Update Entscheidung Schulwechsel

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Rabaukenmama » Di 4. Feb 2020, 11:11

alibaba hat geschrieben:
Rabaukenmama hat geschrieben: Wenn der Rektor einen Klassensprung probehalber (für ein paar Wochen) von sich aus anbietet, würde ich vor dem Hintergrund, dass mein Kind grundsätzlich an der Schule bleiben will, das ausprobieren. …….. @Meine3: das ist keine Kritik an eurer Entscheidung. Das Bauchgefühl ist in einer geschilderten Situation einfach anders als in einer selbst erlebten :fahne: .


Meine ersten Gedanken zum Thema "Jetzt gehen wir den Schulwechsel an" war in diesem Thread, die Authentizität des Lehrervorschlages. Hier bin ich bei Dir, dass "wir" das nicht "sehen" können um den Vorschlag zu werten.
Mein persönlichen Erfahrungen lassen eben genau diese Authentizität missen. Wie hast du es so schön bei deinem Sohn geschrieben, es war einfach ein belangloses Schreiben, was eben alle bekommen, es war nicht persönlich. So ein Vorschlag ist ja leicht gesagt. Nervende Mutter, die nicht locker lässt, die das unbedingt will - also Fazit lassen wir das Kind springen, die werden schon sehen, was sie davon haben. Könnten ja die Gedanken des Rektors sein. Könnte aber auch total hilfsbereit gemeint sein. Klar, super Idee, gehen wir an, probieren wir, am Besten gleich nächste Woche, ich rede mit den Lehrern, in 14 Tagen setzen wir uns wieder zusammen ……. DAs kann nur, in diesem Fall, @meine3 einschätzen und beurteilen.

Ich halte mich bewusst für eine Empfehlung zurück, wohlweißlich meiner Erfahrungen das Lehrer oftmals nur die Variante 1 bevorzugen.


Hey, cool alibaba! Wir sind mal einer Meinung :mrgreen: !
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon alibaba » Di 4. Feb 2020, 11:24

-g
Zuletzt geändert von alibaba am Mi 4. Mär 2020, 09:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 4. Feb 2020, 12:16

@Meine3

Könnte es sein, dass du den Rektor nicht magst, weil er die Sozialkompetenz deines Sohnes anzweifelt? Ich hätte es sicher nicht gemocht, vor allem beim ersten Kind in der Schule. Ich weiß nicht, wie kompetent dein Sohn wirklich ist, aber aus deiner Beschreibung ist klar zu lesen, dass er a)Probleme mit Impulskontrolle hat b) Selbstregulation nicht altersgemäß läuft, und erst recht nicht auf dem Niveau, das seiner Kognition entsprechen würde c) Extrinsich nur eingeschränkt motivierbar ist. Dieser Strauß an Problemen, schon ohne Feinmotorik, wird in jedem System auffallen. Sobald du deinen Sohn aber in ein freieres System als die Regelschule schickst, wird er dieses System zu seinem Vorteil ausnutzen. Das heißt an den Dingen arbeiten, die ihn stark machen und die vermeiden, die ihm Ärger bereiten. So ist es dem Sohn meiner Freundin in Montessorisystem ergangen. Die Schere zwischen Stärken und Schwächen ging immer weiter auseinander. Ich bin auch kein Freund des Konzeptes ständig auf den Schwächen herum zu hacken. Aber ohne Zwang beschäftigen sich solche ungleichmäßig entwickelte Kinder wie dein Sohn nicht mit den Baustellen. Sie haben Angst, bloß gestellt zu werden, Versagensängste. Das ist keine Faulheit, aber sie führt zu Arbeitsvermeidung. Deswegen habe ich nie einen Vorschlag akzeptiert, meine Kinder aus der Regelschulsystem zu nehmen. Die baut wenigstens den Peerdruck auf, indem sich Kinder untereinander vergleichen. Du siehst schon, dass dein Sohn sich über sein Testergebnis ärgert.

Ich verstehe, dass du dir ein schönes Modell vorstellst, in der dein Sohn das ungewollte über interessante Projekte lernt. Klingt gut, ABER dafür muss er fast ausschließlich individuell betreut werden. Du hast doch drei Kinder. Jetzt stell dir vor, sie sitzen alle vor dir, und wollen ihre Projekte gestalten. Multiplizier den Aufwand mindestens mit 5, und überleg, wie viele Hände und Ohren du dafür haben muss, und was für ein Lärmpegel dabei entsteht...
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Rabaukenmama » Di 4. Feb 2020, 12:34

alibaba hat geschrieben:
Rabaukenmama hat geschrieben: Hey, cool alibaba! Wir sind mal einer Meinung :mrgreen: !


