Sprung 1. zu 2. Klasse

Fürs und Widers zum Überspringen

Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon Rabaukenmama » Di 30. Jun 2020, 11:55

alibaba hat geschrieben:@Ruth87

Ihr müsst, vor allem dein Kind muss, mit deinen /euren Entscheidungen leben. Ihr/dein Kind müsst damit zurecht kommen, egal wer hier was und wie rät. Von mir bekommst du daher keinen guten Rat. ;)


alibaba hat geschrieben:Mit 8 Jahren am Gymnasium - das kann dein Kind nicht entscheiden. Das weiß gar nicht was das bedeutet. Ihr werdet Euch daher festlegen müssen und klug und weise für's Kind entscheiden müssen.

Für mich persönlich sind 8-jährige Kinder. Egal wie hoch der IQ ist. Ich würde das nicht tun.


Einerseits schreibst du, dass Ruth von Dir ausdrücklich KEINEN guten Rat bekommt, andererseits gibst du ihn sehr klar, indem du schreibst, dass das das NICHT tun würdest.

Jeder hier schreibt, was ER tun würde, niemand behauptet, zu wissen, welche Entscheidung in dem Fall die Beste ist. Dein Rat ist nicht besser oder schlechter als jeder andere hier - aber dann brauchst du auch nicht ausdrücklich zu schrieben, dass du nichts rätst́.
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Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon alibaba » Di 30. Jun 2020, 12:06

@rabaukenmama

Ich habe meine Meinung geschrieben, keinen Rat. Ich - nicht Du sollst tun oder gar ich empfehle Dir oder lass sie springen oder lass sie nicht springen. Das ist ein Unterschied.

Rabaukenmama hat geschrieben:
Jeder hier schreibt, was ER tun würde, niemand behauptet, zu wissen, welche Entscheidung in dem Fall die Beste ist. Dein Rat ist nicht besser oder schlechter als jeder andere hier ……..


Na dann ja alles prima. Ich hab schon gedacht …….. ach, Schwamm drüber. ;)
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Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 30. Jun 2020, 13:17

Geht es überhaupt organisatorisch zwei Mal springen im Rahmen der Grundschule? Wenn ja, gilt es auch zu berücksichtigen, dass sie direkt in den Probenstress des 1. HJ der 4. Klasse reingerät. Was passiert, falls die Noten nicht stimmen? Ist bei euch eine Gymnasialempfehlung bindend? Haben die Eltern im Zweifelsfall Entscheidungsrecht? Ich würde nicht automatisch davon ausgehen, dass ein begabtes sehr junges Kind direkt nach dem Sprung einen notwednigen Notenschnitt schafft.
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Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon Edainwen » Di 30. Jun 2020, 14:28

Hier wäre es jetzt natürlich interessant zu wissen, wo die Userin wohnt. Bei uns in BaWü wäre es kein Problem, zweimal in der Grundschulzeit zu überspringen. Genauso wenig gibt es hier in der 4. Klasse irgendwelchen Prüfungsstress und die Schulempfehlungen sind auch nicht bindend. Es wäre auch kein Problem, direkt von Ende Klasse 3 in Anfang Klasse 5 zu springen. Wobei für eine HB-Klasse die Noten ohnehin irrelevant wären, da ein IQ-Test zur Aufnahme gemacht werden muss.
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Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 30. Jun 2020, 14:52

Der Sprung von 3 nach 5 gilt in Bayern als eine automatische Gymnasialempfehlung. Technisch ist es sogar einfacher als den ganzen Probenstress mitzumachen. Allerdings stellt das einen extremen Anspruch ans Kind. Dafür muss es schon psychisch sehr robust sein.
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Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon Ruth87 » Mi 1. Jul 2020, 11:09

