Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Eltern
haben Kluge Kinder auch Kluge Eltern? Alles zu Hochbegabung bei Erwachsenen

Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon Edainwen » Do 13. Mär 2014, 09:52

heinerprahm hat geschrieben:
(noch eine Ergänzung hierzu) ... und hier oben aus dem PDF zur Züricher Longitudinalstudie die wissenschaftlichen Statistiken aus einem nicht verbalen Intelligenztest (Snijders-Oomen), wann Kinder normalerweise ein Kreuz, einen Kreis und ein Quadrat - nachzeichnen - können, die schwarze Markierung zeigt das erste Auftreten des Durchschnitts aller Kinder an, der blaue Balken, die Varianz zwischen frühen und spätem Auftreten. Und da sieht man das kinder durchschnittlich mit 54 Monaten (4 1/2 Jahre) ein Quadrat - Nachzeichnen - können und die Frühsten in diesem Intelligenztest, das - Nachzeichnen - mit 42 Monaten (3 1/2 jahren)können. Auf dem Bildern oben ist unsere Tochter zu sehen die mit 24 Monaten (2 Jahre 0 Monate) auf unsere Bitte hin aus dem Gedächtnis und ohne Vorlage eines Quadrat, eine Kreuz und Kreise malt (also sie hat nicht -nachgezeichnet-, wie in dem Intelligenztest gefordert und das erklär dann mal z.B. einem/einer Tester/in, wenn Dein Kind dann bei einem IQ-Test mit 5 Jahren keine Bock auf so einen Babykram hat und die Aufgabe verweigert!)

Bild


Auf Kreuze und Kreise haben wir zugegebenermaßen nicht geachtet, aber mein Sohn hat mit 30 Monaten seinen Namen auswendig geschrieben, ebenso wie solche Sachen wie 2+2 = 4 (da wir diese Blätter aufgehoben haben, weiß ich das so genau), worin ja auch Dreiecke und Kreuze enthalten sind. Falls es nun also tatsächlich eine Korrelation zwischen Intelligenz und Zeichnungen gäbe, wäre mein Sohn damit ja fast ein "Wunderkind" :lol: Was aber in dem Artikel auch ganz klar ausgeführt wird, ist, dass Zeichnen vor allem mit feinmotorischen Fähigkeiten zusammen hängt, die wiederum mit Intelligenz gar nichts zu tun haben müssen. Hier ein entsprechender Auszug aus dem Artikel von Seite 242:

Zeichnen und Motorik
Zeichnen ist ein Spiegel der feinmotorischen Entwicklung
eines Kindes. In den Zürcher Longitudinalstudien
wurde eine Beziehung zwischen den feinmotorischen
Aufgaben der Zürcher Neuromotorik und den zeichnerischen
Fähigkeiten im Alter von 4 Jahren gefunden,
nicht jedoch im Alter von 6 und 8 Jahren [24].

Interessanterweise fanden wir mit 4 Jahren keinen
Zusammenhang zwischen den zeichnerischen und den
intellektuellen Fähigkeiten (untersucht mit dem
Snijders-Oomen nicht-verbalen Intelligenztest [15]).
Das Kind benötigt also eine gewisse motorische Reife,
um die mentalen Vorstellungen und inneren Bilder auf
einem Blatt Papier ausdrücken zu können.


Zeichnen können hat im jungen Alter also weniger mit Intelligenz als mit Üben zu tun. Und da ist es nicht verwunderlich, dass mein Sohn, der nach dem Beispiel seiner großen Schwester schon früh und gerne gemalt hat, mit 24 Monaten schon erkennbarer gemalt hat als sein Freund, der nur selten einen Stift in die Hand nimmt, im Alter von 4,5 Jahren.
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Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon Momo » Do 13. Mär 2014, 11:26

