Vielen Dank für eure Worte. Also, wo soll ich anfangen? Meine Große, ich nenn sie mal 1, war schon immer anstrengend. Konnte früh sitzen, krabbeln, laufen, sprechen und wollte immer dabei sein. Schlafen war auch nicht ihr Ding, ausser auf meinem Arm. Das endete in massiven Vorwürfen von meinem Exmann, warum ich dem Kind auch ständig alles beibringen würde und es viel zu spät, seiner Meinung nach, ins Bett bringe. Ich war aber diejenige, die tagsüber funktionieren musste mit ihr, daher hatte ich mich entschlossen sie erst um 22 Uhr ins Bett zu bringen, damit ich wenigstens bis 7 Uhr, abgesehen von den nächtlichen Unterbrechungen, Zeit für mich hatte. Nach der Trennung, da war sie gerade 4, dachten ich und die Erzieherinnen zunächst ihr Verhalten wäre auf Trennungsängste zurückzuführen. Aber im Nachhinein konnte man schon erkennen, dass da mehr hinter steckte. Hier mal eine Liste:
- kann sämtliche Gefühle innerhalb kürzester Zeit durchleben
-nimmt keinerlei Hilfe an
-kommt die Wut, wenn etwas nicht nach ihrem im Kopf vorgelegten Plan abläuft (das kann eine Tischordnung, oder fehlender Kartoffelsalat beim Grillen sein, den nie jemand versprochen hat)
-unerlaubter Körperkontakt gipfelte in Schimpftiraden (über den Kopf streicheln, Kleidung konnte nach meinem Berühren nicht mehr angezogen werden)
-Schuhe anziehen musste nach einem bestimmten Ablauf erfolgen, erst Kletties komplett aus den Laschen ziehen, dann einfädeln und gefühlte 30mal zukletten)
-spontane Ausflüge oder Restaurantbesuche endeten schon an der Haustür mit Heulkrämpfen oder wurden vor Ort zum Desaster
-sie steht vorm Schrank und verliert vollkommen den Faden was sie macht, man betet ständig runter, was als nächstes kommt (und ja, wenn ich es nicht tue, vergisst sie unterwäsche und socken), zieht sich aber auch komplett wieder aus, weil sie doch erst die Hose anziehen wollte und dann den Pulli, es aber fälschlicherweise andersherum geschehen ist.
-im Urlaub brauchen wir in paar Tage Wutausbrüche, bevor sie sich wohlfühlt und wieder nett ist
-Pfannkuchenstreifen durften nach dem schneiden nicht durcheinander auf dem Teller liegen, sonst landete er auch schon mal an der Wand in der Kita
-hat sich weinend unter Tischen in der Kita verkrochen und wollte nur noch weg
-man hat das Gefühl, jeden Tag aufs neue anzufangen, was das erzieherische betrifft, obwohl mir wirklich von allen Seiten versichert wird, ich bin sehr konsequent. Immer wieder wird getestet, ob ich das wirklich alles so meine.
-schwimmen und Fahrrad fahren konnte sie körperlich, ihr Kopf hatte nur gedacht, man müsste es perfekt können, erst nachdem ich ihr gesagt habe, dass sie untergehen wird bei den ersten Versuchen und umfallen, ist sie sowohl losgeschwommen als auch losgefahren.
-viele Dinge erfasst sie nur über Logik, sie beschäftigt sich Tage lang damit, was bei einem neuen Ereigniss auf sie zukommt
-mit 3 hat sie Vorschulbögen durchgearbeitet
-mit 3 bis 4 hatten wir sämtliche Dinos studiert und die Römer
-beim Anziehen wurden die Gummis der Schlüppis zerrissen
das sind so die Dinge, die mir jetzt spontan einfallen, ich könnte bestimmt, ein ganzes Buch füllen.
Wie schon erwähnt, sie wurde dann im Zusammenhang mit der Therapie wegen der Trennung getestet, aber die Therapeutin sah da keinen Handlungsbedarf. Sie musste zwar noch etwas unterstützt werden, was die sozial emotionale Ebene betrifft, aber nachdem ging es auch etwas besser. Ich hatte dann mit der Kita eine einheitliche Vorgehensweise abgesprochen, bezüglich klarer Strukturen und konsequenten und bestimmten Anweisungen für 1. Das scheint ihr sehr zu helfen, leider interessiert das den Vater überhaupt nicht, wenn er sie am Wochenende holt, so dass ich alle 2 Wochen wieder sonntags bis montags bei 0 anfange. Aber das ist ein anderes Thema. Sie wurde jetzt erstmal in einer regulären Grundschule eingeschult und scheint sich dort gut einzuleben. Ich müsste da den ersten Elternsprechtag abwarten. Sie geht jetzt zum Ballett, was ihr wahnsinnig zu helfen scheint im Bezug auf Disziplin und innere Ruhe. Und sie malt unwahrscheinlich gut und zum Glück uch momentab gerne. Wir hatten Phsen, da hat sie alles gelangweilt, und Spielzeug ist bei beiden sowieso nur da um umfunktioniert zu werden.
zu meiner 2. Eigentlich der selbe Entwicklunsverlauf, plus dass sie mit 1 1/2 Jahren beschlossen hatte, nicht mehr in die Windel zu machen, auch nachts!! Das heisst bei einem so kleinen Dötz, alle 2 Stunden raus und Pipi machen. Sie ist schon immer aufgefallen, durch ihre tolle Artikulation und dass sie sich wahnsinnig viel merken kann. Ob Liedtexte oder ganze Bilderbücher. Sie wird ständig für mindestens ein bis zwei Jahre älter geschätzt. Sie ist noch nicht mal Vorschulkind und die Leute fragen sie alle, wann es denn endlich für sie losgeht mit der Schule. Sie kann sehr gereizt reagieren, wenn ihre Schwester zu viele Fragen stellt. Sie lässt sich mit nix von einer Meinung abbringen. Beide werfen mit Ironie um sich, das man manchmal Tränen lacht. Sie liebt Fischstäbchen, trauert aber um die armen Fische die wegen ihr sterben mussten. Und momentan geht überhaupt keine Kleidung!! Schlüppis nur nach mehrmaligem rumprobieren, am liebsten ein Sommerhängerchen drüber. Durch zufall hatte sie letztens in der Kita eine Hose von einem Indianerkostüm an, die hatte eine Freundin jetzt sofort nachgenäht, damit sie bei 9 Grad morgends was an den Beinen hat. Ansonsten Gummistiefel dazu und sie ist fertig mit dem Thema. Zunächst klingt das nicht schlimm, aber wie gesagt es wird kälter und das wird noch spannend. Sie hat starke Jammeranfälle, wenn was nicht klappt. 20 bis 30 Minuten sind da kein Problem. Und wenn man ihr morgens einfach was anzieht, reisst sie es sich an der Haustür wieder vom Leib. Ich muss dann aber los, also geht sie auch schon mal nackt und schreiend in die Kita. Da bin ich jetzt sehr gespannt, was die Therapeutin nächste Woche sagt. Da ich bisher immer nur dachte, sie hat alles von 1 aufgeschnappt, aber ich glaube die Illusion kann ich langsam abhaken. Nicht das das irgendwer falsch versteht, ich liebe die beiden über alles und nehme sie so wie sie sind, aber ich finde es gibt nicht genug Unterstützung für Eltern. Man verausgabt sich ziemlich bei diesem Jonglierakt alles richtig zu machen. Und wie gesagt, mir graut es jetzt schon davor, das alles nochmal durchzumachen. So, dass ist ja ne ganze Menge geworden. Hoffe ich erschlage keinen mit sovielen Details. Lg