Hallo, danke für die Antworten.
Sorry, es folgt ein Roman.
Meine Tochter ist schon immer sehr ehrgeizig gewesen.
Obwohl sie anfangs viele Schwierigkeiten hatte, fast 4 Wochen zu früh gekommen, Kiss Syndrom, Schreikind (wir kannten sie fast 2 Monate nur schlafend oder schreiend). Starke Trinkprobleme. Untergewicht. Viel zu wenig Schlaf….Trotzdem hatte sie eine sehr schnelle Entwicklung. Ist mit knapp 6 Monaten aufgestanden und hat laufen geübt. Alles Spielzeug war egal. Sie war nur noch auf ihr Ziel ausgerichtet. Als sie mit 8 Monaten frei laufen konnte, habe ich sie das erste mal in ihrem Leben wirklich zufrieden und glücklich erlebt.
Ich schreibe davon, weil sich ihr Verhalten nie geändert hat. Alles was sie spannend findet, wird gemacht. Und das lässt sie sich auch nicht nehmen.
Mit knapp zwei Jahren: die Schere…stundenlanges schnipseln. Knete….stundenlang. Fingerfarben….stundenlang. Wehe ich unterbracht nach 1 Stunde und wollte einkaufen, essen oder so, da gab es die schlimmsten Tobsuchtsanfälle. Ein Nachbarmädchen (6Jahre älter, war zu der Zeit viel bei uns).

Später mit 3Jahren gab es eine gleichaltrige Freundin aus einer Spielgruppe. Mit ihr trafen wir uns einige Jahre regelmäßig. Mittlerweile nur noch selten. Fantasiespiele, Spielplatz, toben….alles andere ging nicht. Endete in Streit seitens der Freundin. Meine Tochter war oft schockiert. Traurig, weil vieles, was meine Tochter hätte spielen wollen, nicht ging. Passte sich aber an. Drosselte auch ihren enormen Gerechtigkeitssinn (nicht lügen, teilen, alle mitspielen lassen,…) Irgendwann spielte die Freundin mehr mit dem 2 Jahre jüngeren Bruder.

Im KiGa…Das erste Jahr ging. Es gab vereinzelte Verabredungen. Aber meine Tochter hatte daran nur wenig Interesse. Sie hatte ja die eine Freundin für Nachmittags. Und ihre vielen „Hobbys“. In den ersten Sommerferien, freute sie sich darüber nun endlich genug Zeit zum Malen zu haben. Obwohl sie nur halbtags im Kiga war.
Das zweite Kiga Jahr war schon schwieriger und das letzte war eine Katastrophe. Sie hatte nur noch vereinzelt Kinder zum Spielen. Oft nur ihren jüngeren Bruder, der in ihrer Gruppe war. Viele haben sie ausgegrenzt. Falls sie mitspielen durfte, meist nur kurz und nur die unbeliebtesten Rollen. Eine Erzieherin meinte mal, dass die Kommunikation nicht hinhaute. Meine Tochter redet viel und lange, wenn sie etwas erklären will. Z.B. Spielregeln von einem neu ausgedachten Spiel. Darauf hatten die anderen Kinder keine Lust. Keine Geduld. Oder verstanden es nicht. Auf der anderen Seite, hatte meine Tochter aber auch wenig Interesse am Spiel der anderen. Sie sagte mir, dass da jeden Tag das gleiche gespielt wird, ohne Variationen. Das war langweilig.
Gegen Ende der Kiga Zeit fand sie etwas Anschluss bei den Jungs. Fußball spielen konnte sie recht gut. Das wurde anerkannt. Wir waren wegen dem Fußball besessenen kleinen Bruder oft nachmittags Fußball spielen.

