Testergebnis schön, aber....

Fragen, Antworten und Erfahrungen zu IQ-Tests

Re: Testergebnis schön, aber....

Beitragvon Bliss » So 14. Apr 2019, 10:47

Flower123 hat geschrieben:.....
Also wieviel mehr Stoff sind 14 IQ Punkte? Weil, wenn es nur 5-8 Fragen bzw Aufgaben mehr wären, dann ist da bei unserer Tochter vermutlich nicht alles optimal gelaufen.....bei 20-30 mehr richtige Aufgaben ist ihr Ergebnis schon realistisch, dann hätte sie bei top Bedingungen evtl 4 IQ Punkte mehr rausholen können.


Also ein paar Punkte hin oder her sind bestimmt immer drin, aber da ja auch alle anderen Kinder nicht alle Top Bedingungen bei ihren Tests haben dürfte das nicht so viel ausmachen.
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Re: Testergebnis schön, aber....

Beitragvon Maca » So 14. Apr 2019, 15:31

Huhu,

Also ich sehe das etwas anders als die Mehrheit hier.

Alles was du nun mit ziemlicher Sicherheit weißt ist, dass dein Kind schlau ist.

Wie stark das kognitive Vermögen wirklich ist, kann eine einzelne Testung bei einem 7jährigen Mädchen, welches Anstrengungen eher vermeidet, nicht erfassen.

Selbstverständlich ist es möglich, dass dein Kind sein Potential nur unzureichend gezeigt hat.

Aus welchem Grund hätte sie sich anstrengen sollen?
Sie ist erst 7, ein Kind, manchmal unsicher/vermeidend (schreibst du), warum sollte sie in einer Testsituation kooperieren und ihren inneren Schweinehund überwinden, wenn sie nicht einmal weiß worin die Intention der Testung liegt?

Meine Tochter ist auch erstmals mit 7 Jahren, im Rahmen einer Legastheniediagnostik, getestet wurden.

Spätere Testungen lagen im Durchschnitt 2 Standarabweichungen über dem damaligen Ergebnis.

Ihr Bruder ist höchstbegabt und gut testbar. Kooperiert und fokussiert perfekt.
Seine Schwester ist eine sehr komplizierte Persönlichkeit, die lässt sich nicht gerne beurteilen, testen, bewerten und hegt eine so tiefe Aversion gegen alles, was ihrer eigenen Handlungsmacht entgegenwirkt.
Uns wurde erklärt, dass ihr Verhalten eine Überforderung kompensieren solle, Abwehr, um das eigene Selbstbild zu schützen.
Klang plausibel, habe ich so übernommen.

Das war fatal für uns als Familie.
Mittlerweile holt sie ihren Bruder ein und hasst uns.


Hör auf dein Bauchgefühl, du kannst dein Kind besser beurteilen als ein einmalig angewendetes Testverfahren, welches auf einem Konstrukt beruht.

LG
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Re: Testergebnis schön, aber....

Beitragvon sinus » So 14. Apr 2019, 16:59

...du kannst ja, wenn du sichergehen willst, in 2 Jahren - dann passend zum Wechsel auf eine weiterführende Schule - noch mal testen lassen.
Wäre ganz sinnvoll, wenn z.B. eine Klasse/Schule mit HB-Zweig in Frage käme oder ihr über den passenden Schwerpunkt noch nicht so genau bescheid wisst. (MINT/musisch, sprachlich...)
Bei uns hat das Testergebnis zu der Entscheidung schon einiges beigetragen.
Mathe bspw mag das Kind an sich gar nicht, was wohl u.a. auch an der Lehrerin liegt und vielleicht auch an den langweiligen Aufgaben. (Viele Wiederholungen, einstudierte Rechenwege statt wirklich kniffelige Herausforderungen, wo man selbst nach Wegen suchen muss etc)
Aber sie war im Test ausgerechnet im logischen Denken besonders gut (und hatte just damals auch mit Programmieren begonnen), darum wurde es nun das MINT-Gymnasium mit Begabtenförderung. Da gibts sicher dann ganz viel Mathe...
Ein Jahr zuvor und ohne den Test hätten wir das nie in Betracht gezogen.

