sinus hat geschrieben:
@Meine3: Das Problem ist, dass meine Tochter viele Begabungen und Neigungen hat, so dass einfach nicht erkennbar war und ist, wo sie am besten aufgehobenen sein würde.
Anscheinend ist das ein nicht so seltenes Phänomen hochbegabter Mädchen.
Das einzige, was sich von den ersten Lebensjahren an durchzog, sind ihr Interesse am Malen und Interesse für Tiere und Natur.
....
Nun sage mir, Meine3, welche Schule die Richtige ist ihren Neigungen nach?
Es gibt sie vielleicht nicht. Womöglich wäre ein 0-8-15 Gymnasium am besten gewesen, was keine/wenig Spezialisierung macht.
Das am Ort wäre so eines gewesen, kam aber aus diversen Gründen nicht in Tage.
(wir kennen da bspw viele, die die Schule wieder verlassen haben, weil das Miteinander und vor allem auch die Schüler-Lehrer-Beziehungen nicht gut sind. Es ist so bisschen ein Gymnasium, wie Alibaba es mal sehr krass beschrieb)
UND:
Ees kommt ja auch nicht nur auf Neigungen und Begabungen an, sondern auch auf die passenden Peergroup, das soziale Miteinander.
Und auf die Arbeitsweise. (Zielstrebig/ehrgeizig, mit Lust am Lernen & Leisten oder eher kreativ-chaotisch, freiheitsliebend bspw)
Im Großen und Ganzen finde ich die Schule, wo sie jetzt ist eigentlich immernoch ziemlich passend, die Peergroup scheint zu passen, das Miteinander Lehrer-Schüler scheint mir überdurchschnittlich gut bzw enger als üblich. (Schon wegen der kleinere Klassengröße.)
Wenn sie nicht das Matheproblem in der aktuellen Ausprägung hätte, hätte ich gar keine solchen Zweifel.
Ende des Monats haben wir ja jetzt auch erstmal einen Termin bei einer Schulpsychologin. Ich hoffe, sie hat die Erfahrung, um uns da die richtigen Impulse zu geben.
Sowohl was das Kind und seine "Spezialitäten" betrifft, als auch passende Schulen.
Hallo liebe Sinus,
ich wollte dir nicht an den Karren fahren, deine damalige Entscheidung anzweifeln. Ich denke, das hast du, obwohl ich das auch schon in dem 1. Beitrag betonte, in den falschen Hals bekommen. Dass du diese, zusammen mit deiner Tochter, die ja auf diese Schule WOLLTE, getroffen hast, ist nachvollziehbar. Auch, dass du jetzt nicht hopplahopp alle Zelte abbrichst, ist sinnig. Das habe ich auch die ganze Zeit gesagt. Darüber NACHDENKEN, die Schule zu wechseln, WENN es sich nicht bessert, finde ich hingegen schon sehr sinnig.
Ich gehe da nur von MIR aus. Bei sehr vielem was du erzählst über deine Tochter, erkenne ich mich wieder als Kind. Ich war in sozialen Bereichen nicht so "extrem" in viele Richtungen, aber was die Neigungen und Interessen angeht, sind wir uns wohl SEHR ähnlich. Auch meine große Leidenschaft war immer das malen und die Natur. Ich habe gemalt, BEVOR ich gesprochen habe! Ich habe mit 8 oder 9 einen Umweltclub gegründet und Flugblätter selbst entworfen und in der Nachbarschaft verteilt in Sachen Recycling und co. Ich hatte intensive Beziehungen zu meiner Katze und anderen Katzen in der NAchbarschaft und habe sie als meine Freunde betrachtet. Allgemein Tiere waren mir immer ein großes Anliegen. Ich war recht jungenhaft und die meisten meiner Freunde bis zur 5. Klasse waren Jungs. Auch ich habe immer schon ein großes technisches Interesse gehabt: Fischertechnik habe ich geliebt. PC gabs keinen bei uns zu Hause damals. Aber eine elektrische Schreibmaschine, die ich recht früh intensiv genutzt habe. Und als ich auszog und mir einen PC besorgte, habe ich mich da auch erst einmal richtig reingewühlt (Programme, Spiele, etc.) und ich habe ihn selbst zusammengebaut (mit 18). Auch ging ich mit Anfang 20 in die Internetbranche, arbeitet mich innerhalb von wenigen Wochen so gut ein, dass ich in eine Sonderabteilung kam, wo nur die kniffligen Fälle bearbeitet wurden. Und das, obwohl ich vorher den Unterschied zwischen Email und Internetadresse nicht wusste

