Ich hatte das glaub ich eh schonmal irgendwo geschrieben.
Ich kann ihre Werte aber gern hier noch mal aufschreiben. Ist ja eh nur eine"Momentaufnahme"...
Tendenziell denke ich, dass der Wert für die visuelle Verarbeitung schlechter ist, als er sein müsste.
(Kind selbst sagte dazu: "Da war ich so müde, als ich das machen sollte...")
Und vielleicht hätte sie auch etwas schneller sein können, wenn sie bei der Aufgabe nicht so gründlich gewesen wäre. Das meinte auch die Psychologin.
Ansonsten halte ich das Ergebnis, wenn ich sie mit der Schwester, die insgesamt knapp über der 130 gelandet ist, für relativ realistisch.
SV, Sprachverständnis 126 (PR 96)
VRV, Visuell-räumliche Verarbeitung 109 (PR 73)
FS, Fluides Schlussfolgern 130 (PR 98)
AGD, Arbeitsgedächtnis 116 (PR 86)
VG, Verarbeitungsgeschwindigkeit 112 (PR 79)
Insgesamt kommt da 121 raus.
Die Schwester hatte insgesamt 132, vor allem wohl durch ihren höchsten Wert bei der FS, der bei 140 lag. Bei SV hatte sie fast dasselbe wie die Kleine (127), bei VRV 119, bei VG war sie genauso "langsam", wie die Kleine, dafür hatte sie beim Gedächtnis einen viel höheren Wert von 127 und das deckt sich mit meiner Beobachtung - sie erinnert unglaublich viel, detailliert und lange. Das ist bei der Kleinen nicht ganz so.
Was mich freut ist, dass beim Sprachverständnis, das ja im Zusammenhang mit einer anregungsreichen Umwelt gesehen wird, der Wert fast gleich ist, weil ich immer das Gefühl hatte, dass die Große da mehr "Zuwendung" in dem Bereich bekommen hat. Also viel mehr 1:1 Gespräche mit mir hatte, noch ausdauernder vorgelesen bekommen hat etc. Sie sprach ja auch früher/schneller als die Kleine und ich hatte gedacht, dass die Kleine da vielleicht etwas schlechter abschneidet, als die Große.
Was bei der Großen mir immer noch auffiel war, dass sie sehr früh sehr komplexe Geschichten erfunden hat und philosophischere Fragen gestellt hat. Das kenne ich von der Kleinen nicht so.
Also insgesamt kommt mir die Kleine mitunter "normaler" vor, als die Große, aber auf jeden Fall wirkt sie unheimlich reif und vernünftig für ihr Alter, ist sehr ausgeglichen und sozialkompetent und hat eine Geduld, Ausdauer und Frustrationstoleranz, von der die Große weit entfernt ist und die sie womöglich auch nie erreichen wird.
Und vor allem kann sie über sich selbst und kleine Missgeschicke lachen. Das kann die Große gar nicht, sie nimmt fast alles immer gleich sehr persönlich, die Kleine kann dagegen Sachen recht gut "an sich abprallen" lassen.
Alles in allem denke ich, dass die Kleine es im Leben sehr viel leichter haben wird... Und ich hoffe und glaube momentan auch, dass sich das auch in der Grundschulzeit schon bemerkbar machen wird.

Die Kleine ist mir übrigens charakterlich ähnlicher, als die Große. (vielleicht kommt sie mir auch darum "normaler" vor) Bei ihr komme ich jedenfalls mit meinem Bauchgefühl sehr weit, bei der Großen gerate ich mitunter an Grenzen und reagiere scheinbar oft genau falsch. (So dass sie sich z.B. nicht ernst genommen oder gar ausgelacht fühlt, wo ich nur versuche, eine Situation zu entspannen)
Dafür kann ich manchmal förmlich die Gedanken der Großen lesen, was diese nicht immer so lustig findet
Oft denken und sagen wir sogar im gleichen Moment dasselbe.
PS: Uhr kann meine Kleine - 5 Jahre und 2 Monate jetzt alt - die vollen und die halben Stunden richtig sagen. Mehr hab ich ihr noch nicht gezeigt, mehr wollte sie auch nicht wissen. Da hab ich aber schon gestaunt, dass sie das so schnell begriffen hat, dass wenn bspw der große Zeiger nach "um drei" bis nach unten weitergewandert ist, es dann "halb vier" ist.
Einzelne Worte kann sie lesen, aber noch nicht alle Buchstaben. Also auch nicht alle Großbuchstaben. Sagt man ihr aber, wie die einzelnen Buchstaben/Laute heißen, liest sie dann auch das entsprechende Wort richtig.
Zählen kann sie zwar theoretisch fast bis 100, aber zwischendrin vergisst sie halt immermal was. Aber das Prinzip, dass sich alles wiederholt, hat sie kapiert.
Zählen und Rechnen ist glaub vor allem Übungssache, die Uhr verstehen dann eher nicht mehr.
Bezeichnend für hohe Intelligenz ist glaube ich vor allem, wie schnell Zusammenhänge wahrgenommen und verstanden werden. Eben das "logische Schlussfolgern".
An welcher Stelle sich das dann zeigt, ist sicher ganz verschieden.
Die Große konnte zur Einschulung mit 6dreiviertel (also über eineinhalb Jahre älter, als die Kleine jetzt) z.B. nicht besonders weit zählen (bis 20 glaub ich höchstens, sie erkannte auch noch nichtmal die Zahlen über 10) und auch nur einzelne Worte lesen. Etwa auf dem Niveau wie die Kleine jetzt. Also sie kannte die Buchstaben auch nicht.
Auch die Uhr hat sie erst in der Schule gelernt. Ich hatte es probiert, ihr zu erklären, aber so richtig funktioniert hatte das nicht.
Dafür konnte sie uns mit 4 sagen, wie viele Fischstäbchen wir brauchen, wenn 5 Leute zum essen da sind und jeder 3 bekommt. Das kann die Kleine aktuell auch, rechnet das aber nicht im Kopf, sondern zählt mit den Fingern.
Die Große kennt und kannte schon damals von allen möglichen Pflanzen und Blumen und Kräutern im Garten die Bezeichnung. Sowas merkt sich die Kleine nicht so.
(Wobei die Große schon von Babyalter an ein besonders großes Interesse an Pflanzen und Tieren hatte)
Die Große hat auch eine bessere Beobachtungsgabe, vor allem was Dinge in der Natur betrifft.
Die Kleine kapiert Regeln von Brett- und Kartenspielen sehr schnell, finde ich. Das ist mir bei ihr noch aufgefallen.
(Da kann ich die Mädels nicht vergleichen, denn die Große hat sich bin ins Grundschulalter hinein solchen Spielen komplett verweigert, weil sie Angst vorm Verlieren hatte.

)
Die Große malte aber sehr viel besser als die Kleine und erfand eben gern Geschichten. (Die Kleine malt aber auch einfach sehr viel weniger, als die Große. Sie hat ja auch die Schwester als Spielgefährtin, wo die Große sich eher allein beschäftigen musste.)
Das "Umgebungsbewusstsein" fällt mir im Vergleich mit Altersgenossen immer noch auf. Also die Mädchen wussten z.B. beide sehr früh schon, welcher Tag ist und was an dem Tag los ist, wann das Wochenende kommt etc.
Sei denken auch unglaublich gut mit, die Große hat mich im Kigaalter bei drohendem Gewitter immer erinnert, die Stecker zu ziehen und wenn wir irgendwohin zu Besuch wollten, gemahnt, für sie die Hausschuhe einzupacken.
Die Kleine hatte ich grad neulich früh am Morgen gebeten, die überzähligen Ersatzsachen aus dem Kindergarten mit heim zu nehmen. Ich hatte gar nicht recht geglaubt, dass sie da tatsächlich dran denkt, aber am Abend waren die Sachen zu Hause. (Die Großeltern hatten das Kind abgeholt, darum konnte ich sie nicht selbst noch mal erinnern und den Großeltern hatte ich nichts dazu gesagt)
Auch haben mich beide Kinder im Kigaalter immer gut informiert, wenn was besonderes ansteht - bestimmte Sache mitgenommen werden sollten, Feste anstanden, Ausflüge...
Sie haben/hatten sowas meist besser im Kopf, als ich.
Und beide konnten sehr früh schon sehr vorausschauend denken und potentielle Gefahren sehen. Darum sind sie auch beide nicht die "mutigsten", wenn man sie mit anderen Kindern vergleicht. Sie dachten und denken da halt schon immer sehr viel weiter, als andere und riskieren lieber nicht so viel.
Das ist seeehr angenehm für mich als Mutter, denn dadurch sind sie schon immer sehr zuverlässig und vernünftig und verständig.
Ich hab da schon oft gedacht, dass ich mit "normalen" Kindern, was das betrifft, sicher total überfordert wäre...
(Den Mädels erkläre ich, wo eine Gefahr lauert oder was ich warum von Ihnen erwarte und sie richten sich danach...

)
Kurz zusammenfassend nochmal deutlichst gesagt - kluge Kinder sind, bei allen vielleicht zusätzlichen Herausforderungen, insgesamt einfach toll!!!
Was die "typischen" Fähigkeiten betrifft, die in der ersten Klasse verlangt sind, konnte die Große zur Einschulung (also mit 6dreiviertel) jedenfalls auf keinen Fall mehr, als die Kleine jetzt (also mit gerade erst 5). Ich würde sogar sagen, dass die Kleine da etwas mehr kann. (Viele zweistellige Zahlen lesen, weiter zählen, das mit der Uhr)
Das war auch der Grund, warum ich überhaupt an eine frühere Einschulung gedacht hatte. Ich dachte, wenn schon die Große sich so gelangweilt hat und die Kleine JETZT schon mehr an "Vor-/Grundschulfähigkeiten" hat, als die Große zur regulären Einschulung...
