sinnvoll ist. Denn ich kann mir auch vorstellen, daß es manche Kinder irritiert, plötzlich rumrennen oder springen zu können, und danach wieder runterfahren zu sollen. Vermutlich kann man das über bestimmte Übungen oder Abläufe aber ganz gut regeln?? Oder kommt der Bewegungsteil erst am Ende einer Stunde? Können die Lehrer das frei entscheiden?
Also bei uns gab es damals auch schon sogenannte "Zappelheinis" oder den Klassenclown. Ein Schüler war ganz arg betroffen, ein anderer nicht ganz so ausgeprägt. Ob das heute unter ADHS fallen würde?