Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Kim_S » Di 2. Mai 2017, 13:31

Wir merken auch immer wieder, je mehr wie etwas erzwingen möchten, um so mehr wird vom Kind blockiert. Dennoch möchte man ja nur das beste und wie in einem anderen Beitrag zu lesen, lässt auch die Leistung des Kindes nach bei uns und wir wissen aktuell nicht wirklich wie wir damit umgehen sollen.
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Maca » Fr 16. Nov 2018, 14:48

Hallo,

Ich dachte ich berichte mal, wie es sich entwickelt hat, zumal die Erfahrungen mit außerschulischer Förderung ja sehr verschieden sind.
Mein Sohn hat damals das Testverfahren mitgemacht, ohne besonderes engagiert oder motiviert zu wirken.
Das muss er innerlich aber doch gewesen sein.
Seine Ergebnisse bestägtigen eine außergewöhnliche Mathebegabung.

Nun ist er schon im zweiten Jahr der Förderung (über die Wiliam-Stern-Gesellschaft) und es macht ihm
Riesenspaß!
Fast jeden 2. Samstagmorgen fährt er für 3,5 Stunden in die Uni und knobelt dort an komplexeren mathematischen Problemen. Das tut ihm gut und er kommt immer gut gelaunt nach Hause.

Da er in jüngeren Jahren schon einmal an einem Mathe-Förderprogramm (auch über die Wiliam-Stern-Gesellschaft) mitgemacht hatte und zu zu jener Zeit wenig begeistert wirkte, war ich wirklich skeptisch.

Heute ist er reifer, die Aufgaben sind deutlich komplexer und die Zielgruppe sind eindeutig
verschrobelte Nerds. :mrgreen: Dort fühlt er sich so richtig wohl. :D

Ich bin gerade sehr erleichtert und wollte das mal loswerden.
Mein Sohn hat aktuell eine richtig gute Phase und es scheint ihm gut zu gehen, seine Entwicklung verläuft durchgehend eher positiv. Auch in der Schule ist er nicht unglücklich, obwohl die Unterforderung (trotz zweimaliger Akzeleration) wieder deutlich hervortritt und er in einer Klasse gelandet ist, die nicht fair und kooperativ miteinader umgeht.

Am wichtigsten ist es mir jedoch zu beobachten, was für ein gutmütiger und toleranter Mensch aus ihm geworden ist und wie feinfühlig und empathisch er trotz seiner Asperger- Symptomatik sein kann.
Er muss viel kompensieren und macht das mit stoisch, tapferem Gleichmut, ohne sich jemals zu beschweren und zu jammern.
Ich bin so stolz auf ihn, (auch wenn ich mit sicher bin, dass er niemals eine große Karriere starten wird). :D

Das darf man doch auch mal loswerden, oder?

(bevor diese Phase zu Ende geht und er sich wieder in seine Comicwelt zurückzieht) :mrgreen:

LG
Maca
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Maca » Fr 16. Nov 2018, 15:05

PS:
Ich habe ja noch ein Kind, bei dem es aktuell nicht so gut läuft und welches Denken eher überflüssig findet.
Hm, zur Zeit bin ich mir nicht sicher, ob meine Tochter wirklich jemals auf eigenen Beinen stehen wird.

Trotzdem bin ich auch auf sie mächtig stolz, weil sie ne “Type“ ist und sich nicht aus ihrer inneren Haltung bringen lässt.
Komme was da wolle.

Wie ist das bei euch?
Maca
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon sinus » Mi 13. Mär 2019, 12:31

An dieses Thema (Ausgangspost) schließe ich mich mal an. Genau die Fragen, die du dir im Ausgangspost stellst, begegnen mir nämlich auch immer und immer wieder.
Wie siehst denn aktuell aus mit dem Förderprogramm? Macht er das noch und wie ist dein/sein Fazit inzwischen?