Ist ein Forum dazu da, ist man gut oder schlecht, nett oder bescheuert, wenn man einer Meinung ist? Ist das jetzt gut oder richtig? Hab ich jetzt Glück gehabt? ;)


Keiner von uns hat Glück oder Pech gehabt. Es ist mir nur aufgefallen, weil es hier eher selten vorkommt dass wir beide einer Meinung sind ;) .
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Rabaukenmama » Di 4. Feb 2020, 14:36

Meine3 hat geschrieben:Ich bin mir recht sicher, dass, wenn ihr dabei das selbst erlebt hättet, auch sehr zweifeln würdet, ob ein versuchsweise Sprung oder weitere Gespräche mit der Schule einen Sinn machen. Mir kam dieser Vorschlag so vor, als wolle er mir damit " ein Zuckerle" geben, damit ich ruhig bin. Und mein Eindruck war der, dass der Sprung ohnehin nicht nachhaltig wäre. Ich bin recht sicher, dass sie das recht schnell wieder rückgängig machen würden. Und damit wäre dann jegliche Differenzierung oder Möglichkeit zur Forderung gegessen.


Verstehe ich jetzt nicht? Ist der Sprung nur abgeboten worden, wenn ihr versprecht, die Schule NICHT zu wechseln, falls es keine Besserung bringen sollte :gruebel: ? Ein Sprung ist dann "nachhaltig" wenn das Kind in der neuen Klasse bleibt. Dass die Lehrer das Kind in der neuen Klasse UNTER dem Klassenniveau unterrichten, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Und dass ihr eine Rückkehr in die IST-Situation nicht zustimmen werdet, hast du - wenn ich dich richtig verstanden habe - ohnehin klar gestellt. Was meinst du also mit "nicht nachhaltig"?

Oder erlaubt die neue Schule einen Wechsel nur von JETZT auf GLEICH? Habt ihr diese Möglichkeit nicht mehr, wenn ihr in der alten Schule den Klassensprung ausprobieren solltet?

Ehrlich gesagt erscheint es mir, als wärt ihr mit der neuen Möglichkeit des Klassensprunges erst mal überfordert, weil ihr das bis zum Gespräch mit dem Rektor gar nicht in Erwägung gezogen hattet und euer Plan mit dem Schulwechsel schon ziemlich fix war. Wenn ich mit dieser Vermutung richtig liegen sollte würde ich die Sache erst mal ein bißchen sacken lassen und dann nochmal "ganz neu" darüber nachdenken.

Im "neu darüber nachdenken" werde ich übrigens gerade immer besser, weil wir ja mittlerweile schon jede Menge Absagen von Gymnasien, die für meinen Sohn in Frage kämen, bekommen haben. Ich musste mittlerweile schon 3x komplett "zurück in die Startlöcher" und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Di 4. Feb 2020, 14:40

Könnte es sein, dass du den Rektor nicht magst, weil er die Sozialkompetenz deines Sohnes anzweifelt?


Hallo Katze,

ich habe da jetzt eine Weile (während der Physiotherapie) drüber nachgedacht und versucht zu rekapitulieren, wann in mir der "Ärger" im Gespräch mit unserem Rektor hoch kam. Ich kann sagen, dass es nichts damit zu tun hat, dass er die Sozialkompetenz angesprochen hat. Im Gegenteil. Ich bin direkt ein wenig erleichtert gewesen (und gleichzeitig beschämt, dass mein Sohn manchmal so daneben greift), dass ich mit meinem Eindruck, dass sein Verhalten oft auffällig wohl nicht komplett falsch liege. Es bestärkt mich auch darin, gegenüber meinem Mann dieses Problem immer wieder zu thematisieren.

Vielmehr hat mich geärgert, dass der Rektor meinen Sohn sehr "einseitig" sieht, was ich mir gut erklären kann, da er vorwiegend diese Seite an ihm kennen gelernt hat (im Sport meint mein Sohn immer, er könne und dürfe sich jetzt mal richtig auspowern und läuft genau da dann auch zu "Hochformen" auf :roll:) und anhand des unvollständigen Bildes, das er von meinem Sohn hat, der Meinung ist, er wisse BESSER als alle anderen, was das Problem ist.

Er schiebt nämlich ALLE Probleme meines Sohnes ( und das ist die Selbstregulation, Schwerpunkt Impulskontrolle) allein auf zu wenig Sport (hat aber hier wie gesagt überhaupt keine Kenntnis darüber, wieviel Sport mein Sohn in seiner Freizeit macht und auch nicht danach gefragt.), was für mich zeigt, dass er eine vorgefertigte Meinung und direkt Lösung parat hat und nicht wirklich daran interessiert war, MEINE Sichtweise dazu zu hören, geschweige denn diese in seine Vorstellung von meinem Kind zu integrieren. Ich glaube nämlich, dass die Probleme meines Sohnes mit NOCH mehr Sport (und sonst nichts) sich nicht in Luft auflösen! Ich denke mein Sohn ist wahrnehmungsgestört UND hoch begabt. Da bringt MEHR Sport erstmal gleich nichts, vor allem mit der Kenntnis, dass das Kind bereits 3 verschiedene Sportarten ausübt (plus das übliche wie rad fahren oder Rollern, etc.pp). Nicht falsch verstehen: für meinen Sohn ist Sport und viel Bewegung tatsächlich wichtig. Daher legen mein Mann und ich auch viel Wert darauf, dass er sich viel bewegt und auch im Verein sportlich aktiv ist. Es löst aber nunmal nicht alle Probleme. Es löst nicht die kognitive Unterforderung und es löst auch nicht seine Verhaltensauffälligkeiten. Es bewirkt lediglich, dass er ein wenig von seiner vielen körperlichen Energie los wird und sozial interagieren muss.

