Wann und wie schwimmen lernen?

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Ani* » Di 3. Jul 2018, 02:42

wie kommst Du darauf????
Ani*
 
Beiträge: 13
Registriert: Fr 15. Jun 2018, 21:44

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Talju » Do 5. Jul 2018, 22:13

Hallo,
Also ich werde meinen mit drei Jahren einen Schwimmkurs (Genki) besuchen lassen. Der Sohn einer Freundin hat so bereits vor seinem 4. Geburtstag sein Seepferdchen gemacht und ist nun im richtigen Schwimmklub und kann mit 4 Jahren bereits ganz gut schwimmen.
Talju
 
Beiträge: 4
Registriert: Do 8. Mär 2018, 23:00

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon charlotte12 » Fr 6. Jul 2018, 09:03

so ab 4 Jahre würde ich das Kind in einen Schwimmkurs schicken. Da lernen sie am besten.

Entschuldige, aber bei solchen Aussagen sträuben sich mir die Nackenhaare. Ich schwimme sehr gerne und wollte, dass mein Kind früh schwimmen lernt, auch aus Sicherheitsgründen. Also besuchten wir brav diverse Baby"schwimm"kurse. Danach zogen wir um. Den Kleinkind-Wassergewöhnungskurs in der neuen Stadt hätten wir dann besser bleiben lassen - seitdem Komplettpanik vor Wasser, Wasserspritzer im Gesicht gingen gar nicht, selbst in der Badewanne durfte nicht mehr als eine Handbreit Wasser sein. Einen Schwimmkurs mit 4 1/2 brachen wir im Streit mit der Lehrerin ab, weil das Kind panisch allein auf die Vorstellung reagierte, dass sie wieder da hin sollte. Wir verbrachten Stunden im Schwimmbad, in denen sich meine Tochter Millimeter für Millimeter ins Babyplanschbecken vorarbeitete. Meine größte Angst bei der vorzeitigen Einschulung war der Schwimmunterricht. Und das Wunder geschah - mir ist heute noch komplett schleierhaft, wie die Schul-Schwimmlehrerin es völlig ohne Druck schaffte, meinem Kind Spaß am Wasser zu vermitteln und es zum Tauchen zu bewegen. Schwimmen lernte sie dann mit fast 7 Jahren im Einzelunterricht in kürzester Zeit. Rutschen geht immer noch nicht, aber sie schwimmt jetzt mit Begeisterung im Verein, Schwimmen ist in der Schule ihr Lieblingsfach.
Meine Meinung - es kommt komplett aufs Kind an, wie bei so vielem. Ich bin so froh, dass wir uns nach der negativen Erfahrung im Kleinkindschwimmen nicht mehr unter Druck setzen ließen, und bin überzeugt, dass meine Tochter nicht so eine Wasserratte geworden wäre, wenn wir den Schwimmkurs mit 4 1/2 damals mit Zwang durchgezogen hätten.
charlotte12
Dauergast
 
Beiträge: 283
Registriert: Sa 21. Mai 2016, 18:28

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon alibaba » Fr 6. Jul 2018, 10:19

charlotte12 hat geschrieben: Meine Meinung - es kommt komplett aufs Kind an, wie bei so vielem.


Ich sehe das ähnlich. Hinweisen möchte ich zusätzlich, dass es viele Vereine gibt, die nehmen keine Kinder vor 6 Jahren. Das wird Gründe haben.

Meine Kinder sind die berühmte Stecknadel im Heuhaufen. Quais die "lesenden 4-jährigen". Aber ich habe eben Wasserratten. Meine Kleine konnte mit 3 Jahren "schwimmen". Schwimmhilfen hat sie immer abgelehnt. Okay - mit 3 war das noch nicht der perfekte Beinschlag - aber sie schwamm alleine. Mit 3 legte sie dann auch das erste Schwimmabzeichen ab, ich glaube das war der Bobby. Ich fand dann einen privaten Schwimmkurs und mit 4,3 Jahren machte meine Kleine ihr Seepferdchen. Mein Großer war etwas "älter", ich dächte schon 4,9. Der schwimmt übrigens immer noch, aktiv im DLRG.

Allerdings muss ich sagen, dass wir früher jedes Wochenende mit unseren Kindern im Schwimmbad waren. Und auch noch heute haben wir Jahreskarten für das Freibad. Dort planschen wir nicht, wir schwimmen. :mrgreen: Wasser ist für uns so selbstverständlich, wie andere Äpfel essen. Wir buchen, nach wie vor, kein Hotel ohne Schwimmbad.