Meine Tochter scheut vor Neuem oft zurück und vor allem dann, wenn sie glaubt, sie könne das nicht gleich/gut genug oder es kommt eine unbekannte Situation/neue Menschen auf sie zu. Wider besseren Wissens, denn sie stellt sich in eigentlich allen Bereichen überdurchschnittlich gut an (Sport, Musik, kognitiv) und agiert, wenn es einmal soweit ist, meist souverän.

An sich bin ich jemand, der seinen Kindern sehr viel Freiraum lässt und sich sehr auf ihre "Kompetenz" im Juulschen Sinne verlässt.
Bei der Großen bin ich aber immer wieder an den Punkt gekommen, dass ich sie doch zu etwas "zwingen" bzw überreden musste. Andernfalls wäre sie bspw auch nicht mit zur Klassenfahrt gefahren. Oder zu den Schnupperveranstaltungen in der weitrführenden Schule, die uns die Lehrerin für sie empfohlen hat. (Eine Schule mit Begabtenförderung)
Jedes Mal (es gab 3 Termine) zog sie vorher ein langes Gesicht, jedes Mal war sie hinterher beseelt.
Und dann überraschte sie uns alle von sich aus mit dem Wunsch, an diese Schule zu dürfen. (ich hätte die von mir aus nicht in Betracht gezogen, weil der Schulweg etwas länger ist)

Ich habe immer wieder ein mieses Gefühl dabei, das Kind zu etwas zu "überreden", wo ich weiß, dass sie sich lieber davor drücken würde. (Betrifft auch Vorspiel mit dem Instrument z.B.)
Aber die Erfahrung zeigt, dass es ihr dann doch gut tut.
Grad erst habe ich sie überredet, bei einem Sport mitzumachen. Sie wollte eigentlich nicht so richtig, jetzt scheint es ihr Spaß zu machen.
Große Begeisterung zeigt sie leider generell eher selten für irgendetwas. Das war aber schon immer so.

Ich glaube inzwischen, sie braucht es, dass man sie ein bisschen "tritt" und sehe es inzwischen als meine Aufgabe an, da auch selbst über meinen Schatten zu springen und konsequenter zu sein und nicht zu schnell nachzugeben, wenn sie mal wieder was eigentlich nicht will.
Aktuell - sie ist jetzt 10 - erlebe ich es sogar immer mal, dass sie selbst Initiative zeigt, wie z.B. die Schule betreffend.
sinus
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon sinus » Mi 13. Mär 2019, 12:37

Koschka hat geschrieben:Hallo Maca,

ich verstehe die Problematik voll und ganz, habe selber ein ähnliches Kind und ähnliche Probleme. Dein Kind hat diverse Freizeitaktivitäten, einen guten Freund und einigermaßen passende Leistung in der Schule? Das ist doch gut, warum wünscht man mehr? Warum muss dein Kind mehr leisten als die anderen? Warum soll er seine Freizeit für die Wünsche seines Vaters opfern? Warum soll er unbedingt an seine Grenzen stoßen? Ich schätze seine Selbsbewustsein ist eher nicht unbegrenzt... es kann sein, dass er genau deswegen Testverfahren und Grenzenaustesten vermeidet. Das kann mit diversen Versagensängsten verbunden sein. Dein Sohn hat genauso ein Recht auf Kindheit wie die normalbegabten Kinder... und auf Dauer wirst du ihn eher nicht zwingen können, mehr zu machen, als es ihm selber lieb ist. Er ist nicht dumm. Er weiß, dass es Arbeit bedeutet, ohne Kompensation. Würdest du so einen Jobangebot annehmen? Würde sein Vater am Wochenende nach einer angstrenden Arbeitswoche freiwillig und unbezahlt komplexe anspruchsvolle Aufgaben erledigen?

