Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Mein Kluges Kind macht was es will

Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon Auguste » Do 14. Jan 2021, 00:44

Mein Sohn lernt jetzt Dividieren von Dezimalzahlen. Der Mathelehrer verlinkt YouTube-Videos von Lehrer Schmidt. Irgendwer muss es ja erklären ;) Aufgaben gibt es aus dem Buch. Montags und Dienstags "bettelt" der Lehrer, dass die Kids ihre Lösungen hochladen sollen. Spätestens am Donnerstag schreibt er dann, dass sie keine Lösungen mehr schicken sollen, weil er nicht mehr hinterherkommt :roll: Am Freitag stellt er die Lösungen ein - "aber nur zum Kontrollieren!!!" 8-) .

Der Mathelehrer der Tochter hat geschrieben, dass sie sich "Lehrer Schmidt" anschauen sollen, wenn sie nicht verstehen, was er schriftlich erklärt hat. Die Kids schauen schon seit Beginn der 7. Klasse "Lehrer Schmidt", weil sie auch "live" bei ihrem Lehrer nicht verstehen, was er erklärt :lol: Bei den großen soll die Aufgabenverteilung jetzt strukturierter ablaufen. Sie sollen doch tatsächlich alle Aufgaben als Wochenplan schon am Sonntag bekommen und nur über einen Kanal und nicht häppchenweise Tag für Tag (vom einen morgens, vom anderen mittags, vom dritten nachts, einer für die ganze Woche, der andere nur für einen Tag...), auf 3 verschiedenen Wegen. Außerdem soll es feste Abgabetermine geben und die Lehrer müssen zu ihren eigentlichen Unterrichtszeiten nach Stundenplan ansprechbar bzw. anschreibbar sein. Schön, dass da jemand nach X Wochen Homeschooling (im Frühjahr und jetzt) auch mal drauf kommt, dass das ganz praktisch wäre...

Ich mag nicht mehr. Ich freue mich auf die Ferien Anfang Februar. Da kann ich eine Woche lang einfach nur ins Büro fahren und meine Arbeit machen und wenn ich nach Hause komme ist Feierabend.
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Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon charlotte12 » Do 14. Jan 2021, 18:18

Bei uns spielt sich die Sache so langsam ein. Die Qualität des Fernunterrichts hängt stark vom Lehrer ab. Bisheriges Highlight war eine Doppelstunde mit Start als Videokonferenz, dann Stillarbeit und schließlich Abschluss wieder in Videokonferenz. Laut meiner Tochter war das vom Gefühl her fast so wie "richtiger" Unterricht, dh eher besser, weil die Störenfriede kurzerhand stummgeschaltet worden waren :lol: Negativ war eine von der Lehrerin vergessene Stunde, in der sich die Schüler per Chat gegenseitig zerfleischten, eine Doppelstunde, in der keine der Aufgaben bearbeitet werden konnte, weil die vorangehende Erklärung im Buch mit dem bisherigen Wissen nicht verstanden werden konnte, und ein stundenlanger Systemabsturz gleich am ersten Tag. Bei uns besteht im Gegensatz zum Frühjahr Anwesenheitspflicht der Schüler zu den normalen Unterrichtszeiten. Was einerseits unpraktisch ist, da ich meiner Tochter zu diesen Zeiten oft nicht helfen kann, andererseits merke ich schon jetzt nach drei Tagen, wie sie selbständiger wird, und es hat auch was, wenn die Abende und die Wochenenden frei sind. Von uns aus gesehen ließe sich das Ganze noch länger durchhalten.
@nosupermum: Vom Stoff her liegen bei meiner Tochter zwischen Klasse 4 (Grundschule) und Klasse 5 (Gymnasium) Welten. Sie selbst hat sich neulich beschwert, dass es in der neuen Schule so anstrengend sei, weil man eigenartigerweise ja direkt zuhören müsse, sonst verstehe man plötzlich den Stoff nicht mehr :? In Mathe wird in einer Stunde Stoff durchgenommen, der in der Grundschule mehrere Wochen lang durchgekaut worden wäre, da kommt aktuell praktisch jede Stunde ein neues Teil-Thema dran. Und sogar in Deutsch sind plötzlich Aufgaben dabei, bei denen mein Kind nachdenken muss und nicht gähnend alles aus dem Ärmel schüttelt. Wenn deine Tochter vor Langeweile nicht komplett am Dekompensieren ist, dann würde ich wegen der paar Restmonate in Klasse 4 gelassen bleiben. Oder geht bei euch die Grundschule länger als vier Jahre? Dann sieht die Sache natürlich anders aus.
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Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon koala27 » Fr 15. Jan 2021, 00:01