Was am besten für das Kind ist, sieht man am besten, wenn man das Kind individuell beobachtet - wie mit allem. Die signalisieren einem schon, ich will das, ich bin bereit - oder eben nicht. Und ob ein 4-jähriger unmotivierter schneller schwimmen lernt, als ein 6-jähriger motivierter, das wage ich zu bezweifeln.

VG
alibaba
Dauergast
 
Beiträge: 3458
Registriert: Mo 6. Okt 2008, 10:06

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Ani* » Sa 7. Jul 2018, 19:13

Hi, Ihr Lieben,
ich nehme Rücksicht darauf, dass ich hier nicht in einem "durchschnittlichen Eltern-Forum" bin, sondern zwischen besonderen Eltern von besonderen Kindern.
Deswegen kann ich reden über Themen, was ich normalerweise mir nicht traue in der Öffentlichkeit zu äußern.
Unser Sohn ist seit 2 Jahren in diesem Kurs bei Anja Kerkow https://www.youtube.com/watch?v=Ev9R6NiNbj4
Ja, momentan ist er das erste und das einzelne Kind, das mit 2 sicher ohne Schwimmhilfe schwimmen kann. Und tauchen. Und springen. Unter Wasser und normal, wie ein Erwachsene.
Er schwimmt besonderes gerne und gut auch mit Flößen. 20-25 m... Wir wissen, dass er eine motorische HB hat, aber in diesem Kurs schwimmen früh oder später alle Kinder frei und gut.
Ohne Gewalt. Wie in der Natur, wie bei Nomaden oder Indianer oder Polynesien..
Wir, als Eltern haben entschieden, dass Ani* keine Abzeichnen braucht. Er muss keinem etwas beweisen...Er soll nur Wasser lieben und lebenslang geniessen können.
Unser Ani ist selbst ein Beweis dafür, wenn Kinder sich ungestört entwickeln und vor allen "ein Spielraum" als Wasser ohne Einschränkungen haben, dann schwimmen sie früh und natürlich. Wie im Mutterleib.
Ani ist kein Masstab, auf Grund dass wir den ganzen Winter in Asien verbracht haben und er konnte 5-6 Stunden am Tag im Pool verbringen. Was in Deutschland selbstverständlich unmöglich ist.
Was ich damit sagen wollte:
ab wann ins Wasser: ab 2-3 Monaten und so oft wie möglich
ab wann ein klassischer Schwimmkurs: nie.
Ani*
 
Beiträge: 13
Registriert: Fr 15. Jun 2018, 21:44

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Rabaukenmama » So 8. Jul 2018, 17:05

Hallo, mein threadstart ist mittlerweile ziemlich genau 2 Jahre her. Mittlweile glaube ich zu wissen, dass es beim schwimmen-lernen genau so ist, wie bei allen anderen Fertigkeiten: wie und wann ist einfach persönlichkeitsabhängig!

Mein älterer Sohn (damals, vor 2 Jahren, 6,4 Jahre alt) hat in dem Kurs tatsächlich gut und halbwegs sicher schwimmen gelernt. Mit meinem jüngeren Sohn (damals knapp 4Jahre alt) habe ich den Schwimmkurs abgebrochen, es hätte rein gar nichts gebracht, da mit Zwang weiter zu machen.

Mittlerweile hat aber auch mein jüngerer Sohn gelernt, sich mit Schwimmflügern im Wasser zügig fortzubewegen und er geht sehr gerne ins Schwimmbad. Es war halt - wie fast alles bei ihm - viel, viel langsamer und mühsamer als bei gesunden Kindern. Sehr geholfen haben uns zwei Kurzurlaube (nur mein Sohn und ich) im vergangenen Sommer in einer Jugendherberge mit Pool. Da war so gar nichts los, es gab keine Ablenkungen (Rutschen, Wasserstrudel oder sonstige Attraktionen) und mein Sohn hat sich wirklich jeden Tag ein kleine bißchen mehr (zu-)getraut. Am Ende konnte er vom Beckenrand ins Wasser springen und 10 Meter langsam, aber zielgerecht mit Schwimmflügerln rumpaddeln. Darauf aufbauend waren wir noch etliche Male in Freibädern, Hallenbädern, Seen und Thermen und mittlerweile habe ich eine kleine Wasserratte, die am liebsten 3x die Woche baden fahren würde 8-) .