LG
Koschka


Ich denke aber, dass gerade dieses Grenzen erreichen und austesten helfen kann, eine besseres Selbstbild und mehr Selbstwertgefühl aufzubauen.
Wenn man es gestattet, dass jemand aus Bequemlichkeit (und evtl Versagensängsten) trotz Begabung immer an der untersten Grenze herumdümpelt, tut man ihm denke ich letzten Endes keinen Gefallen.
Wie kann jemand erfahren, zu was er fähig ist, wenn er es nie wagt oder probiert, auszutesten?
Zuletzt geändert von sinus am Mi 13. Mär 2019, 13:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon sinus » Mi 13. Mär 2019, 12:42

Maca hat geschrieben:
@koschka,
wenn wir ihn zwingen müssten, wäre alles einfacher!
Denn zwingen würde ich meine Kinder nicht.
Mein Mann ebenfalls nicht.
Das würde auch nicht klappen, beide Kinder sind gegen Zwang resistent.
Sie wissen zwar oft nicht was sie wollen, aber häufig was sie NICHT wollen!
Wir als Eltern haben das immer selbstverständlich akzeptiert.
Damit stießen wir übrigens im Umfeld oft auf Unverständnis.

Das Problem für mich ist, dass mein Sohn nicht glücklich wirkt.
Er hat eigentlich alle Freiheiten, viel Zeit zum Entspannen, hat keinen Druck und doch wirkt er so, als stünde er unter Daueranspannung. Nicht immer, aber phasenweise fällt es sehr auf.
Da er absolut verschlossen ist und ich keine Möglichkeit habe an ihn ranzukommen, kann ich nicht einschätzen, ob er tatsächlich Leidensdruck hat oder ich das nur glaube.

Wirklich glücklich habe ich ihn in dem letzten halben Jahr nur einmal gesehen.
Da fand in der Schule ein kleiner musikalischer Abend statt, bei dem Schüler, in einem kleinen Rahmen, etwas auf ihrem Instrument vorspielen konnten.

Er wollte mitmachen, ich musste ihn antreiben zu üben! :cry:
Nach einiger Fleißarbeit wurde er richtig gut ( für seine Verhältnisse, er ist nicht musikalisch)
und spielte dann an dem Abend voller Stolz sein Solo.
Danach war er so stolz, so aufgedreht, regelrecht euphorisch!



Genau so läuft das hier auch.
Leider macht es mir meine Tochter dann immer noch schwer, indem sie das positive Gefühl negiert: wenn ich sie drauf hinweise, wie glücklich sie jetzt ist, sagt sie nur "ich bin einfach froh, dass ich es hinter mir habe!"
(Nach dem gelungenen Weihnachtskonzert war das bspw so)
Dabei beobachte ich das ganz und gar anders und denke schon, dass ich es einschätzen kann, ob es Erleichterung oder echtes Glücksgefühl über eine Leistung/ein Erlebnis ist...
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon sinus » Mi 13. Mär 2019, 12:56

Ich hatte übrigens einen Klassenkameraden, der nach hb-mädchenmanier nie groß auffiel. Der nichts machte und trotzdem mit 1,0 Abi machte. Der aber sonst nirgendwo in Erscheinung trat und irgendwie völlig "unsichtbar" blieb. Er wirkte konstant desinteressiert und muffelig, war oft ziemlich sarkastisch.
Erst als Erwachse jetzt wurde mir rückblickend klar, dass er sicherlich hoch- oder gar höchstbegabt ist.

Er hat dann Wirtschaftsmathematik studiert und sich dafür immer noch nicht anstrengen müssen.
Als ich ihn zuletzt sah, wirkte er immer noch an allem desinteressiert und "muffelig" und hatte weder eine Familie gegründet, noch eine erfüllenden Job. Also er hatte eine Job, aber er schien daran nicht allzu viel Freude zu haben.
Von einem besonderen Hobby weiß ich auch nichts.
Ich hatte den Eindruck, dass es nichts gibt, für das er sich irgendwie begeistert und dass er das Leben generell irgendwie langweilig findet.

Ich frage mich, wenn ich an ihn denke, immer mal wieder, ob das alles so kommen musste, weil er einfach so veranlagt ist, oder ob man ihm hätte helfen können, in dem er mehr Anforderungen und mehr Anstöße und Anreize auch gegen seine erkennbare Trägheit bekommen hätte... Oder ob diese Trägheit sogar nur eine Art Resgination war/ist, die erst dadurch entstand, das er nie an seine Grenzen gekommen ist...
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Koschka » Mi 13. Mär 2019, 13:03

@sinus

ich glaube schon, dass es eine bestimmte Veranlagung ist. Sicherlich tut es solchen Typen gut, wenn sie Freunde und Lebenspartner finden, die ihnen bei den ersten Schritten helfen. Sicherlich tragen die herausragenden kognitiven Fähigkeiten dazu bei, dass man vieles im Sinne des Verstandes betrachtet und als Unsinn verwirft. Warum muss man den auf diesen blöden Berg steigen, wenn man danach sowieso runter geht? Wie du richtig schreibst, wenn man nicht gelernt hat, dass sich überwinden und schwitzen und durch "es geht doch nicht mehr!" weiter laufen Spaß macht, dann kann man ruhig solche rationale Meinung vertreten.
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Maca » Do 14. Mär 2019, 16:49

sinus hat geschrieben:
Bei der Großen bin ich aber immer wieder an den Punkt gekommen, dass ich sie doch zu etwas "zwingen" bzw überreden musste. Andernfalls wäre sie bspw auch nicht mit zur Klassenfahrt gefahren. Oder zu den Schnupperveranstaltungen in der weitrführenden Schule, die uns die Lehrerin für sie empfohlen hat. (Eine Schule mit Begabtenförderung)
Jedes Mal (es gab 3 Termine) zog sie vorher ein langes Gesicht, jedes Mal war sie hinterher beseelt.
Und dann überraschte sie uns alle von sich aus mit dem Wunsch, an diese Schule zu dürfen. (ich hätte die von mir aus nicht in Betracht gezogen, weil der Schulweg etwas länger ist)

Ich habe immer wieder ein mieses Gefühl dabei, das Kind zu etwas zu "überreden", wo ich weiß, dass sie sich lieber davor drücken würde. (Betrifft auch Vorspiel mit dem Instrument z.B.)
Aber die Erfahrung zeigt, dass es ihr dann doch gut tut.
Grad erst habe ich sie überredet, bei einem Sport mitzumachen. Sie wollte eigentlich nicht so richtig, jetzt scheint es ihr Spaß zu machen.
Große Begeisterung zeigt sie leider generell eher selten für irgendetwas. Das war aber schon immer so.

Ich glaube inzwischen, sie braucht es, dass man sie ein bisschen "tritt" und sehe es inzwischen als meine Aufgabe an, da auch selbst über meinen Schatten zu springen und konsequenter zu sein und nicht zu schnell nachzugeben, wenn sie mal wieder was eigentlich nicht will.
Aktuell - sie ist jetzt 10 - erlebe ich es sogar immer mal, dass sie selbst Initiative zeigt, wie z.B. die Schule betreffend.


Hallo sinus,

Was du beschreibst, sehe ich ganz genauso bei meinem nun 12jährigen Sohn.
Ihm fehlt sehr oft Eigeninitiative und das resultiert zu einem großen Teil, so vermute ich, aus seinen Selbstzweifeln.
Das geht gar nicht mit einem so schlechten Selbstwertgefühl einher, er findet sich eigentlich recht gut gelungen, aber sein Selbstvertrauen ist nicht stabil. Er grübelt, vergleicht und analysiert ständig und weiß, dass die Wahrscheinlichkeit zu scheitern immer besteht.
Deshalb geht er lieber in die Vermeidung, das bietet den besten Schutz für sein Selbstbild.

Deine Tochter beschreibst du als sehr abwägend und empfindsam.
Sie geht vielleicht im Kopf vorab alle Szenarien durch?
Und entscheidet von sich aus, dann lieber kein Risiko einzugehen?

