Beschäftigung im Unterricht

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 16. Sep 2020, 16:06

Update. Ich hatte das Gespräch mit dem Rektor und der Klassenleitung des Kleinen. Ich bin mit gemischten Gefühlen rausgegangen. Der Kleine darf das Matheheft der 4. Klasse anfangen... nachdem er seinen Rechentrainer abgeschlossen hat. Das ist ja nicht schwer, aber die Bemerkung der Leherin dazu, dass man "angefangene Sachen zu Ende bringen soll" zeigt, dass ich doch das Problem nicht richtig kommunizieren konnte. Die Schule erwartet vom Kind, dass er sich alleine in die Knobelaufgaben einarbeitet, und sie fleißig, dabei im normalen Unterricht sitzend macht. Ich soll sie aussuchen und betreuen. Ich wollte zu einer Doppelstunde nicht nur Aufgaben, sondern das ganze Kind betreuen, irgendwo im Flur oder einem freien Raum, bekam aber die Lieblingsantwort, wo wir dann hinkämen wenn das alle wollen würden. Meine Erfahrung ist zwar, dass alle eher OGS wollen, wo die Plätze frei sind, aber vielleicht lebe ich in einer anderen Welt. Ich weiß schon, dass ich mehr bekommen habe, als die meisten hier träumen können, aber mich wurmt es trotzdem und ich weiß auch wohin es führt. Er ist nicht reif genug für das Konzept. Ich habe dem Kleinen trotzdem einen Ordner zusammengestellt mit leichten Knobelaufgaben und einfachen Sachaufgaben.

Der Kleine wollte heute früh nicht in die Schule: "ich habe Kopfschmerzen!". Er will keine Hausaufgaben machen: "Die Hand tut weh!" Alles, aber wirklich alles was man in der Schule lernt interessiert ihn nicht die Bohne. Er baut tolle Legowelten und hört von früh bis spät die ???-Gesichten durch den Mediaplayer.

PS. Sein EInganglesetest ist gut ausgefallen. Mit Null Übung. Warum soll man in die Schule gehen, wenn man alles was man dort lernt auch so kann?

PPS. Das einzige taugliche Modell bei diesem Kind scheint Noschooling zu sein. Ich brauche wieder ein Boot.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon koala27 » Mi 16. Sep 2020, 16:39

Hallo Katze,

habe ich das richtig verstanden? Du sollst dich komplett um die Aufgaben kümmern und auch deinem Sohn die Rückmeldungen dazu geben ? Und die Lehrerin interessiert sich 0 dafür- hauptsache er macht was in ihrem Unterricht?
Das mit dem Aufgaben geben kann ich ja noch verstehen-- aber die Rückmeldungen sollten- finde ich- von der Lehrerin kommen-- sonst bekommt das Kind ja den eindruck- es ist völlig egal was ich hier mache und wie gut oder schlecht das ist- es wird ja eh nicht bewertet...
Finde ich echt schwierig-- ich weiß das meine SIS früher den Wochenplan immer eher fertig hatte und besonders in Kunst sehr fix war-- Ergebnis war eben auch, sie musste mehr Bilder machen- die wurden aber nicht benotet, weil sie sonst ja keiner gemacht hatte ( Klasse 4)--sie hat dann irgendwann nichts mehr dafür gemacht-- nur ganz langsam gearbeitet.Das könnte ich mir dann genauso für Mathe vorstellen-- warum solll ich mehr machen, wenn es gar nicht gewürdigt wird.

Ein Drehtürmodell gibt es bei Euch sicher nicht- oder?
Kombiklassen?

Liegt Mathe evtl. günstig im Plan-- so dass er es mal morgens unauffällig verpassen könnte oder eher gehen? Klar, keine Dauerlösung, aber ab und zu für weniger Frust...

Echt schwierig--und ich dachte immer, im Süden ist es einfacher als hier im Norden mit HB Kids-- wenn man sonst so guckt, wo HB Klassen etc. sind-- hier oben ist nichts auf der Karte- im Süden- gefühlt- alles....
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 16. Sep 2020, 16:49

Drehtür nur ein Jahr nach Oben war im letzten Jahr nicht wirklich attraktiv. Er ist schneller als die Anderen. Er würde das 4. Klassheft in 6-8 Wochen fertig kriegen, bei normalem Aufwand. Wegen Corona ist Drehtür nicht mal theoretisch möglich. Ich kann mit einem Satz formulieren was er braucht: ein individuell abgestimmtes alternatives betreutes (!) Programm. Die Lehrerin hat mir heute gesagt, rein rechnerisch habe sie im Unterricht 2 Minuten für jedes Kind. Ich habe mir dabei gedach, wenn man nicht dabei wäre, dann hätte sie 2 Minuten für jemanden anderen frei. Meinen könnte ich selbst betreuen, wenn man mir das erlauben würde. Ich könnte auch zwei andere mitnehmen.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 17. Sep 2020, 13:14

Update von update:

ich habe gestern erklärt, das sei ein autonomes Kind. Ich habe dem Kind ein Rechentrainer und einen Knobelordner gegeben. Ich habe mit dem Kind am Abend die erste Aufgabe durchgesprochen. Es waren die Schiebeaufgaben aus den Matheassen, bei denen man ähnlich dem Prinzip von Rush Hour Plätchen bewegen muss. Das Kind fand die Aufgaben interessant und beschäftigte sich etwa eine halbe Stunde damit zuhause bis er die erste Aufgabe geknackt hat. Ich habe die restlichen Aufgaben angeheftet, Kind mit dem Ordner nach Hause geschickt. Heute war eine Doppelstunde Mathe angesagt. Als der Kleine heute Plättchenaufgaben machen wollte, verordnete die Lehrerin, er soll erstmal den doofen Rechentrainer fertig kriegen. Dann rechnete das Kind: 1x11, 2x11,...
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon koala27 » So 20. Sep 2020, 19:50