JETZT wäre vermutlich der ideale Zeitpunkt für einen Schwimmkurs, wie wir ihn vor 2 Jahren hatten, aber leider findet dieses Jahr keiner statt (zur Info an die, die es nicht wissen: mein Sohn versteht nur gebärdensprachigen Unterricht). Ich überlege gerade, mal einen Privatlehrer ins Bad kommen zu lassen und selbst als Dolmetscher zu fungieren. Einen Versuch ist es vermutlich wert, ich werde mich noch umschauen und dann hier berichten.

@Ani: Ich glaube nicht, dass Kinder einen Schwimmkurs BRAUCHEN um schwimmen zu lernen. Es ist immer die Frage, was man erreichen will. Will ich meinen Kindern zeigen, wie man sich gut und sicher im Wasser fortbewegt, so traue ich mir das auch selbst zu. Will ich aber, dass sie RICHTIG schwimmen lernen, ist das ganz was anderes.

Ich selbst habe als Kind von meinen Eltern schwimmen gelernt. Ab einem Alter von 9 Jahren habe ich an Kinder-Schwimmwettberwerben teilgenommen und war immer im guten Mittelfeld. In der 2. Klasse Hauptschule (mit 11 Jahren) hatte ich dann Schul-Schwimmunterricht. Und dort wurde ich wegen "falschen" Beinschlages in die zweitschlechteste von 5 Gruppen eingeteilt. Von dort wurde ich nochmal zurückgestuft in die Nichtschwimmergruppe, weil ich keinen Kopfsprung konnte. Es war total frustrierend für mich, als eigentlich gute Schwimmerin in der Nichtschwimmergruppe zu sein, die nicht mal eine eigene Bahn im Schwimmbad zur Verfügung hatte. Das war übrigens zu einer Zeit, als ich privat (allein!) ganze Seen durchschwommen bin!

Von der Warte gesehen wünsche ich mir schon, dass meine Kinder zumindest die Chance haben, schwimmen so zu lernen, wie es "richtig" wäre. Flüchtigkeitsfehler schleichen sich ohnehin ein. Auch in Bädern beobachte ich sehr viele Menschen die "falsch" (aber deshalb nicht schlecht!) schwimmen.

Aber da ist es vermutlich wie bei allem: ich kann nicht vorhersehen, was mal von meinen Kindern verlangt werden wird. Es ist ähnlich wie mit dem schreiben. Von der Zeit an, als mein älterer Sohn mit 3 Jahren und 9 Monaten von sich aus zu schreiben begann, bis zum Schuleintritt, sind fast 3 Jahre vergangen. 3 Jahre, in denen er immer besser und deutlicher schreiben konnte, wo sich aber auch seine Fehler (von welcher Seite der Strich beginnt) verfestigt haben. Gott sei Dank kam mein Sohn in eine Klasse, wo das nicht so wesentlich war. Aber es gibt durchaus Lehrer, die Buchstaben nur so akzeptieren, wie sie "im Lehrbuch" stehen.

Beim schwimmen ist es genauso. Sobald es als Teil des Turnunterrichtes Schwimmunterricht gibt, ist nicht mehr wesentlich, wie gut, schnell und sicher man sich im Wasser fortbewegen kann, sondern wie genau man dabei die Beine bewegt und ob beim Kopfsprung wirklich jede Gliedmasse in der korrekten Reihenfolge ins Wasser eintaucht. Und natürlich wie ästhetisch das Ganze aussieht. Die Freude an der Sache bleibt dabei leider oft auf der Strecke.

Wie dem auch sei, meine eigenen Erfahrungen sind MIT ein Beweggrund für einen klassischen Schwimmkurs. Ich habe gesehen, wie erfolgreich das bei meinem älteren Sohn war. Beim jüngeren gibt es diese Möglichkeit momentan leider nicht, aber ich will ihm auch nicht AUSSCHLIEßLICH selbst das schwimmen beibringen.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
Dauergast
 
Beiträge: 2413
Registriert: So 8. Dez 2013, 21:24

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon alibaba » Mo 9. Jul 2018, 08:39

Da hat @koschka etwas wichtiges geschrieben. Selbstüberschätzung - das größte Problem bei Badeunfällen. Aber, viele Leute können auch nicht richtig schwimmen. Das zweite Problem. Sie denken, ein bisschen springen vom Sprungturm im Freibad oder der Baggerseeplattform reicht, um ein sicherer Schwimmer zu sein. Was mache ich wann, bei einem Krampf, wenn mir die Kraft ausgeht, wenn ich in eine Strömung komme, das alles kann man im Verhaltenstraining lernen. Und unbenommen davon benötige ich Ausdauer und die bekomme ich nur wenn ich schwimme und nicht, wenn ich plansche. ;)