Solche Kinder müssen immer und immer wieder die Erfahrung machen, dass ihnen soviel mehr gelingt als ihr persönlicher Abwägeprozess zulässt. Im regulären Schulalltag können sie das nicht lernen, weil die Herausforderungen viel zu gering sind und anstrengungsintensiver Einsatz nicht nötig ist.

Mein Sohn macht nun seit 1,5 Jahren die Matheförderung mit, um die es eingangs ging und ist dort sehr, sehr zufrieden.

Als ich ihn Ende letzten Jahres fragte, welche Reise er am Besten fand (Musikreise, Familienurlaub, Klassenfahrt...) kam sehr spontan und schnell
„die Mathefahrt!“ als Antwort.
Man konnte mit anderen Kindern aus Förderung an einer 5tägigen Kursfahrt teilnehmen und das war für ihn die großartigste Fahrt überhaupt. Viel besser als unsere Familienurlaube. :?

Ich bin froh, dass ich ihn seinerzeit überredet habe, mitzumachen.

LG
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon alibaba » Fr 15. Mär 2019, 11:10

sinus hat geschrieben:
Ich frage mich, wenn ich an ihn denke, immer mal wieder, ob das alles so kommen musste, weil er einfach so veranlagt ist, oder ob man ihm hätte helfen können, in dem er mehr Anforderungen und mehr Anstöße und Anreize auch gegen seine erkennbare Trägheit bekommen hätte... Oder ob diese Trägheit sogar nur eine Art Resgination war/ist, die erst dadurch entstand, das er nie an seine Grenzen gekommen ist...


Naja, darüber können wir lediglich spekulieren.

Ich erwarte von einem Kind/Jugendlichen, dass es selbständig sagen kann was es will. Außerdem kann ich spätestens wenn ich in die Welt ziehe, das machen oder verwirklichen, was ich will. Da hindert mich ja keiner mehr. Ich kann selber Auto fahren, verdiene mein eigenen Geld und bis selber für mich verantwortlich. Ich persönlich habe im späteren Leben auch einige Dinge gemacht, die im Kindesalter nicht gingen.

Ich denke, dass es nicht an der Begabung liegt oder daran, dass man erst etwas anstoßen muss. Ich stoße hier auch ganz viel und trotzdem machen es meine nicht. Vielleicht hätte der junge Mann ja einen gebraucht, der einen ständig an die Hand nimmt.

Für mich gilt, wenn ich nicht retardiert bin, jeder ist seines Glückes selber Schmied. Ich sehe meine Mutterrolle nur noch darin zu zeigen, auch gerne darüber zu sprechen, wenn man sprechen will, aber nehmen müssen meine Kinder selber. Passt auch super. Meine gehen selbständig ihren Weg. Aber ich kann - als Mutter - Schlaglöcher auch sehr gut aushalten.

Mein Großer hat sich eigenständig um sein zweites Sport-Camp gekümmert. Organisierte mit seinen Kumpels die Termine, verlinkte auf meinem Computer den Link dafür, erinnerte mich dann, dass es jetzt online sei und besprach das dann im Chat mit denen, die auch mit wollten. Und dann kam er zu mir - ich buchte nur noch. Hatte ich noch Fragen besprach er das im Chatraum. Meine Kleine ist da zaghafter. aber als sie sah, was der Bruder machte, zog sie nach. Sie erinnerte mich dann mehrmals an ihre Wünsche und geht jetzt für eine Woche ins Tanz-Camp. Ich muss hier keinen überreden, warum sollte ich das. Will ich das oder will das Kind das. Und selbst wenn man mal fällt, wie aktuell Herr Sohn für das Chemieevent, muss man schauen, ob es Alternativen gibt - aber bitte nicht ich. Und siehe da, ganz alleine kümmert sich jetzt Herr Sohn.

Für mich ist das ganz einfach - ich will, dann mach ich oder komme zu den Eltern oder ich will nicht, dann ist das auch okay.

VG
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