Ohne mich bereits mit dem oben beschriebenen Artikel beschäftigt zu haben, denke ich ganz sicher, dass sich in Kinderzeichnungen die kognitive Entwicklung ablesen lässt. Bestimmte Zusammenhänge sind in Kinderzeichnungen doch absolut deutlich zu sehen. Malt das Kind noch die typischen Kopffüßler, oder hat es bereits erkannt und kann dies bildlich umsetzen, dass es auch einen Körper zwischen Kopf und Beinen gibt mit Bauchnabel, Magen, Herz usw. (wie meine Tochter, 3,5 Jahre, gerade heute Morgen wieder gemalt hat, samt Mageninhalt :) ). Werden die Gliedmaßen als Striche oder als zweidimensionale Flächen gemalt? Wie viele Finger und Zehen? Nicht umsonst war es auch eine Aufgabe bei der U7a unserer Tochter, dass sie ein Bild malen sollte. Die Übung kommt vor allem in der Genauigkeit der Zeichnung zum Tragen, doch nicht so sehr bei den dargestellten Dingen, denke ich. Ebenso ist die feinmotorische Entwicklung sicherlich auch ein Hinweis auf die kognitive Entwicklung, oder?

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Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon sogesehen » Do 13. Mär 2014, 11:40

Momo hat geschrieben:Ebenso ist die feinmotorische Entwicklung sicherlich auch ein Hinweis auf die kognitive Entwicklung, oder?


Wie ist da Dein Gedankengang für diesen Zusammenhang, Momo?
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Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon Edainwen » Do 13. Mär 2014, 12:09

Momo hat geschrieben:Ohne mich bereits mit dem oben beschriebenen Artikel beschäftigt zu haben, denke ich ganz sicher, dass sich in Kinderzeichnungen die kognitive Entwicklung ablesen lässt. Bestimmte Zusammenhänge sind in Kinderzeichnungen doch absolut deutlich zu sehen. Malt das Kind noch die typischen Kopffüßler, oder hat es bereits erkannt und kann dies bildlich umsetzen, dass es auch einen Körper zwischen Kopf und Beinen gibt mit Bauchnabel, Magen, Herz usw. (wie meine Tochter, 3,5 Jahre, gerade heute Morgen wieder gemalt hat, samt Mageninhalt :) ). Werden die Gliedmaßen als Striche oder als zweidimensionale Flächen gemalt? Wie viele Finger und Zehen? Nicht umsonst war es auch eine Aufgabe bei der U7a unserer Tochter, dass sie ein Bild malen sollte. Die Übung kommt vor allem in der Genauigkeit der Zeichnung zum Tragen, doch nicht so sehr bei den dargestellten Dingen, denke ich. Ebenso ist die feinmotorische Entwicklung sicherlich auch ein Hinweis auf die kognitive Entwicklung, oder?

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Genau das ist ja der Punkt. Ich denke, die meisten Kinder haben mit 3,5 Jahren erkannt, was alles zu einem Menschen gehört, sind aber eben vom Umsetzen können noch weit entfernt! - Unser KiA lässt übrigens erst bei der U9 malen, da es anscheinend die absolute Ausnahme sei, dass Kinder vorher schon was erkennbares zustande bringen (wir hatten ihm bei der U8 ein Bild mitgebracht, welches Sohn gemalt hatte, von einer Kuh an einer Melkmaschine, daher hatte er das erwähnt ;) )
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Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon Momo » Do 13. Mär 2014, 12:27

Hallo Sogesehen,
meinst Du nicht, dass die Entwicklung feinmotorischer Fähigkeiten, wie z.B. das frühe Umblättern einzelner Buchseiten (wie es oft auch von später als hochbegabt erkannten Kindern beschrieben wird) bestimmte kognitive Vernetzungen voraussetzt?