Ich hätte es sicher nicht gemocht, vor allem beim ersten Kind in der Schule. Ich weiß nicht, wie kompetent dein Sohn wirklich ist, aber aus deiner Beschreibung ist klar zu lesen, dass er a)Probleme mit Impulskontrolle hat b) Selbstregulation nicht altersgemäß läuft, und erst recht nicht auf dem Niveau, das seiner Kognition entsprechen würde c) Extrinsich nur eingeschränkt motivierbar ist. Dieser Strauß an Problemen, schon ohne Feinmotorik, wird in jedem System auffallen. Sobald du deinen Sohn aber in ein freieres System als die Regelschule schickst, wird er dieses System zu seinem Vorteil ausnutzen. Das heißt an den Dingen arbeiten, die ihn stark machen und die vermeiden, die ihm Ärger bereiten.


Natürlich ist es nicht schön, wenn man solche Dinge von seinem Kind hört, aber es ist nun mal so und das muss man auch nicht totschweigen. Ich bin mir selbst ja sehr bewusst über diese Problematik, wie eigentlich durch meine Beiträge hier klar geworden sein sollte. Und von daher hat mich 'DAS nicht geärgert. Es hat (leider) das bestätigt, was ich an meinem Sohn auch sehe, viele andere aber nicht (die KJP, der "Experte", der die Diagnostik jetzt gemacht hat, Freunde und Verwandte..). Es ist absolut nicht mein Ziel, alles zu vermeiden, was meinen Sohn anstrengt. In der neuen Schule wird meiner Meinung nach (was ich bis jetzt kennen lernen durfte) Sozialkompetenz um einiges mehr gefOrdert, gefördert und gestärkt als in der jetzigen Schule. Das hier ist einfach eine ganz normale Grundschule, die sich gar nichts auf die Fahne schreibt, außer "Bewegung ist wichtig" und "gemeinsam sind wir stark". Das sind abgedroschene Floskeln, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, an JEDER Schule. In der neuen Schule sehe ich u.a. einen Vorteil, dass sich die Kinder mithilfe der anderen Kinder (unter anderem mit einem ihnen zugewiesenen Paten) viel untereinander organisieren und helfen müssen. Und stärkt meiner Meinung nach die Sozialkompetenz erheblich.

So ist es dem Sohn meiner Freundin in Montessorisystem ergangen. Die Schere zwischen Stärken und Schwächen ging immer weiter auseinander. Ich bin auch kein Freund des Konzeptes ständig auf den Schwächen herum zu hacken. Aber ohne Zwang beschäftigen sich solche ungleichmäßig entwickelte Kinder wie dein Sohn nicht mit den Baustellen. Sie haben Angst, bloß gestellt zu werden, Versagensängste. Das ist keine Faulheit, aber sie führt zu Arbeitsvermeidung. Deswegen habe ich nie einen Vorschlag akzeptiert, meine Kinder aus der Regelschulsystem zu nehmen. Die baut wenigstens den Peerdruck auf, indem sich Kinder untereinander vergleichen. Du siehst schon, dass dein Sohn sich über sein Testergebnis ärgert.


'Dieses Argument leuchtet mir ein. Allerdings verstehe ich nicht ganz wieso das Montessori-System deiner Meinung nach keine Sozialkompetenz fördert, bzw. kein "Zwang" herrscht sich besser zu regulieren und am Sozialverhalten zu arbeiten?

Ich verstehe, dass du dir ein schönes Modell vorstellst, in der dein Sohn das ungewollte über interessante Projekte lernt. Klingt gut, ABER dafür muss er fast ausschließlich individuell betreut werden. Du hast doch drei Kinder. Jetzt stell dir vor, sie sitzen alle vor dir, und wollen ihre Projekte gestalten. Multiplizier den Aufwand mindestens mit 5, und überleg, wie viele Hände und Ohren du dafür haben muss, und was für ein Lärmpegel dabei entsteht...