Hallo Katze,

na super- hat die Lehrerin da was nicht verstanden oder ging es ihr mit dem Ordner zu schnell? So schiebt sie das doch auch nur auf- oder ist das der Sinn dahinter?
Finde ich schwer zu verstehen für die Kinder- einerseits sollen sie sich selbst beschäftigen, aber dann bitte doch nicht mit Extraaufgaben.. sondern mit den Aufgaben, die die Schule vorsieht---

ich hoffe, ihr findet noch eine gute Lösung dafür- sonst wird es ein langes Jahr für deinen Sohn in Mathe
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Auguste » So 20. Sep 2020, 22:48

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Update von update:

ich habe gestern erklärt, das sei ein autonomes Kind. Ich habe dem Kind ein Rechentrainer und einen Knobelordner gegeben. Ich habe mit dem Kind am Abend die erste Aufgabe durchgesprochen. Es waren die Schiebeaufgaben aus den Matheassen, bei denen man ähnlich dem Prinzip von Rush Hour Plätchen bewegen muss. Das Kind fand die Aufgaben interessant und beschäftigte sich etwa eine halbe Stunde damit zuhause bis er die erste Aufgabe geknackt hat. Ich habe die restlichen Aufgaben angeheftet, Kind mit dem Ordner nach Hause geschickt. Heute war eine Doppelstunde Mathe angesagt. Als der Kleine heute Plättchenaufgaben machen wollte, verordnete die Lehrerin, er soll erstmal den doofen Rechentrainer fertig kriegen. Dann rechnete das Kind: 1x11, 2x11,...


Das klingt nach "er muss erst Mal das machen, was alle machen. Wie soll ich denn sonst sehen, ob er das schon kann?".
Nicht gut. Gar nicht gut. Klingt nach einer Lehrerin, die das Prinzip von "Anstatt-Aufgaben" statt "Zusatz-Aufgaben" für begabte Kinder nicht verstanden hat oder nicht verstehen will. Fraglich ist, ob man es ihr noch beibringen kann...
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 21. Sep 2020, 08:24

@Auguste

Dem Konzept steht nur ein Hindernis im Weg: er hat das Heft der 3. Klasse schon ausgefüllt. Während die Klasse jetzt Klasse 2 wiederholt und blätterweise 25+3 rechnet, wiederholt der Kleine schriftliche Addition und Subtraktion. Ich kann die Situation selber noch nicht einordnen und gebe der Lehrerin eine Chance.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Meine3 » Mo 21. Sep 2020, 08:59

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Drehtür nur ein Jahr nach Oben war im letzten Jahr nicht wirklich attraktiv. Er ist schneller als die Anderen. Er würde das 4. Klassheft in 6-8 Wochen fertig kriegen, bei normalem Aufwand. Wegen Corona ist Drehtür nicht mal theoretisch möglich. Ich kann mit einem Satz formulieren was er braucht: ein individuell abgestimmtes alternatives betreutes (!) Programm. Die Lehrerin hat mir heute gesagt, rein rechnerisch habe sie im Unterricht 2 Minuten für jedes Kind. Ich habe mir dabei gedach, wenn man nicht dabei wäre, dann hätte sie 2 Minuten für jemanden anderen frei. Meinen könnte ich selbst betreuen, wenn man mir das erlauben würde. Ich könnte auch zwei andere mitnehmen.



Vielleicht sollten wir uns zusammentun? :mrgreen:. Blöd, dass wir nicht grade um die Ecke wohnen. 2 Minuten für jedes Kind. Dufte....
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 21. Sep 2020, 09:09

Meine3 hat geschrieben:

Vielleicht sollten wir uns zusammentun? :mrgreen:.


Das wäre schön. Ich bin langsam mit meinem Latein am Ende. Der Kleine versteht einfach, dass Schule für ihn ein unfaires Geschäft ist. Er verliert mehr als er gewinnt. Heute ist er gegangen, weil ich ihm eine attraktive Pausenbox zusammengestellt habe. Dabei geht es ja gar nicht um Mathe. Heute ist gar keine Mathestunde. Ganz im Gegenteil, ist die Mathestunde für ihn die einzig attraktive.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Meine3 » Mo 21. Sep 2020, 10:04

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:
Meine3 hat geschrieben:

Vielleicht sollten wir uns zusammentun? :mrgreen:.


Das wäre schön. Ich bin langsam mit meinem Latein am Ende. Der Kleine versteht einfach, dass Schule für ihn ein unfaires Geschäft ist. Er verliert mehr als er gewinnt. Heute ist er gegangen, weil ich ihm eine attraktive Pausenbox zusammengestellt habe. Dabei geht es ja gar nicht um Mathe. Heute ist gar keine Mathestunde. Ganz im Gegenteil, ist die Mathestunde für ihn die einzig attraktive.



:( Oh man. Das ist so traurig mit anzusehen. Meinem Sohn ging es während Corona auch so viel besser. Ich weiß halt grade auch nicht so recht weiter. Er hat so Heimweh nach seiner alten Klasse (was ja eigentlich zeigt, dass er absolut nicht sozial desinteressiert ist!) und gleichzeitig ist er kognitiv in der 2. Klasse halt einfach falsch.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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