. Dort habe ich auch ein wenig programmieren gelernt (HTML), das hat sonst aus meiner Abteilung niemand gemacht. Mir hat es aber Spaß gemacht, auch in die anderen Bereiche des Unternehmens zu schnuppern. Ich hatte Bio als Kernkompetenzfach und durchgehend sehr gute Noten von Klasse 5 bis 13 (egal ob Realschule oder Gymnasium), Chemie war in der Realschule die total Katastrophe (lehrerabhängig) und Physik mochte ich, war aber nie besonders gut drin bis zur Oberstufe. Da wendete sich das Blatt. Physik und Chemie habe ich mit jeweils einer 1 abgewählt.
Aber die Mathe-Blockade blieb. Nur weil man Bio mag, heißt das nicht, dass man Mathe auch mögen muss. Es hat an dieser Schule aber nunmal einen großen Stellenwert. Dies wird deine Tochter zusätlzich emotional belasten (das Wissen darum)...
Meine große Leidenschaft, dass was mich erfüllt, ausmacht, worüber ich mich am besten ausdrücken und total versinken kann war immer die gestalterische Kunst, neben all den anderen Dingen, die ich auch interessant fand

. Auch ich bin in diesem Bereich sehr "anfällig" für Kritik, was dazu geführt hat, dass ich es nicht studiert habe. Aber was hätte ich drum gegeben auf ein "kunstlastiges" Gymnasium gehen zu dürfen

... wie gesagt, ich gehe da von mir aus. Erzähle von meinen Erfahrungen und sehe einfach viele Parallelen zwischen dem Neigungsprofil deiner Tochter und dem meinen.
Ich höre immer wieder von dir, dass sie Mathe nie sonderlich mochte (seit Schulbeginn), früh Probleme in Bereichen bekam, die sie eigentlich können "müsste", sie Dinge wieder verlernt hat, sie Blockaden aufgebaut hat, etc. Ja, das stimmt alles. Es hat nachgewiesen nichts mit ihren kognitiven Fähigkeiten zu tun. Das hast du schwarz auf weiß.
Mathe (Schulmathe) scheint ihr schlicht und ergreifen einfach nicht zu liegen. Das KANN sich ändern, wenn der Teil, in dem kopfrechnen so einen großen Stellenwert hat, vorbei ist. Fakt ist aber, dass sie, wenn die Grundlagen nicht sitzen, sie auch Schwierigkeiten mit dem späteren Stoff haben wird.
Es wundert mich einfach nicht sonderlich, dass ihr das (jetzt schon) Schwierigkeiten bereitet. Hätte sie nun eine tolle Lehrerin, die sie emotional anspricht, so könnte sie ihre Matheblockade eventuell lösen, aber mit dem Lehrer, von dem sie sich nicht ernst genommen und "ausgelacht" fühlt, vor dem sie Angst hat? Sorry, das sehe ich einfach nicht. Ich hatte übrigens auch Prüfungsangst, aber NUR und ausschließlich in mündlichen Prüfungen. So passierte es auch mir sehr häufig, dass ich, wenn ich mich unter Druck gesetzt fühlte im Unterricht, "versagte", obwohl ich es konnte. Auch ich hatte "Angst" vor meinem Mathelehrer. Das geht soweit, dass ich auf die dümmste Scherzfrage falsch antworte, wenn mich mehrere Leute gespannt anschauen, was ich jetzt wohl antworten werde...
Ich kritisiere weder deine Vorgehensweise noch dein Denken. Ich denke lediglich, dass es letztendlich darauf ankommt, was diene Tochter glücklich macht. Und Mathe ist das nicht.
Aber es ist DEIN Kind, wir können nur auf das reagieren, was wir hier von dir erzählt bekommen und das habe ich getan.