Ich habe das System an der neuen Schule bereits versucht zu erläutern. Die Kinder bekommen KEINE intensivere Betreuung (außer die, die Schulbegleiter haben) als in jeder anderen Grundschule auch. Es gibt einen Lehrer pro "Klasse". Für die Klassenstufen 1/2 gibt es 4 Klassen, für die Klassenstufen 3/4 ebenfalls. Es wird hier vor allem Wert darauf gelegt, dass sich die Kinder untereinander helfen und unterstützen, dass sie zusammen Projekte erarbeiten und voneinander profitieren. Dass sie "selbstständig" werden. Hierbei bekommen sie Unterstützung. Bei den Projekten selbst nicht, bzw. nicht mehr als an einer anderen Schule auch. Allerdings geht es hier eben nicht stur nach Shema F (alle Kinder basteln eine Laterne, nach Anleitung A und zwar GENAU so), sondern die Kinder sind (nicht immer, aber oft) freier, sich den zu lernenden Stoff zu erarbeiten (alle Kinder basteln eine Laterne. Punkt ;) ).

Hier einfach mal das Leitbild und das pädagogische Konzept:

Leitbild
Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
Sören Aabye Kierkegaard

Unsere Grundschule ist ….

ist offen für alle Kinder: große – kleine, schnelle – langsame, ältere -jüngere.
ist offen für „Neues Lernen“.
ist offen für die Natur und handelt umwelt- und energiebewusst.
ist offen für gemeinsames Lernen füreinander – miteinander.
ist offen für unseren Ort und lädt Eltern, Kindergarten und Vereine zum Mitmachen ein.
ist offen für „Bewegtes Lernen“.

Pädagogisches Konzept:

Jahrgangsgemischt mit kleinen, großen, schnellen und bedachten Schritten unterwegs: so kommen wir ans Ziel.

Zentrale Themen

Jahrgangsgemischte Eingangsstufe 1/2 mit 1 – 3jähriger Verweildauer
2 Einschulungstermine: September und Februar
Jahrgangsgemischte Klassenstufe 3/4
Teamstunden zur Differenzierung
Miteinander lernen / soziales Lernen
Kleine lernen von Großen, Große lernen mit Kleinen
Integration inklusiver Schulangebote
eigene Kompetenz erleben als Pate für Erst- oder Drittklässler
Persönlichkeitsbildung durch Einbindung sozialer Erfahrungen in den Wissenserwerb
Arbeit mit Plänen und Lerntreppen in allen Klassen (fach- und themenabhängig)
Zertifizierte Schule für Bewegtes Lernen
Kooperation mit Sonderschulen (Erich-Kästner-Schule, Turmbergschule)
Pull-out-Stunde für besonders begabte Kinder im Fach Mathematik
Natur- und Umweltschutz
ganzjährige Zusammenarbeit mit dem Kindergarten „Die Katze“
Projekt „Schulreifes Kind“ der Schule im Kindergarten als frühe Förderung
Gemeinsames, mehrwöchiges Projekt mit dem Kindergarten vor der Einschulung

Die "ungewollten" Pflicht-Aufgaben wird es weiterhin geben. Pflichtaufgaben, die die Kinder absolvieren MÜSSEN. Was weg fällt ist zwanghaftes Wiederholen von Stoff, den das Kind bereits durchdrungen hat. Und genau DAS finde ich sinnig. Übrigens nicht nur für mein Kind, sondern generell. Ich habe in der neuen Schule einfach mal nachgehakt, wie das denn so läuft mit dem "nacharbeiten" von fehlendem Stoff ( da mein Sohn derzeit in der jetzigen Schule noch keine Rechtschreibung berücksichtigen soll, bzw. muss. In der neuen Schule wird Rechtschreibung aber von Anfang an berücksichtigt) und erfragt ob wir dann die Unterlagen aus dem 1. Halbjahr bekommen oder wie das sonst von statten geht. Mir wurde dann erklärt, dass ein "nacharbeiten" von Stoff so nicht vorgesehen ist, bzw. verlangt wird. Dass die "neuen" Kinder ihre Lücken füllen durch das Material vor Ort und den Unterricht und die gegenseitige Hilfe der Kinder bei der Freiarbeit. Dass sie, bei den Angaben zu meinem Kind (in Bezug auf seine Begabung) keinerlei Bedenken hat, dass er die Lücken, die er vielleicht noch hat, schnell schließen wird.

Mein Sohn ist auch nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüber Aufgaben, die von außen kommen. ERschließt sich ihm aber der SINN dahinter nicht, dann wird es schwierig. Das Problem haben wir daher hauptsächlich in Mathe und da auch nur, weil der Stoff sich eben über Tage und Wochen wiederholt. Wenn etwas "neues" gelehrt wird, ist er immer erst einmal interessiert und motiviert. Dieses Interesse flaut nur schnell ab, wenn er merkt, dass er das bereits kann oder beherrscht. Und er ist oft stur, wenn es um den Weg zu einem Ziel geht.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Rabaukenmama » Di 4. Feb 2020, 14:56

Hallo Meine3!

Mal eine grundsätzliche Frage: Ist dein Sohn ein Gruppenarbeit-Typ? Wie tut er sich wenn er gemeinsam mit einer Gruppe was-auch-immer erarbeiten soll?