@Ani

mit 2 Jahren sicher schwimmen …… das glaube ich Dir nicht. Oder wir haben eine unterschiedliche Auffassung von "sicher schwimmen", das wäre dann auch eine Möglichkeit. Als Mutter eines Rettungsschwimmers kenne ich mich, ein klitzeklein wenig aus. :schwitz:
Da auch meine Kleine mit 2 Jahren alleine "schwamm", allerdings mehr unter Wasser als über Wasser, weiß ich um die körperlichen Proportionsverhältnisse und der damit verbundenen Probleme, obwohl meine Kleine ein zierliches Kind war und ist und einen eher recht kleinen Kopf hat. Mützen für Babys oder Kleinkinder passen meiner Madame heuer immer noch. Wir machen uns da manchmal im Kaufhaus einen Spaß draus, die anzuprobieren. :mrgreen: Und obwohl auch meine Kleine recht fix "schwimmen2 konnte, lehne ich es aber von einer motorischen Hb zu sprechen, denn das alles nützt ihr reichlich wenig, beim Barren, beim Fußballspielen, beim Handball, am Reck, beim Kugelstoßen, 100-m-Lauf, Seilklettern ….. das Einzige war - klar die Note 1 beim Schwimmunterricht in der Schule.

VG
alibaba
Dauergast
 
Beiträge: 3458
Registriert: Mo 6. Okt 2008, 10:06

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon charlotte12 » Mo 9. Jul 2018, 09:32

Ich finde es gerade ganz spannend, dass es die Kombi "guter Schwimmer aber ansonsten unsportlich" doch häufiger zu geben scheint. Ich selbst war/bin nämlich auch so ein Exemplar :oops: Weiß jemand, woran das liegen könnte, braucht man beim Schwimmen andere Fähigkeiten als beim "normalen" Sport?

Mützen für Babys oder Kleinkinder passen meiner Madame heuer immer noch.

Meiner auch :) Neulich wollte sie den Radhelm mit einem Kind tauschen, das über zwei Jahre jünger war als sie. Scheiterte dann daran, dass dem kleineren Kind der Radhelm meiner Tochter zu klein war.

@ Koschka: Ganz klare Sache, finde ich ja auch. Aber es kommt extrem auf den Kurs an, bei uns hat damals im Kleinkindschwimmen die Kombi resolute Schwimmlehrerin - vorsichtiges Kind nicht gepasst und genau das Gegenteil bewirkt. Durch viel zu viel Druck wurde aus meinem vorsichtigen Kind ein wasserscheues Kind mit einem echten Problem.
Mir fällt auf, dass in der Klasse meiner Tochter sie das einzige Kind ist, das zu Beginn der Schulzeit noch nicht schwimmen konnte und jetzt ein ordentlicher Schwimmer ist. Alle anderen Nichtschwimmer sind bis heute Nichtschwimmer. Das deckt sich auch mit Erinnerungen aus meiner Kindheit, es gibt immer noch die Kinder, die früh schwimmen lernen und die, die es nie lernen, aber nur wenige Kinder, die erst später das Schwimmen lernen. Richtig schade finde ich, dass in den Schulen im Schwimmunterricht nicht die Chance genutzt wird, den Nichtschwimmern wirklich das Schwimmen beizubringen. Die wirklich hervorragende Schulschwimmlehrerin meiner Tochter war ganz unglücklich, dass sie das nicht leisten konnte/kann - ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man alleine für über 20 Kinder verantwortlich ist :(
charlotte12
Dauergast
 
Beiträge: 283
Registriert: Sa 21. Mai 2016, 18:28

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon alibaba » Mo 9. Jul 2018, 10:39

Koschka hat geschrieben: Den nächsten Schock bekam ich später als mir ein Elternpaar, das ihr Kind in so einem Kurs hatte, berichtete, dass sind doch gute und effiziente Methoden. Kinder lernen dadurch sicher schwimmen.


Naja, nicht dass ich das Geschilderte jetzt gut finden würde ABER ich muss jetzt mal einen Stein brechen, DENN was heutzutage für ein Geschiss ums Schwimmen lernen von Eltern gemacht wird, ist oft auch sehr schockierend. Beim kleinsten Wassertropfen im Auge, musss eine Schwimmbrille her - bitte die größte die es gibt. Bloß nicht zu tief ins Wasser, man könnte ja unter gehen. Halte dich fest Kind, halte dich fest ….. wie manche Mütter so schreien können, das glaubt man nicht. Außerdem wissen die Mütter oft alles besser, nur der Trainer weiß es natürlich nicht. :mrgreen:
Also ich will nicht wissen, was die Leute so über mich gedacht haben. Meine Trulla sprang einfach so ins Wasser und ich bin nie gleich hysterisch gerannt. Ich hatte sie im Blick und sie mich - mit großen Augen unter Wasser - ich sehe sie heute noch vor mir, ihre großen Augen, blubbernd kam sie dann nach oben.