Ansonsten denke ich auch, dass die miese Laune deines Kindes danach damit zu tun haben könnte, dass sie an ihre Leistungsgrenzen geraten ist und das so bisher kaum kennt.
Meine Tochter - mit 9 Jahren/Ende 3.Klasse getestet - fand die Tests an sich sehr schön, meinte aber auch sie seien ganz schön kniffelig gewesen und sie sei bestimmt nicht besonders gut gewesen. Die Testerin sagte auch, sie habe mehrmals gestresst gewirkt, habe gar mit den Tränen gerungen, wenn sie das Gefühl gehabt habe, die Antwort nicht oder nicht schnell genug zu wissen.
Ansonsten war sie sehr konzentriert dabei und verweigerte sogar jegliche Pausen.
Wie es ihr unmittelbar nach dem Test ging, weiß ich nicht, da sie mit den Großeltern dort war und direkt danach mit Ihnen und dem Cousin in den Zoo gegangen ist.
Abends wie gesagt erzählte sie mir jedenfalls, dass es ihr richtig Spaß gemacht habe...

PS: Meiner 5jährgen, die demnächst getestet wird, werden wir übrigens vorher direkt sagen (wie ich es bei der Großen auch getan habe), dass der Test herausfinden möchte, was sie schon alles weiß und kann und auch für Ältere Kinder noch genutzt wird.
Und es darum am Anfang leicht ist, dann aber immer schwerer wird, bis sie die Aufgaben nicht mehr lösen kann. Und das sie darum nicht traurig sein soll, dass sie am Ende vieles nicht mehr weiß und kann, das sei ganz normal.
Die Blätter sind bunt
nun bellt der Hund
nun lacht der Mund
Raureif liegt auf dem Gras.
Der Has`
friert um die Nas.

(Herbstgedicht der 6jährigen)
sinus
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Re: Testergebnis schön, aber....

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 15. Apr 2019, 07:55

Ich halte es für wichtig, Kindern klar zu sagen, worum es bei einem IQ-Test grundsätzlich geht. Sogar bei meinem gehörlosen, autistischen 4-Jährigen habe ich es damals zumindest versucht. Also nicht unbedingt "Da wird dein IQ-Wert ermittelt und dann kann man vergleichen ob du deutlich schlauer bis als andere Kinder in deinem Alter", sondern eher "Das sind Aufgaben, mit denen man herausfinden kann, wie schlau du bist. Manche sind ganz leicht, manche auch so schwer, dass man sie kaum schaffen kann. Das macht aber nichts, probier einfach, sie so gut du kannst zu lösen. Wenn du aufs Klo musst oder eine Pause brauchst dann sag es einfach! Das Ganze wird ca. 1 Stunde dauern". Dann kann man (sofern man das im vorhinein weiß) noch sagen, ob das Kind alleine getestet wird oder gemeinsam mit anderen Kindern und ob man (als Mama bzw. Papa) mit im Raum ist, oder nicht. Wenn man schon vorher weiß, wer das Kind testet, kann man ihm auch sagen, dass dort ein Mann bzw. eine Frau sein werden, die ihm die Aufgaben erklären.

So hat das Kind mal die Grundinfos. Natürlich kann trotzdem sein, dass es sich nicht anstrengen mag und nur die Aufgaben mit vollem Einsatz löst, die ihm gefallen. Aber das lässt sich nicht verhindern. Wenn ein Kind einen Sport betreibt sieht man ja auch nur, was das Kind tatsächlich zeigt, und nicht, was es bei vollem Einsatz KÖNNTE.

Wenn ein Kind glaubt, es bekommt lustige Knobel-Aufgaben, die es locker-lässig mit links lösen kann, und dann wird tatsächlich ein IQ-Test gemacht, kann ich mir vorstellen, dass es frustriert ist. Nicht, weil ihm der Test zu anspruchsvoll ist, sondern weil es einfach was anderes erwartet hat.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Testergebnis schön, aber....

Beitragvon alibaba » Mo 15. Apr 2019, 12:30

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