Meine Frage ist deshalb, weil sich unsere Söhne (dein und mein älterer) ja in vielen Bereichen sehr ähnlich sind, und mein Sohn (leider) so überhaupt nicht der Gruppenarbeit-Typ ist. Daher sehe ich auch die "Modellklasse für Begabungsförderung", wo man am Gymnasium die Unterstufe in 3 Jahren "durchlaufen" kann, kritisch. Denn dort sind Gruppenübungen ständig Teil des Programmes und es wird auch erwartet, sich möglichst "normal" in eine Gruppe einzubringen.

Vieles andere an der Schule gefällt mir (zumindest auf dem Papier, direkt habe ich es ja noch nicht kennen gelernt), zum Beispiel Kontaktlehrer/-innen als Mentoren in den ersten beiden Jahren oder viel freie Auswahl an alternativen Lerninhalten bei einem auf das Wesentliche reduziertem Pflichtprogramm. Das alles passt gut für meinen Sohn, Gruppenarbeit (so, wie er sie bisher kennengelernt hat), jedoch gar nicht. Dazu fehlt im einfach die soziale Kompetenz und ich glaube auch nicht, dass die - nur mit passenden Schulkameraden - "von selbst" kommt. Für meinen Sohn ist es gewaltiger Stress, in einer Gruppe zu arbeiten, sich die Meinungen der anderen anzuhören und seine eigene als eine von vielen einfach nur einzubringen, damit sie vielleicht dann vom Rest der Gruppe als nicht relevant abgelehnt wird,...

...das ist für ihn ähnlich schlimm wie Teamsport, wo er auch nicht weiß, was von ihm erwartet wird, und entsprechend gestresst mit rumbrüllen und alles-hinwerfen reagiert.

Ich weiß nicht, wie es bei deinem Sohn in Sachen Gruppenarbeit aussieht, aber das werfe ich hier einfach mal in die Diskussion ein, weil es mir aufgefallen ist.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Di 4. Feb 2020, 15:45

Rabaukenmama hat geschrieben:Hallo Meine3!

Mal eine grundsätzliche Frage: Ist dein Sohn ein Gruppenarbeit-Typ? Wie tut er sich wenn er gemeinsam mit einer Gruppe was-auch-immer erarbeiten soll?

Meine Frage ist deshalb, weil sich unsere Söhne (dein und mein älterer) ja in vielen Bereichen sehr ähnlich sind, und mein Sohn (leider) so überhaupt nicht der Gruppenarbeit-Typ ist. Daher sehe ich auch die "Modellklasse für Begabungsförderung", wo man am Gymnasium die Unterstufe in 3 Jahren "durchlaufen" kann, kritisch. Denn dort sind Gruppenübungen ständig Teil des Programmes und es wird auch erwartet, sich möglichst "normal" in eine Gruppe einzubringen.

Vieles andere an der Schule gefällt mir (zumindest auf dem Papier, direkt habe ich es ja noch nicht kennen gelernt), zum Beispiel Kontaktlehrer/-innen als Mentoren in den ersten beiden Jahren oder viel freie Auswahl an alternativen Lerninhalten bei einem auf das Wesentliche reduziertem Pflichtprogramm. Das alles passt gut für meinen Sohn, Gruppenarbeit (so, wie er sie bisher kennengelernt hat), jedoch gar nicht. Dazu fehlt im einfach die soziale Kompetenz und ich glaube auch nicht, dass die - nur mit passenden Schulkameraden - "von selbst" kommt. Für meinen Sohn ist es gewaltiger Stress, in einer Gruppe zu arbeiten, sich die Meinungen der anderen anzuhören und seine eigene als eine von vielen einfach nur einzubringen, damit sie vielleicht dann vom Rest der Gruppe als nicht relevant abgelehnt wird,...

...das ist für ihn ähnlich schlimm wie Teamsport, wo er auch nicht weiß, was von ihm erwartet wird, und entsprechend gestresst mit rumbrüllen und alles-hinwerfen reagiert.

Ich weiß nicht, wie es bei deinem Sohn in Sachen Gruppenarbeit aussieht, aber das werfe ich hier einfach mal in die Diskussion ein, weil es mir aufgefallen ist.


Ja, das ist doch prima, dass du das "einwirfst".

Mein Sohn arbeitet ganz gut in Gruppen, hier habe ich nichts negatives gehört. Auch beim Taekima, wo sie oft in 2er Gruppen die Selbstverteidigungsübungen machen sollen klappt es ganz gut. Wenn sie da Fangspiele machen, ist er einer der wenigen, der sich an die Regeln gut hält, ABER er rennt halt versehentlich ständig Kinder um, und das kann er irgendwie auch nach mehrmaliger Erinnerung aufzupassen nicht :oops: ...Problematisch wird es, wenn er einen "Durchdreher" hat und dann wie wild NACH der 2er-Übung vor dem Gesicht des Partners herumfuchtelt und dem Kind hinterher rennt, um zu zeigen, wie toll er das jetzt gelernt hat :roll:. WÄHREND der Übung klappt es aber gut. Wenn er mit anderen Kindern etwas zusammen baut oder erarbeitet (gemeinsam ein Staudammsystem oder ähnliches auf dem Spielplatz oder am Bach bauen) oder ein anderes Projekt startet, dann läuft das alles super. Letztens haben sie zu 5. versucht auf einen Baum zu kommen und haben sich dann gegenseitig so lang geholfen und rumprobiert, bis alle oben waren ;) . Klar, will er auch mal den Ton angeben (er bestimmt schon gern) oder es gibt mal Streit, aber das ist kein anderes Verhalten als bei den anderen Kindern auch.

Er hat auch Freunde. In der Klasse sind es jetzt 3, mit denen er sich richtig gut versteht und mit denen er echt dicke ist. Es hat zwar ein wenig gedauert, aber jetzt läuft das.

Wie es in der Schule im Unterricht ist, weiß ich nicht. Aber es wurde nicht thematisiert, von daher denke ich, dass er in diesem Bereich (Gruppenarbeiten) unaufällig ist.

In den Pausen gibt (gab, hat wohl schon nachgelassen) es wohl auch öfter „Probleme“, die aber auch von den Lehrern missverstanden wurden. So kappeln sich die Jungs wohl gern und es sieht oft ernster aus als es ist. Beispielsweise war den Lehrern nicht klar, dass mein Sohn und sein bester Freund Freunde sind, weil sie sich öfter balgen...Das wurde erst jetzt im HJ-Gespräch aufgeklärt. Unsere Jungs waren ganz irritiert, dass die Lehrer das nicht wussten, da sie sich, nach eigener Aussage erst einmal wirklich gestritten hätten seit Schulbeginn und das war verbal. Was aber häufig vorkommt ist, dass Sohns Freund sich öfter beschwert, dass Sohn oft nicht aufhört (zu kämpfen, zu kitzeln, was auch immer), wenn er stopp sagt, aber dieses Problem habe ich ja bereits mehrmals erklärt.

Seine Hauptprobleme sind also wie gesagt in kämpferischen (spielerisch) Situationen oder wo viel Bewegung im Spiel (Sport, durch kitzeln...) ist, das Stopp des Gegenübers zu bemerken und akzeptieren. Desweiteren seine geringe Impulskontrolle, die sich durch das häufige reinquatschen im Unterricht (und zu Hause) extrem äußert oder dadurch, dass er Dinge tut, von denen er weiß, dass sie nicht erlaubt sind ( auf dem
Sofa rumspringen oder an der Sprossenleiter hochklettern im Sportunterricht, etc.). Sich an Regeln im Spiel (Brettspiele, Sportspiele, Spiele unter den Kindern) halten kann er hingegen sehr gut. Das 3. Problem ist, dass er in der jüngsten Vergangenheit oft übermäßig schnell wütend wurde oder sich sehr schnell angegriffen fühlt, sowohl in der Klasse als auch zu Hause. Aber das hat sich seit der Diagnostik SEHR gelegt, zumindest zu Hause.

Mein Sohn war ein Jahr lang im Fussball. Da lief's auch echt gut (teamtechnisch), BIS er von der Bambini-Gruppe in die F-Jugend wechseln SOLLTE. Ich wollte das von Anfang an nicht, da mir bewusst war, dass mein Sohn technisch absolut noch nicht in die F-Jugend gehört ;), die Trainer meinten aber er müsse, da er sonst an Turnieren nicht mehr teilnehmen darf. Also ist er in die F-Jugend gekommen und hier wurde er leider von den anderen Kindern komplett geschnitten (ich war die ersten Trainings dabei, mein Sohn hat nichts getan, was das recht fiese Verhalten der anderen Jungs erklären könnte, außer dass er eben einfach noch nicht sonderlich gut gespielt hat. Das hat aber halt eben gereicht). Resultat war, dass mein im Grunde sehr sensibler Sohn beschlossen hat, nicht mehr Fussball spielen zu wollen, da er stark gespürt hat, dass er nicht erwünscht ist.

Problematisch ist sein Verhalten beim Sport eher, dass er halt irgendwie "eskaliert", weil er zu viel Energie hat oder zu ungeduldig oder zu neugierg ist, wie auch schon oben angeschnitten. Der Rektor hat auch ein Beispiel beschrieben, wo Sohn trotz vorheriger Warnung die Finger wegzulassen, die Finger halt nicht vom Gerät gelassen hat, weil die Neugierde größer war. Das ist so typisch mein Sohn :roll: ....

Jetzt, seit der Diagnostik ist sein Verhalten wieder viel weniger auffällig als das halbe Jahr zuvor. Er "kackt" immer noch öfter mal über, aber es hält sich in Grenzen und gibt auch viele Momente, in denen er ganz normal reagiert.

Da grade wieder eine gute Phase ist und die besonders schlechten Phasen immer nach einer großen Umstellung waren (Kitawechsel und dann ca. 7-8 Monate, Schulbeginn und dann 7 Monate) könnte es auch sein, dass er einfach nur sehr sensibel auf soziale Umstellungen reagiert, was natürlich dann ein PRO-Punkt für die jetzige Schule wäre... Seine KJP letztes Jahr diagnostizierte ja damals eine Anpassungsstörung.

Ach, es ist einfach schwierig. Mein Mann meinte, wir sollten jetzt den Probeunterricht abwarten (der min. 2 Tage gehen wird, laut Rektorin der neuen Schule) und dann soll unser Sohn uns sagen, wie er sich damit fühlt. Ich denke, wir werden da sehr schnell merken, ob das in die richtige Richtung geht oder ob der Wechsel die schlechtere von beiden Alternativen wäre.

Gruß
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Mi 5. Feb 2020, 09:35

doppelt
Zuletzt geändert von Meine3 am Mi 5. Feb 2020, 09:47, insgesamt 1-mal geändert.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Mi 5. Feb 2020, 09:37

Rabaukenmama hat geschrieben:
Verstehe ich jetzt nicht? Ist der Sprung nur abgeboten worden, wenn ihr versprecht, die Schule NICHT zu wechseln, falls es keine Besserung bringen sollte :gruebel: ? Ein Sprung ist dann "nachhaltig" wenn das Kind in der neuen Klasse bleibt. Dass die Lehrer das Kind in der neuen Klasse UNTER dem Klassenniveau unterrichten, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Und dass ihr eine Rückkehr in die IST-Situation nicht zustimmen werdet, hast du - wenn ich dich richtig verstanden habe - ohnehin klar gestellt. Was meinst du also mit "nicht nachhaltig"?

Oder erlaubt die neue Schule einen Wechsel nur von JETZT auf GLEICH? Habt ihr diese Möglichkeit nicht mehr, wenn ihr in der alten Schule den Klassensprung ausprobieren solltet?

Ehrlich gesagt erscheint es mir, als wärt ihr mit der neuen Möglichkeit des Klassensprunges erst mal überfordert, weil ihr das bis zum Gespräch mit dem Rektor gar nicht in Erwägung gezogen hattet und euer Plan mit dem Schulwechsel schon ziemlich fix war. Wenn ich mit dieser Vermutung richtig liegen sollte würde ich die Sache erst mal ein bißchen sacken lassen und dann nochmal "ganz neu" darüber nachdenken.

Im "neu darüber nachdenken" werde ich übrigens gerade immer besser, weil wir ja mittlerweile schon jede Menge Absagen von Gymnasien, die für meinen Sohn in Frage kämen, bekommen haben. Ich musste mittlerweile schon 3x komplett "zurück in die Startlöcher" und ein Ende ist noch nicht in Sicht.


Hallo Rabaukenmama,

da hast du eventuell einen Nerv getroffen ;) . Ich war schon erst einmal überrumpelt, von dem Vorschlag, das Kind nun doch springen zu lassen, da es ja vorher schon zweimal von den Lehrern angesprochen, im selben Gespräch aber wieder verworfen wurde. Somit war für mich das Thema Sprung erstmal vom Tisch.

Dazu kommt eben, dass der Rektor, den Sprung erst vorgeschlagen hat, als ich wiederholt erklärte, warum wir den Wechsel in Erwägung ziehen ( derzeitige Unterforderung im Unterricht) und es kam irgendwie so rüber, als sei das jetzt ein spontaner Vorschlag, der auch vom Rektor nicht wirklich durchdacht war oder vorher angedacht gewesen war als mögliche Option. Das hat mich dann verunsichert.

Es ist auch so, dass ich menschlich mit dem jetzigen Rektor einfach nicht so gut kann (das hat sich schon bei der Anmeldung des Kindes an der Schule gezeigt, dass wir nicht so auf einer Wellenlänge sind ;) ) und ich mir denke, dass es ja schon auch wichtig ist, dass man Vertrauen und ein gutes Gefühl hat, wenn es um eine so schwerwiegende Entscheidung wie einen Schulwechsel oder einen Klassensprung geht. Dieses Empfinden, dass der Rektor irgendwie ein komischer Typ ist, haben einige der Eltern an der Schule, mit denen ich in Kontakt stehe und einige sogar sehr viel stärker als ich. Da ist zum Beispiel eine Mutter, deren Kinder mittlerweile nicht mehr an dieser Schule sind, die genau das gegenteilige Problem hatte mit ihren Kindern. Da die Kinder 3-sprachig aufwachsen, waren sie (es sind Zwillinge) in der 1. Klasse überfordert und kamen nicht gut mit. Sie erwägte einen Wechsel in eine kleinere, familiärere Grundschule und der Rektor hat da wohl stark dagegen gearbeitet, den WEchsel erst einmal abgelehnt und am Ende kamen die Kinder dann für den Rest das Jahres in eine Förderklasse... Mittlerweile sind alle ihre 3 Kinder an der anderen Schule und da sehr zufrieden und alles läuft prima. Solcherlei Geschichten über den Rektor gibt es leider zu Hauf. Es gibt auch das Gerücht, dass er kluge Kinder nicht mag. Das ist nun vielleicht etwas pauschal daher gesagt, ich denke es war so gemeint, dass er Kinder, die einen eigenen Kopf haben und eben nicht immer lieb mit schwimmen, nicht mag. Diesen Eindruck hatte ich auch bei der Anmeldung. Da erklärte der Rektor etwas über unsere Dorfgemeinschaft und mein Sohn meinte dann:" ich weiß.." und ergänzte etwas dazu (was korrekt war!). REaktion des Rektors mit strengem Gesicht:" ACH! Du bist so ein GANZ schlauer..." :schwitz:

Ich bin kein Mensch, der sich schnell ein Urteil über andere bildet und schon gar nicht nur vom Hörensagen. Von daher war ich bislang immer vorsichtig mit meinem "Gefühl" gegenüber dem Rektor. Vor allem weil mein Sohn immer ganz begeistert von seinem Sportunterricht war, dachte ich:" ich muss ja nicht mit dem Rektor klar kommen, sondern mein Sohn ;)." Das Gespräch hat aber leider meinen bisherigen Eindruck komplett bestätigt.

Auf mich hat es so gewirkt, dass das mit dem Sprung eben nicht so ganz ernst gemeint war. was ich mit "nachhaltig" meinte ist, dass ich denke, dass sie ihn jetzt probeweise springen lassen würden, nach ein paar Wochen dann aber sagen würden:" er ist noch nicht so weit" oder "es kappt im neuen Klassenverbund nicht" oder was auch immer. Sohn müsste hier ja dann nun auch einiges nachholen zu Hause und da bin ICH als Mama auch einfach skeptisch, inwiefern er da begeistert wäre, NOCH mehr Hausaufgaben auf zu haben. Ich kann das einfach schlecht einschätzen, wie schnell mein Sohn dann tatsächlich mitkäme. Ich traue ihm einiges zu, aber bin unsicher, wie er auf den Druck, jetzt viel nachholen zu müssen, reagieren würde.

Zudem hatte ich das Gefühl, dass das Angebot mit dem Sprung mit einem Ultimatum versehen ist, so nach dem Motto: entweder ihr versucht jetzt den Sprung (zum Halbjahr) oder halt garnicht. Aber das wäre diese Woche und...puh, damit bin ich überfordert grade. Wenn wir den Probeunterricht absagen würden, weiß icht nicht, ob wir im April oder Mai (nachdem der probeweise Sprung eventuell in die Hose gegangen ist) noch "antanzen" könnten in der neuen Schule. Denn es hieß, er muss nicht direkt zum Halbjahr wechseln, aber bis SPÄTESTENS Anfang April sollte das dann schon passieren.

Von daher ist das alles so ein wenig knapp und hauruck grade.

Die Rektorin an der neuen Schule übrigens fanden wir beide (mein Mann und ich) direkt sehr sympathisch. Und sie scheint großes Verständnis für "komplizierte" Kinder zu haben ;).

Ich bin grade wirklich unsicher. Die neue Schule ist wirklich toll. Nicht nur in Theorie, sondern einfach von der gesamten Atmosphäre her ist sie viel angenehmer als die jetzige Schule. Anfangs dachte ich, das wäre ein ganz subjektives Gefühl, aber mein Mann hat genau das selbe gesagt, als er dann mit mir zusammen im Gespräch saß und hat das auch direkt an die Rektorin zurück gemeldet.

Ich habe meinem Mann aber auch gesagt, dass wir die Entscheidung nicht von uns abhängig machen DÜRFEN (weil WIR die Schule schöner finden), sondern dass wir immer im Blick behalten müssen, was für unseren Sohn das Beste wäre.

Im Gegensatz zu dem Eindruck, der hier vielleicht teilweise entstanden sein mag, tue ich mir sehr schwer die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen, da ich immer alles mit einbeziehe und dann am Ende total verwirrt bin :cry: . ICH würde wechseln, aber es geht ja um meinen Sohn und das habe ich schon die ganze Zeit im Blick.

Mein Mann möchte die Entscheidung dem Sohn überlassen, ich wiederum habe gemerkt (als Sohn seine Pro-und Contraliste anlegte), dass er damit emotional komplett überfordert ist und habe ihm daher versichert, dass er das nicht entscheiden muss. DAss wir das tun und dass das auch okay ist, weil wir die Sache als erfahrene Menschen, einfach besser überblicken können. Ich versicherte ihm aber auch, dass wir nichts tun, was er NICHT will und dass er uns einfach sagen soll, wie er sich FÜHLT. Die Entscheidung treffen aber dann wir als Eltern. Seitdem ist Sohn auch entspannt und ist einfach neugierig auf die Schule. Er meinte selbst letztens:" weißt du Mama, meine Freunde sehe ich ja auch noch auf dem Spielplatz und beim Sport!"...

Jetzt schaun wir mal.

Danke dir!

Gruß
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
Meine3
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