Dann die Schule. Ein zugezogenes Nachbarmädchen wurde ihre beste Freundin. Sie kamen zusammen zur Schule. Meine Tochter war begeistert. Das Mädchen ist 1 Jahr älter. Sehr gebildetes Elternhaus. Viel Förderung. Kluges Mädchen.
Leider bestand diese Freundschaft nicht einmal 1 Jahr. Das Problem? Die Freundin zeigte meiner Tochter viele Dinge: Seilspringen, Rollschuhfahren….Obwohl die Freundin alles schon viel länger konnte, war meine Tochter immer innerhalt von 2-3 Wochen viel besser, schneller, wendiger….Meine Tochter denkt sich gerne „Aufgaben“ aus. Z.B. ich kann jetzt Seilspringen, dann bau ich jetzt einen Parkuhr und muss da entlang springen. Dann könnte man ja auch rückwärts, seitwärts springen. Das war dem Nachbarmädchen alles zu viel. Ich hörte sie dann auch brüllen: „ Das ist doof, gemein, das du schon wieder besser als ich bist“.
Es gab auch anderen Dinge, Schachspielen, Schule spielen, Puzzeln….in allem hat meine Tochter mehr Konzentration, mehr Durchblick, mehr Ausdauer….sie würde gerne den ganzen Tag am Stück Puzzeln, die Freundin ist nach 15 Minuten fertig und will etwas anderes machen. Und meine Tochter stellte sich auf das Mädchen ein. Spielte, was sie wollte, ignorierte Schummeleien beim Schach und Brettspielen. Verlor mit Absicht. Nur damit diese Freundin ihr erhalten bleibt. Trotzdem hat sich das Mädchen im Frühling von ihr abgewandt. In einer grausamen Art und Weise, wie es vll nur Kinder können.

In der Schule…Meine Tochter ist eben nicht nur schlau und schnell. Sie liebt es auch ihre Schulhefte zu machen. Sie macht sogar die viel zu leichten Sachen. Ist zwar langweilig, aber wenn gerade nichts spannenderes ansteht, besser als rumsitzen.
Sie ist sehr vernünftig, sehr reif für ihr Alter. Sehr ernst. Sie hat sehr hohe moralische Ansprüche. Das passt überhaupt nicht mit gleichaltrigen. Sie kann auch nicht stehen lassen, wenn jemand lügt oder ein Kind ungerecht behandelt wird. Kaum Interesse an altersgerechtem kindlichem Spiel.
In der 2.Klasse, hat sie wohl ein paar sehr vorsichtige Versuche unternommen, Kontakt aufzunehmen. Z.B. in den freien Spielstunden. Aber als es nicht gut klappte, hat sie sich wohl einfach wieder auf ihren Platz gesetzt und die Hefte weiter gemacht. Sie hat quasi aufgegeben, sich ständig anpassen zu wollen und um ein bisschen Aufmerksamkeit und Freundschaft zu betteln. Obwohl sie darunter leidet, allein zu sein. Aber sie leidet auch unter der Unterforderung. Was ist nun wichtiger?

Und ja, da blutet mein Mutterherz. Vor allem, weil ich mich erinnere. Ich auch so ein „komisches Kind“ war. Alleine auf dem Schulhof stand. Nicht verstand, was für die anderen Kinder wichtig war. Ich habe zwar nie so super Schulleistungen gebracht. Habe in der Schule völlig abgeschaltet. War unsportlich und überängstlich. Und ich hatte zum Glück ein paar Nachbarkinder mit denen das draußen spielen klappte.

Falls sie mit 8 aufs Gymnasium kommt…wir haben hier keine reinen Hochbegabten Klassen. Ein paar Forderprogramme. Extra Stunden. Da kann sie dann aber einige ähnliche Kinder kennenlernen.
Ein Internat können wir uns gar nicht leisten. Und dann gäbe es noch die Möglichkeit Umzuziehen. Irgendwohin, wo es Hochbegabten Klassen gibt. Und wo wir uns das Wohnen leisten können. Was in diesen Zeiten schwierig wird.
Außerdem möchte ich, wenn die Corona Regeln entschärfter sind, eine Elterngruppe für Familien mit Hochbegabten Kinder gründen. Vll findet sie darunter auch einige Freundschaften.

Danke fürs lesen
Ruth87
 
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Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 1. Jul 2020, 11:16

Ich weiß nicht was ihr machen sollt... das klingt nach einer außerordentlich hohen Begabung. Ich meine nicht nur eine "Standard" Hochbegabung, die 2% haben, sondern nach etwas in einer ganz anderen Größenordnung...
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Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon Twochild » Mi 1. Jul 2020, 12:56

Ruth87 hat geschrieben:Sie ist sehr vernünftig, sehr reif für ihr Alter. Sehr ernst. Sie hat sehr hohe moralische Ansprüche. Das passt überhaupt nicht mit gleichaltrigen. Sie kann auch nicht stehen lassen, wenn jemand lügt oder ein Kind ungerecht behandelt wird. Kaum Interesse an altersgerechtem kindlichem Spiel.


Mich erinnern diese Aspekte an meine Tochter. Ich vermute bei meiner Tochter allerdings, dass er eher mit Hochsensibelität zu tun hat, als mit ihrer Begabung. Sie hat erst am Gymnasium Freunde gefunden. In den verschiedenen Parallelklassen hat sie ein paar Mädchen mit ähnlichen Interessen gefunden.

Ich drücke euch die Daumen für eine gute Entscheidungsfindung.
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Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 1. Jul 2020, 13:30

@Ruth

Was macht deine Tochter am Nachmittag? Ich würde versuchen das Ziel für ihren Ehrgeiz von der Schule dorthin zu verlagern. Leistungssport, Musik auf hohem Niveau, irgendwas wofür sie sie sich anstrengen müsste, nicht einfach ein Hobby um Zeit zu vertreiben. Für den Sprung außerhalb von HB-Klasse sehe ich keinen Sinn. Egal in welche Klasse sie kommt, es wird langweilig bleiben. Die Kommunikation mit den Klassenkameraden wird jedoch mit jedem zusätzlichen Jahr Altersunterschied schwieriger.
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Re: Sprung 1. zu 2. Klasse

Beitragvon Ruth87 » Mi 1. Jul 2020, 14:31

@Katze_keine_Ahnung
Ja, dass sie eventuell mehr als einfach Hochbegabt ist, habe ich auch schon gedacht.
Mein Mann hat als Jugendlicher einen Test gemacht. Da haben Sie ihm keine IQ Zahl genannt. Aber was sie beschrieben und dass sie völlig hin und weg waren, weil bei Ihnen noch nie so ein hohes Ergebnis getestet wurde…das deutet eher in die Höchstbegabten Richtung.
Allerdings war mein Mann nie fleißig, hat sich in der Schule eher verweigert.

Was bei unserer Tochter dazukommt, ist ja auch die hohe Motivation. Der geringe Schlafbedarf. Die große Selbstständigkeit, die sie auch immer eingefordert hat. Und das ihr Lieblingshobby, wenn man es denn so nennen darf, der Schulstoff ist.
Sie hat seit einem Jahr Im Verein Fußball gespielt.
2x wöchentlich Training. Jedes Wochenende ein Spiel.
Seit 9 Monaten 1x wöchentlich ein Instrument.
1x wöchentlich Schach AG
Bis die Nachbarin den Kontakt eingestellt hat, mehrere Verabredungen in der Woche.
Trotzdem bleibt ihr mehr als genug Zeit um haufenweise Bücher zu lesen, oder eben viel in den freiwilligen Schulheften zu arbeiten.
Sollen wir noch mehr Sport und Co. einbauen? Das erscheint mir auch nicht richtig. Aber sie möchte mit Fußball aufhören und Turnen ausprobieren. Vll gibt es da dann mehr Termine.
Eigentlich bin ich eher Verfechterin von „lass das Kind, Kind sein“. Die sollen spielen und viel draußen sein. Und nicht ständig Termine haben.
Außerdem gibt es ja noch zwei jüngere Geschwister, die auch ihren Teil einfordern. Die auch beide auf ihre Art auffällig sind. Auch starke Anzeichen in Richtung Hochbegabung haben und nicht nur zu sämtlichen Terminen der großen geschleift werden wollen.

@Twochild
Hochsensibilität ist ein interessanter Einwurf. Das muss ich mir mal genauer angucken.
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