Und -ich ergänze- die Kinder die mit Nase zuhalten ins Wasser springen. Das bekomme ich einfach nicht in meinen Kopf.

Vielleicht daher meine Anmerkung - so am Rande - ist die obige Erfahrung der Mutter gar nicht so abwegig und schockierend. ;)

VG
alibaba
Dauergast
 
Beiträge: 3458
Registriert: Mo 6. Okt 2008, 10:06

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 9. Jul 2018, 11:05

alibaba hat geschrieben:Naja, nicht dass ich das Geschilderte jetzt gut finden würde ABER ich muss jetzt mal einen Stein brechen, DENN was heutzutage für ein Geschiss ums Schwimmen lernen von Eltern gemacht wird, ist oft auch sehr schockierend. Beim kleinsten Wassertropfen im Auge, musss eine Schwimmbrille her - bitte die größte die es gibt. Bloß nicht zu tief ins Wasser, man könnte ja unter gehen. Halte dich fest Kind, halte dich fest ….. wie manche Mütter so schreien können, das glaubt man nicht. Außerdem wissen die Mütter oft alles besser, nur der Trainer weiß es natürlich nicht. :mrgreen:
Also ich will nicht wissen, was die Leute so über mich gedacht haben. Meine Trulla sprang einfach so ins Wasser und ich bin nie gleich hysterisch gerannt. Ich hatte sie im Blick und sie mich - mit großen Augen unter Wasser - ich sehe sie heute noch vor mir, ihre großen Augen, blubbernd kam sie dann nach oben.


Alibaba, da bin ich dieses Mal ganz deiner Meinung. Das liegt aber mMn auch daran, dass viele Mütter selbst eher schlecht als recht schwimmen können, und einfach zu wenig bzw. falsche Informationen zu ertrinken oder Unfällen im Wasser haben. Ich habe mal so eine hysterisch wirkende Mutter angesprochen, und die glaubte echt, dass Kleinkinder ersticken, wenn sie sich am Wasser verschlucken!

Als Rettungsschwimmerin weiß ist, dass das (mal abgesehen von extremem Schicksal) NICHT passieren kann. Das Kind prustet, spuckt das Wasser aus, und das war´s. Und wenn ein Kleinkind schreiend, um sich schlagend und prustend in Wasser strampelt, muß man es natürlich schnellstmöglich herausholen. "Fast ertrunken" wäre es aber nicht, denn das ist was stilles, unbemerktes. Vielleicht hat es einen Schock, aber das war´s schon. Ich betrachte das reinwerfen von nicht-schwimmkompetenten Kindern absolut nicht als okay oder Methode zum schwimmen-lernen, weil es einfach große, unnötige Ängste erzeugt. Aber echte Lebensgefahr besteht nicht, solange jemand da ist, der das Kind auch wieder rausholen kann.

Was aber leider oft nicht bedacht wird - nicht nur tiefes Wasser ist gefährlich. Bis zu einem Alter von 2-3 Jahren "atmen" Kinder, die ins Wasser fallen, das Wasser wie Luft ein. Das ist auch dann der Fall, wenn das Wasser nur 20cm tief ist! Das Wasser füllt dann die Lungen und die Kinder werden bewußtlos, ganz ohne Panik, strampeln oder sonst-was!

Um dauerhafte Hirnschäden zu erleiden muss ein Kind mindestens 2 Minuten unter Wasser sein. Das ist unter normaler Aufsicht aber nicht der Fall. Daher stimmt auch nicht, wenn im nachhinein behauptet wird, man hätte das ertrunkene Kind nur "ein paar Sekunden" nicht in den Augen gehabt. Das ist verständliches wunschdenken, tatsächlich waren es aber Minuten.

Aber das wissen die wenigsten Eltern. Ich wurde auch schon schief angeschaut, wenn ich nicht sofort im Schweingsgalopp hinterhergerannt bin, wenn eines meiner Kinder im Kleinkindalter auf eine Wasserfläche zugelaufen ist. Tatsächlich war ich immer sprungbereit, es war aber nie wirklich notwendig ;) .
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
Dauergast
 
Beiträge: 2413
Registriert: So 8. Dez 2013, 21:24

VorherigeNächste

Zurück zu ganz allgemein...

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste