UPDATE
Ich war gestern bei der KJP am Ort. Es scheint gut zu passen. Sie ist mir sehr sympathisch gewesen und so war es leicht für mich, auch ganz frei und ungehemmt zu berichten. Sie hat Humor, ist auf der Seite des Kindes, hat gut verstanden was ich meine (sowohl mit dem Verhalten des Lehrkörpers als auch, wenn ich von meinem Sohn erzählte), hat aber den Begabungsdiagnostiker, bei dem wir waren, vorsichtig und möglichst neutral kritisiert. Sie sagt, dass er gern auch mal die Tests ein wenig höher ausstellt und dass dies tatsächlich auch schädlich sein könne, wenn das Kind eben nicht die hohe Intelligenz aufweist, die der Test attestiert. Er habe einen zweifelhaften Ruf in Fachkreisen und dass er sich eben garnicht mit ADHS oder ASS auskenne (was ich nach meinen Erfahrungen bestätigen kann). Dass das Ergebnis meines Sohnes, nach meinen Erzählungen wohl dennoch passt (insbesondere aufgrund der Schulleistungen und kindlichen Entwicklung), aber dass sie schon deutliche Anzeichen für eine Konzentrationsschwäche sieht und woher die käme, würden wir jetzt herausfinden. Eventuell testet sie nach, hat aber gemeint, dass das nicht unbedingt nötig sei, wenn sie den Eindruck gewinnt, dass der Test der Realität entspricht.
Beim nächsten Termin schließen wir die Anamnese ab, und dann nehme ich Sohnemann mit. Dieser freut sich schon richtig. Ich habe ihm gesagt, dass er da mal so sein darf (und sich nicht die ganze Zeit zusammenreißen muss wie in der Schule), wie er will

. Ich will ja nichts beschönigen und sie soll ein möglichst realistisches Bild von ihm bekommen.
Sohnemann geht es wieder schlechter in der Schule. Es ist wie eine Welle. Es geht schlecht, dann geht es ein bißchen besser, dann kommt die nächste Welle, die dann aber heftiger ist als die vorherige. Vor lauter Regeln einhalten, sich zusammenreißen, allen Anforderungen genügen, fällt ihm nun auch der Stoff schwerer sagt er, zumindest in der Schule. Bei den Hausaufgaben muss ich derzeit nicht mehr daneben sitzen oder helfen. Er erledigt sie weitestgehend fehlerfrei und auch ohne große (!) Proteste. Ledliglich wenn er in Deutsch viel schreiben muss, kann es gegen Ende dann zäh werden, aber das verstehe ich gut. Er hat einfach noch sehr viel Mühe mit dem schreiben.
Also immer klarer werdende Tendenz nach Sprung zurück. Ich werde das durchboxen im Zweifelsfall. Der einzige Vorteil, den der Sprung hatte, schmilzt dahin, wenn das Kind dauerhaft unglücklich ist und sich nicht angenommen fühlt.
Er wurde beispielsweise vorgestern mit dem Fuß ins Gesicht getreten (!!), die Angelenheit konnten die beiden Beteiligten zwar untereinander klären, aber ich kenne ja meinen Sohn. Er ist ja leider unendlich überzeugt von seinem Kodex, dass man nicht petzt und sowas alleine regelt. Ich vermute, dass das schon eher Absicht war von dem anderen Kind. Sohn hat sogar geblutet. Das war für mich so das letzte Tröpfchen, dass das Fass zum überlaufen gebracht hat.
Es ist mir auch egal, ob der Rektor dann denkt, "ich gebe dem Sohn nach". JA, das tue ich. Aus gutem Grund. Mein Sohn leidet. Ich habe ihn noch nie in einer so schlechten mentalen Verfassung gesehen. ER ist zu Hause sofort auf 180 wegen Kleinigkeiten,obwohl er ja sonst mit seinen Geschwistern eher geduldig und liebevoll ist. Davon ist nichts mehr zu sehen. Er lässt unablässig Dampf ab und sagte zu mir gestern:" in mir herrscht Chaos."
Ich habe heute erneut ein Gespräch mit der Lehrerin. Wenn sie auf "stur" stellt (oder der Rektor), werde ich den Sohn bis zum Beginn der Herbstferien krankschreiben lassen. Mir reichts.