Hallo Edainwen,
genau das Umsetzen können spricht für mich für eine kognitive Entwicklung! Schon als Baby zeigen diese meistens auf ihren Bauch, wenn man sie danach fragt. Dieses aber in den wirklichen Zusammenhang mit der objektiven Betrachtung eines Menschen zu bringen und dieses auch so bildlich darzustellen zu können, ist ein großer weiterer Schritt. Anders ausgedrückt- es wäre rein feinmotorisch doch kein Problem für ein dreijähriges Kind, einen Kreis mehr für den Bauch zu malen. Um dieses dann aber wirklich von sich aus bildlich umzusetzen, muss vorher die Erkenntnis, sprich die kognitive Entwicklung, vorhanden sein ;)

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Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon Edainwen » Do 13. Mär 2014, 12:47

@Momo,

mit den zwei Kreisen, ja, das leuchtet mir ein (meine Kinder haben auch nie Kopffüßler gemalt sondern gleich Kopf und Bauch), aber es gibt eben auch Kinder, die auch mit 3 Jahren noch keinen Kreis so malen können, wie sie sich das vorstellen und erst recht nicht zwei Kreise so aneinander platzieren, dass es als Kopf und Bauch erkennbar ist, weil z.B. der Kopfkreis größer wird als der Bauch oder der Bauchkreis so groß, dass der Kopf kaum mehr Platz auf dem Bild findet, ... und ich denke nicht, dass das etwas mit Intelligenz zu tun hat, sondern eben mit Übung.
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Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon Momo » Do 13. Mär 2014, 13:01

Edainwen hat geschrieben:
mit den zwei Kreisen, ja, das leuchtet mir ein (meine Kinder haben auch nie Kopffüßler gemalt sondern gleich Kopf und Bauch), aber es gibt eben auch Kinder, die auch mit 3 Jahren noch keinen Kreis so malen können, wie sie sich das vorstellen und erst recht nicht zwei Kreise so aneinander platzieren, dass es als Kopf und Bauch erkennbar ist, weil z.B. der Kopfkreis größer wird als der Bauch oder der Bauchkreis so groß, dass der Kopf kaum mehr Platz auf dem Bild findet, ... und ich denke nicht, dass das etwas mit Intelligenz zu tun hat, sondern eben mit Übung.


Wenn dies wirklich mit Übung zu tun hat, kann ich mir nicht erklären, warum meine Tochter dann ganz ohne Übung mit gerade zwei Jahren exakt in die Blattmitte einen runden Marienkäfer samt Punkten, Kopf, Fühlern und Beinen gemalt hat. Sie hat dies nicht geübt, sondern einfach ihre Vorstellung mit gutem Augenmaß gemalt. Vielleicht ist es aber auch kein alleiniger Hinweis auf eine hohe Intelligenz sondern auf ein Talent in einem bestimmten Bereich (was mich nicht wundern würde, da meine Stärken auch ganz klar im künstlerisch/ visuellen Bereich liegen). Denn es gibt sicherlich auch sehr intelligente Kinder, die erst viel später mit erkennbaren Zeichnungen begonnen haben, oder wie haben sich Eure Kinder diesbezüglich entwickelt?
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Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon alibaba » Do 13. Mär 2014, 13:24

Ich finde immer das es etwas mechanisches hat, wenn Heiner von seiner Tochter erzählt. Tut mir leid, Heiner, das ist mir immer zu künstlich. :schwitz: Das ist wie ein vorprogrammierter Computer, dem man vorsetzt, er das auch kann, aber dem der Raum fehlt, Dinge selber zu erkunden und danach zu suchen. Hoffentlich könnt Ihr das beibehalten und findet auch im späteren Umfeld dazu eins was passt. Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen etwas als Beweis zu verewigen. Zumal es mit zunehmenden Alter immer unwichtiger wird, wann ich denn das erste Mal auf einen Buchstaben gezeigt habe oder wann ich denn nun die Hausnummern richtig lesen konnte. :fahne:

Meine Kinder hatten im Windelkrabbelalter einen Topf in der Hand und einen Schaumbesen, machten damit herrlich Krach und ich war meilenweit davon entfernt Landkarten und Computer auf den Boden zu legen und hier zusammen nach Buchstaben zu suchen. Ich kam überhaupt nicht auf diese Gedanken.

Das Zeichnungen von Kindern mit Intelligenz (IQ) zusammen hängen konnte Ellen Winner in ihrem Buch Hochbegabt, nicht feststellen! Eher wieder mit Kreativität, wobei auch hier eine hohe Kreativität nicht automatisch mit einem hohen IQ gleichzusetzen ist.

