Momo hat geschrieben:Rabukenmama hat geschrieben:
Bei Verallgemeinerungen dagegen ("Man sollte das soundso machen..." oder "richtig wäre...") spüre ich instinktiv Widerstand. Der verstärkt sich noch, wenn sich dann herausstellt, das die betreffende Person das Problem gar nicht aus eigener Erfahrung kennt, sondern das, was sie irgendwo gelesen hat, gemischt mit der eigenen Interpretation, auf meine Situation umlegt und mir daraus (gut gemeinte) Lösungsvorschläge basteln will. Am meisten stören mich Lösungsvorschläge bei Dingen, in denen ICH gar keine Probleme sehe.
Wen meinst Du damit genau und welche Probleme wurden beschrieben? Oder meintest Du dies nur allgemein auf Deine Umwelt bezogen?
Momo
Gemeint habe ich es allgemein und es kommt mir im echten Leben genauso unter wie in diversen Foren (auch hier). Vielleicht stört es mich aber so, weil ich selbst völlig anders "ticke".
Ich würde z.B. zum Thema "Warum hat mein Kind kein Interesse an Büchern?" nichts schreiben. Meine Kinder interessieren sich beide sehr für Bücher und alles, was ich einer Mutter, die sich Gedanken macht, wie sie ihren Kindern Interesse an Büchern vermitteln kann, weitergeben KÖNNTE, wäre nicht "von mir". Hätte ich selbst ein Kind ohne Bücher-Interesse könnte ich mir vorstellen, meine eigenen Erfahrungen damit zu beschreiben, ebenso wie wenn ich es bereits "geschafft" hätte, kleine Büchermuffel in Bücherwürmchen zu verwandeln.
Ich selbst habe mal in einem anderen Eltern-Kind-Forum die massiven Einschlafprobleme meines Kindes beschrieben und ausdrücklich gefragt, ob jemand etwas weiss, was ich noch ausprobieren könnte um die Situation zu verbessern. Ich war damals gerade wieder schwanger und mein Mann musste täglich stundenlang einschlaf-fahren damit wir mit Müh und Not gegen 22h30 ein schlafendes Kind hatten. Ich beschrieb ausserdem in meinem Beitrag, was ich alles schon versucht hatte (Einschlafritual, Schlafprotokoll, Mittagsschlaf streichen/kürzen, verschieben, Kind auspowern, Kind vor neuen Eindrücken schützen, homöopathische Globuli).
Ich bekam einige brauchbare Tipps von Eltern, die das Problem kannte. Aber noch viel mehr bekam ich von Eltern zu hören, deren Kinder jeden Tag pünktlich um 19h30 ins Bett fielen und die ganze Nacht durchschliefen. Viele hatten ausserdem meinen Eingangsbeitrag nicht richtig gelesen, sonst wäre nicht so oft der Tipp gekommen, es doch einmal mit einem Einschlafritual zu versuchen. Wegen der homöopathischen Bachblüten-Beruhigungsglubuli (speziell für Kinder) kam von mehreren Seiten der Vorwurf, ich würde mein Kind medikamentensüchtig machen und so was sei absolut unzulässig.
Die Krönung waren aber zwei Userinnen. Eine meinte allen Ernstes, sie würde ihrem Kind jeden Abend ein Lied vorsingen und dabei schlafe es immer ein. Warum ich das denn nicht so mache? Die zweite gab zu bedenken, dass es "absolut abnormal" ist, dass ein Kleinkind nicht einschlafen will und jedes gesunde Kind in diesem Alter spätestens um 21h schlafend im Bett zu liegen hat.
Ich habe mich bewusst gegen Sarkasmus entschieden, aber bei diesen Antworten wäre mir sehr viel in dieser Richtung eingefallen.
Am meisten geholfen hat mir übrigens die Aussage einer Mutter, die dasselbe Problem mit ihrem mittlerweile 8jährigen Sohn immer noch hatte: "Ja, es ist anstrengend und diejenigen, deren Kinder das Problem nicht haben, werden Dich nie verstehen. Aber man gewöhnt sich daran und mit der Zeit wird es zumindest BESSER".
Ich hoffe, mit diesem Beispiel verdeutlicht zu haben, was ich in dem von dir zitierten Beitrag meine (sorry für OT)