Kurzes Update von uns bezüglich Homeschooling:

Der Kurze ( 1 Klasse) hat einen Wochenplan bekommen- pro Tag 3 Aufgaben --und durfte sich u.a.ein "neues" Thema erarbeiten in Mathe "Geld".
Er hat sich die ganz brav am Montga an den Plan gehalten und am dienstag hat ihn der Ehrgeiz gepackt-- er hatte dann von den 15 Aufgaben der Wche schon 11 fertig und wollte Mittwoch frei machen. Mittwoch hatte er dann die Idee, doch lieber den Rest zu machen und dann Donnerstag und Freitag frei zu haben.
Zufälligerweise rief am Mittwoch die KL an und fragte nach wie es denn laufe-- war dann aber doch erstaunt, dass schon alles fertig war...
Sie hat dann vorgeschlagen- falls er noch was machen möchte- ihm die Antonapp zu erlauben und ihn dort was arbeiten zu lassen.

Heute hat der Kurze quasi gefaulenzt und sich lieber mit puzzeln und Lego beschäftigt und etwas gelesen. Mal sehen wie es morgen läuft.

Die Stoffmenge an sich kam mir etwas weniger vor als was er sonst in 4 Stunden in der Schule PLUS Hausaufaufgaben pro Tag machen würde.
Aber ich denke, dass liegt daran, dass der Plan eben nicht differenziert--im normalen Alltag bekommen die Kids unterschiedlich was an Hausaufgaben auf-- einige halt bspw. A Blätter in Deutsch, andere halt die C Blätter.
Und wenn ich in der WA lese, dass Eltern nicht mal in der Lage sind zu versthene wann ihr Kind ab nächste Woche kommen soll... ( obwohl es ganz klar kommuniziert wurde) und die KL dann nachts um 1 in die WA Gruppe ein Kalenderblatt einfügt wo Gruppe B und Gruppe A unterschiedliche Farben bekommen haben un die Farben entsprechend in dem Kalenderbaltt auftauchen....
dann ist mir auch klar, dass die KL schon viel machen mus, damit überhaupt alle Kids halbwegs gut durch diese 1 Woche kommen...

Ab Montag hat er ja leider Wechselunterricht ( NDS=Pflicht) was uns gar nicht behagt, bei den Zahlen und den Ratschlägen unnötige Kontakte zu meiden. Hinzukommt, dass die schule leider die Notbetreuungskinder mit den Homeschülern mixt und so aus 2 festen Gruppen vorher- halt 2 gemischte Gruppen macht--Homeschüler und Notbetreuungskids zusammen-- dadurch ergeben sich sehr viele unnötige Kontakte... weil ja die Notbetreuungskinder jeden Tag gehen.
Ich habe eine kleine Hoffnung, dass es sich bis Montag noch ändert...


Die Große hat gut zu tun--jeden Tag Aufgaben in jedem Fach machen und bis abends 18 Uhr hochladen-- dazu Videokonferenzen in den Hauptfächern mit Anwesenheitspflicht...sie merkt schon, dass das jetzt aufwendiger ist als letztes Mal, weil pro Tag mehr Fächer abgearbeitet werden müssen und für jedes fach 45 Minuten für die Aufgaben eingeplant werden von den Lehrern---also auch entsprechender Stoff.
Ich finde das gut, so kann sie ungeliebte Sachen nicht mehr bis ans Ende aufschieben wie letztes Jahr, sondern muss in jedem Fach kontinuierlich weiterarbeiten.
Bisher lief diese Woche ganz gut--mal sehen wie es nächste Woche ist, da sind die VK früher statt um 10 schon um 8-- also ncihts mehr mit ausschlafen...

Hilfe braucht sie wenig, mal was ausdrucken, mal was einscannen ( Drucker steht im Arbeitszimmer) und dann hinschicken..sonst arbeitet sie selbstständig und wir verlassen uns drauf, dass sie alles erledigt. Aber ich denke, die Lehrer würden sich sonst auch melden, wenn was nicht läuft-- die arbeiten ja auch fast alle von zu Hause aus.
Was ich so von der Qualität mitbekomme ist es genauso wie sonst auch im Unterricht.
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Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon sinus » Fr 15. Jan 2021, 12:59

@koala: Meine 1.Klässlerin arbeitet derzeit gern im "Denken und Rechnen 2. Forderheft" vom westermann Verlag.
Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich und tw echt anspruchsvoll.
Empfohlen hat uns das die Lehrerin, allerdings habe ich gleich Heft 2 statt 1 genommen und das passt fürs Kind gut! :P
Sie muss sich bei den meisten Aufgaben schon richtig anstrengen, trotzdem sucht sie sich dann tw noch die mit dem Knoten raus, die nochmal extra kniffelig sind.
Es ist nicht nur Rechnen, sondern Logik gefragt.

Vielleicht hat dein Sohn daran ja auch Freude.
Achte aber drauf, das Fooooorderheft, nicht das Föööööörderheft zu nehmen.

Für Deutsch mag sie Kreuzworträtsel. Da gibts viel kotenlos im Netz.
Ich hab von hier welche ausgedruckt:
https://www.grundschule-arbeitsblaetter ... rtraetsel/
Gut ist, dass dabei Rechtschreibung geschult wird, weil es ja sonst nicht hinhaut mit den Buchstaben.

Ich hoffe so sehr für unsere Kleinen, dass diese große Motivation weiter anhält und nicht der Resignation weicht, die ich bei der Großen im Laufe der Grundschule erlebt habe... :roll:
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Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 15. Jan 2021, 18:33

Der Unterricht ab Montag ist der Hammer... Angesichts des geplannten Regierungstreffens am Dienstag wird die Woche eher alles geschlossen. Aber vorher werden sich die Kinder treffen, um die möglichen Infekte auszutauschen.
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Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon nosupermum » Fr 15. Jan 2021, 21:06

@ Charlotte12: sie hat nun Zusatzaufgabe bekommen aus Klasse 6. Zur Sinnhaftigkeit (eher weniger) habe ich was in meinem Ursprungsthema im Schul-Forum geschrieben. Auch wenn sie die derzeit noch zusätzlich machen muss, war das wie so ein Gutzle, das die langweiligen Aufgaben versüßt hat. Sie ist wieder sehr motiviert bei den Hausaufgaben und ingesamt schneller mit allem fertig. Und besser gelaunt. Aber das war ja auch meine Erfahrung aus Lockdown 1, deswegen wollte ich ja gegensteuern bevor sie wieder in dies „Ist ja alles umsonst“-Loch fällt.
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Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon sinus » So 17. Jan 2021, 18:40

Das schrieb die Lehrerin auf meine Frage, ob ich zu leichte Aufgaben eigenständig mit schwierigeren aus den von der Lehrerin empfohlenen Heften (Aufgabenhefte und Forderhefte Klasse 2) ersetzen darf:
"Es ist in Ordnung, wenn S. schwierigere Aufgaben löst. Machen Sie das ruhig weiter so. Auch in der Schule müssen wir dann Wege finden, wo S. selbstständig anspruchsvollere Aufgaben löst, während die anderen üben. Diese Hefte sind da sehr gut, denke ich, beim selbstständigen Lernen. Was S. also sicher kann, ersetzt sie durch andere Aufgaben. Ich schaue mir dann ihre Hefte an. Viel Spaß! Und Ihnen alles Gute"

Das klingt doch erstmal vielversprechend... *freu*
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Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon koala27 » Di 19. Jan 2021, 00:02

Hallo sinus,

dass klingt doch super! Es klingt so, als ob die Lehrerin sich wirklich Gedanken darüber macht, wie sie deine Tochter jetzt im Homeschooling fordern kann und sich die Sachen dann auch ansieht, die sie macht. Finde ich gut.