Ich persönlich bin auch kein Freund von solchen Listen, nomierten Angaben, wer wann etwas kann und wie man das nun werten muss.

Ich sehe, dass meine normal begabte Tochter eine wunderbare kreative "Künstlerin" ist. Ich wurde bereits von mehreren, unterschiedlichen, Fachexperten darauf angesprochen. Dabei geht es nicht darum wie es die Tochter malt, sondern was sie malt, so ganz ohne Vorlagen, Anleitungen oder Bildern wo sie es sich absehen könnte und ohne Unterrichtung in jeglicher Hinsicht. Das mechanische fehlt ihr vollkommen.

Mein sehr begabter Sohn dagegen konnte zwar recht zeitig ein Quadrat, Kreis oder Pyramide zeichnen, jedoch geht ihm alles zeichnerische, künstlerische oder ästhetische dabei vollkommen ab. Er malt mechanisch und wird dabei, früher oder später, an Grenzen stoßen. Teilweise stößt er bereits jetzt daran.

VG
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Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon Edainwen » Do 13. Mär 2014, 13:54

@Momo: DA kann ich Dir auf jeden Fall zustimmen. Ich denke auch, dass es sich um spezielles Talent handelt :fahne: - Also mein Kleiner hat sich bezüglich Malen auch recht flott entwickelt, wobei er aber eben die große Schwester zum Vorbild hat und so z.B. schon mit 18 Monaten Muster aus (kleinen) Bügelperlen gelegt hat - sicherlich eine gute Übung für die Feinmotorik, die die wenigsten Jungs in dem Alter machen werden :lol: Er hat auch sehr früh sehr detaillreich gemalt, z.B. mit 30 Monaten eine Frau mit Mütze und Einkaufstasche ("Accessoires" werden laut Tabelle nur von 2% der 4jährigen Jungs gemalt :mrgreen: ), allerdings eben mit deutlichen feinmotorischen Schwächen. Menschen malt er allerdings sehr selten, lieber schreibt er oder malt Tiere oder technisches (Raketen, Flugzeuge, ...).

Meine Tochter hat nur als Baby gemalt (übrigens haben beide als erstes auch Marienkäfer gemalt ;) ) und dann erst wieder um den 4. Geburtstag herum - davor entsprach das Ergebnis nicht ihren Vorstellungen, daher hat sie's gleich ganz gelassen. Ich war damals sehr erstaunt, als sie zur Schuleingangsuntersuchung (, die bei uns schon kurz nach dem 4. Geburtstag stattfindet,) einen perfekten Menschen mit 5 Fingern an jeder Hand, Kleidung, Haaren, ... malte. Erst dann fing sie wieder an zu malen, als sie feststellte, dass sie so langsam halbwegs das zu Papier bringen kann, was sie sich vorstellt.
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Re: Hausnummern lesen mit 1,5 Jahren?

Beitragvon Bliss » Do 13. Mär 2014, 15:48

Wenn ich mir diese Altersangaben auf den Tabellen anschaue, dann wir mir klar, warum so viele Eltern glauben hochbegabte Kinder zu haben :mrgreen:

Wenn ich jetzt das Beispiel mit dem Dreieck und der Alterspanne von 52 bis 76 Monate anschaue, dann kenn ich offenbar nur Schnellentwicklerkinder. Meine Tochter hat mit 2,5 Jahren angefangen Buchstaben nachzumalen und mir erklärt das A geht einfach, das ist ein Dreieck mit Beinchen. Und dann hab ich hier ein Bild hängen von meinem Jüngsten, der mit knapp 3 Jahren ein Haus mit einem gleichseitigen Dreieck als Dach gemalt hat. Und beide sind keine Zeichentalente und vermutlich auch nicht hochbegabt.

Meiner Meinung nach kann man aus diesen Tabellen höchstens die chronologische Entwickliung ablesen, aber die Alterangaben würde ich mit Vorsicht genießen. Vermutlich kommen die daher, dass viele Kinder in solchen Testsituationen verweigern, weil sie entweder generell fremden Leuten gegenüber skeptisch sind oder einfach keine Lust haben.
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