Der Kurze hatte heute ja den ersten Tag im Wechselunterricht-- und kam dann mit den Aufgaben für morgen heim--- ich finde es etwas lächerlich...der Wochenplan letzte Woche war bedeutend besser!
Er muss 2 Seiten in der Fibel lesen und 1 Seite schreiben und 1 Seite rechnen ( letzteres freiwiilig, weil er es schon in der Schule fertig hatte).
Das ist alles--- für 4 Stunden ausgefallenen Unterricht am Dienstag und eigentlich ja noch Hausaufgaben vom Montag und Dienstag.
Die Nebenklasse hat Hausaufgaben und Homeschoolingaufgaben zusätzlich bekommen.

Ich frage mich wirklich, ob da irgendwer der anderen Eltern gemault hat, dass der Wochenplan zu viel war...weil es jetzt so wenig ist- da die normalen HA fehlen.

Der Kurze findet es natürlich super :-)

Und ich bleibe dabei, dafür braucht man keinen Wechselunterricht als Pflicht-- dass kann man auch zu Hause machen lassen, für die die wollen/können.
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Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon nosupermum » Di 19. Jan 2021, 07:08

Bei uns war der Wechselunterricht (nach dem ersten Lockdown) auch dünner als im eh schon dünnen homeschooling. Die Kinder durften keine Hausaufgaben bekommen. In der alten Klasse waren alle Eltern mit dem dünnen Stoff zufrieden bzw. hatten noch gemeckert. Die Kinder könnten so so schön zusammen (!) spielen, wo doch jetzt alle daheim seien.

Meine Tochter lernt zwar schnell, aber wenn Inhalte nicht gemacht werden, wg Lockdown, dann finde ich das bedenklich. Da hab ich schon mal auf den Lehrplan geschaut und mir gedacht, das da machen wir zur Sicherheit mal trotzdem, in Eigenregie. Okay, sie konnte es eh schon, war dann das Fazit. Aber die anderen Eltern waren da sehr arglos. Jetzt sind sie plötzlich am meckern, den Kindern fehle so viel. Wollte ja auch keiner!
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Re: Kinder/Beschränkungen/Homeschooling

Beitragvon koala27 » Do 21. Jan 2021, 00:31

Nosupermum

Da bin ich ja froh, dass ich nicht die Einzige bin, die ab und zu mal im Lehrplan nachschaut, was eigentlich gelaufen sein müsste und eben nicht ist :-)
Habe ich bei der Großen vor dem Übertritt auch gemacht-- da haben mich sogar Freundinnen etwas blöd angesschaut, woher ich das Wissen hätte und dann kam immer " naja, die wissen doch, dass die in der GS nicht alles lernen konnten"
ja klar, "wissen" die weiterführenden Schulen das-- aber die sehen eben auch zu, dass die Kids möglichst zügig auf einen Nenner kommen--und dann heißt es eben ZU HAUSE nacharbeiten, wenn was fehlt.
Das wurde den besagten Müttern aber erst bewusst, als quasi die Hütte brannte und die Kids das ganz fix lernen mussten--und es Probleme in der weiterführenden Schule gab.

Jetzt beim Kurzen vergleiche ich immer etwas den Stand mit der Großen damals--und aktuell scheinen sie ganz gut im Zeitplan zu liegen - zumindest in Mathe und Deutsch.
Musik und Religion und Kunst kann ich schwer einschätzen, dafür haben wir da etwas zu wenig Rückmeldungen, was da läuft- aber da kann ja bis Klasse 4 noch eniges laufen.
In Sachkunde machen sie jetzt Jahreszeiten und haben ein Extraheft dafür ( hat die Lehrerin zusätzlich besorgt)--wenn sie das durcharbeiten, dann sieht das auch gut aus.
Ich hoffe, dass bleibt so bis zum Sommer; dass sie gut im Plan liegen und die Arbeitshefte fertig bekommen--das wäre schon gut für die Grundlagen.
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